30. Juni 2017

Fahrbericht Sechste Generation des Kleinwagens Suzuki Swift 1.0 Boosterjet SHVS: Der ewige Revoluzzer

Suzuki gibt sich mit dem Swift nicht dem Mainstream hin
Suzuki gibt sich mit dem Swift nicht dem Mainstream hin © Suzuki

Bereits 33 Lenze zählt der Suzuki Swift. Dabei strebt der Kleinwagen dem Trend gemäß nicht unbedingt in Richtung Mainstream, gibt sich dabei aber sehr fortschrittlich.




Von Thomas Flehmer

Es gibt sie, die Erwachsenen, die auch im höheren Alter immer noch gegen den Mainstream ankämpfen. Allerdings wird mit zunehmendem Alter bei vielen die Kampfeslust gegen die Freude am Genuss ausgetauscht.

Auch im Kleinwagenbereich ist der Mainstream-Charakter greifbar. So haben die ehemals kleinsten Vertreter der jeweiligen Hersteller mittlerweile die Kompaktgrößen früherer Jahrzehnte erreicht oder übertroffen. Auf 33 Jahre blickt mittlerweile der Suzuki Swift zurück und ist damit einer der ältesten Vertreter im so genannten B-Segment. Aber der kleine Japaner gibt sich immer noch als großes Kämpferherz.


Suzuki Swift ein Leichtgewicht

Denn während zahlreiche Mitbewerber bei der Länge bereits eine Vier vor dem Komma haben, begnügt sich der Swift weiterhin mit 3,84 Metern Länge. Und selbst beim Gewicht hat sich der kleine Japaner zurückgehalten und dem Genuss abgesagt. Als 1.0 Boosterjet SHVS bleibt der Swift mit gerade einmal 950 Kilogramm unter einer Tonne Leergewicht.

Der Vorteil der kleinen Ausmaße macht sich gerade im urbanen Umfeld bemerkbar. Der Swift lässt sich sehr agil durch den Verkehr steuern und mit seinen knapp 20 Zentimetern weniger an Länge tut sich auch noch hier und da mal eine Parklücke auf, die für andere Kleinwagenvertreter schon zu klein ist. Fast schon mit einem verschmitzten Lächeln steuert der Revoluzzer den engen Spalt an, bedient sich dabei aber auch der Hilfe der serienmäßigen Rückfahrkamera.

Suzuki Swift trotzt dem Mainstream

Viel Platz bietet der Swift im Innenraum
Viel Platz bietet der Swift im Innenraum © Suzuki

Nicht nur zwischen den parkenden Fahrzeugen – auch solo – gibt sich der Swift selbstbewusst und trotzt dem Mainstream. Das rundlich Niedliche von früher ist einer breiter wirkenden Karosserie gewichen. Der Swift muckt auf, indem er eben nicht glattgelutscht vorfährt wie viele der Segment-Geschwister.

Ebenso kämpft der Swift im Innenraum gegen das Establishment an. Viel Plastik ohne den gängigen Softtouch und praktisch angelegte und gut ablesbare Instrumente setzen eher auf den Alltag anstatt auf Lifestyle. Völlig klar ist, dass der Swift dabei viel Platz auch den Personen in der zweiten Reihe bietet. Dank einer nicht so steil abfallenden Dachlinie sowie einem Radstand von 2,45 Metern können auch groß gewachsene Insassen hinten Platz nehmen. Dagegen passt sich das Gepäckraumvolumen zwischen 265 und 947 Litern den Mitbewerbern an.

Suzuki Swift bei Verbrauch im Normbereich

Mit Mild-Hybrid ist der Swift sehr sparsam unterwegs
Mit Mild-Hybrid ist der Swift sehr sparsam unterwegs © Suzuki

Als erwachsener Revoluzzer gibt sich der Swift dagegen beim Antrieb. Der 1.0 Boosterjet SHVS (Smart Hybrid Vehicle by Suzuki) gibt sich betont verbrauchsarm. Mit 4,8 Litern im städtischen Bereich konnte der Mild-Hybrid genau den auf der Rolle des Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ermittelten Wert auch im realen Alltag erzielen.

Dabei gibt sich der Swift nicht als lahme Ente. 111 PS für den kleinen Flitzer – vorzugsweise in einem auffallenden Rot – lassen den Dreizylinder-Benziner innerhalb von 10,6 Sekunden Tempo 100 erreichen. Bei 195 km/h endet der Vortrieb. 170 Newtonmeter Drehmoment, die schon zwischen 2000 und 3500 Umdrehungen anliegen, dienen dabei als Kraftspritze, wobei aus dem Revoluzzer natürlich kein Sportler wird. Das Fahrwerk ist auf Cruisen denn Rasen ausgelegt, die fünf Gänge müssen nicht durch die Gassen gejagt werden, sondern können behutsam eingelegt werden.

Am Ende allerdings stellt der Revoluzzer dann doch seine Kampfhandlungen ein. In der höchsten Ausstattungsvariante Comfort + sind schon einige Sicherheitssysteme wie Spurhaltewarnsystem, Berganfahrhilfe, aktive Bremsunterstützung oder Müdigkeitserkennung an Bord. Auch ein adaptiver Tempomat sowie Fernlichtassistent und schlüsselloses Einsteigen wehen Komfort-Atmosphäre herein. Und auch beim Preis hat der Revoluzzer sich kleinkriegen lassen. So kostet das komplett ausgestattete Topmodell mindestens 19.440 Euro - hier zollt das Alter von mittlerweile 33 Jahren und sechs Generationen dem Mainstream Tribut.






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