1. August 2013

Fahrbericht Nun auch mit fünf Türen Suzuki Swift Sport: Handlichkeit als große Stärke

Der Suzuki Swift Sport hat nun fünf Türen. Fotos ▶
Der Suzuki Swift Sport hat nun fünf Türen. © Suzuki

Mit dem Suzuki Swift Sport kann man ausgesprochen flott unterwegs sein. 136 PS für einen Kleinwagen sorgen für gute Beschleunigungswerte. Nun wird er sogar als Fünftürer angeboten, was seinen Alltagsnutzen steigert.




Ein sportlicher Spaßspender war der stärkste Swift schon bisher. Ab Ende August bietet er auch deutlich mehr Alltagsnutzen. Dann ist der bisher nur dreitürige Suzuki Swift Sport wahlweise mit fünf Türen lieferbar. Nicht nur der Zugang zum kleinwagentypisch knapp geschnittenen Fond wird dadurch deutlich erleichtert, auch die Frontpassagiere profitieren in engen Parklücken durch die dann kürzeren und praktischeren vorderen Türen. Als Fünftürer kostet der von einem 100 kW/136 PS starken 1,6-Liter-Benziner befeuerte Swift Sport ab 19.790 Euro. Das entspricht einem Aufpreis von 800 Euro gegenüber dem Dreitürer, der durch eine muskulöse Optik mit Anklängen an den Mini Cooper zu gefallen weiß.

Aber auch der fünftürige Swift Sport setzt sich durch die bekannten Racing-Accessoires in Szene. Dazu gehören Speed-Insignien wie Spoiler, Seitenschürzen, dicke Auspuffrohre mit angedeutetem Diffussor und 17-Zoll-Aluräder.


Lücken im Zubehörkatalog

Auf den ersten Blick außergewöhnlich beim Swift Sport ist die All-Inclusive-Politik in der Preisliste. Sogar Audiosystem, Tempomat, schlüsselloses Zugangssystem und Metallic-Lackierung sind im Preis eingeschlossen, erst bei genauem Hinsehen fällt auf, dass einige Positionen doch fehlen und über eine Zubehörliste bestellt werden müssen. Dazu zählt etwa die Rückfahrkamera. Völlige Fehlanzeige ist bei innovativen elektronischen Assistenzsystemen gegeben und auch ein Navigationssystem gibt es nur auf Anfrage direkt vom Suzuki-Händler.

Das Cockpit des Suzuki Swift Sport
Das Cockpit des Suzuki Swift Sport © Suzuki

Dafür ist der sportlichste Swift in der Anschaffung erschwinglicher als alle vergleichbar starken drei- oder fünftürigen Rivalen wie Citroen DS3, Ford Fiesta, Mini Cooper, Renault Clio oder Seat Ibiza. Etwas anders fällt der Kostenvergleich beim Verbrauch aus. Hier setzt der Japaner mit einem Normverbrauch von 6,4 Litern auf 100 Kilometer keine Maßstäbe. Im Gegenteil: Sogar Europäer der größeren 150-PS-Liga bescheiden sich bereits mit Werten unterhalb der Sechs-Liter-Marke.

Swift Sport mit hohem Verbrauch

Wie leider allgemein üblich lässt sich auch der Normwert des Suzuki im Alltag kaum erreichen. Sieben bis acht Liter sind eher Realität, zumal der Vierzylinder nach Drehzahlen geradezu giert. Wie ein Sportmotor alter Schule, entfacht der Vierventiler erst oberhalb von 4.000 Touren einen Schub, der den Swift vom harmlosen Cityflitzer zum heißen Kurvenstürmer mit Suchtpotential mutieren lässt. Dann ist es beeindruckend, wie wendig, sicher und zielgenau das gerade einmal 3,89 Meter lange Spaßgerät durch Biegungen zieht. Bis zum Eingriff des ESP gibt der kleine Kraftprotz seinem Piloten das beruhigende Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Wozu die präzise Lenkung ebenso ihren Beitrag leistet wie die straffe, aber nicht unkomfortable Fahrwerksabstimmung. Es sei denn, die Swift-Besatzung stört sich an den Erschütterungen, die das Sportfahrwerk auf schlechten Straßen in den Innenraum weitergibt.

Freude bereitet auch das gut abgestimmte Sechsgang-Getriebe, allerdings fallen die Schaltvorgänge etwas knochig aus. Und fleißig schalten muss der Suzuki-Pilot angesichts der drehzahlhungrigen Motorcharakteristik. Wer auf längeren, schnellen Strecken entspannt dahingleiten möchte, wird sich über eine erträgliche Geräuschkulisse freuen, die es beim Swift Sport erst seit dieser, vor zwei Jahren eingeführten Generation gibt. Gut gelungen sind zudem die Gestaltung und Platzierung aller Bedienelemente im Cockpit, das angenehm aufgeräumt wirkt. Noch immer etwas Nachbesserungsbedarf gibt es bei den im Interieur verwendeten Plastikmaterialien, die teils wenig hochwertig sind.

Handlichkeit ist Trumpf

Das Heck des Suzuki Swift
Das Heck des Suzuki Swift © Suzuki

Im Stadtverkehr, der eigentlichen Heimat aller Minis, macht der Swift Sport Freude wie eine in die Umlaufbahn geschossene Flipperkugel. Denn daran erinnert die Handlichkeit des 1,70 Meter schmalen, wieselflinken Kleinen, der andererseits als Fünftürer auf kurzen Strecken bis zu vier Erwachsene brav mit akzeptablem Komfort von A nach B befördert. Schade ist nur das miniaturhafte Gepäckabteil mit gerade einmal 211 Liter Volumen. Sogar mit umgelegter Rücksitzlehne – leider nicht geteilt klappbar – bleibt es bei vergleichsweise bescheidenen 892 Liter Volumen. Dafür lässt sich der übersichtliche Japaner nicht nur auf dem großen Supermarktparkplatz unproblematisch einparken, sondern auch in engsten Altstadtgassen.

Er ist eine ehrliche kleine Knallbüchse mit noch genügend Nutzwert und genau das macht den Swift Sport so sympathisch. Zu überschaubaren Preisen bereitet der Suzuki mehr Vergnügen als manche, weit kostspieligere Europäer. Da fällt es dem Swift-Fahrer leicht, mit einem fröhlichen Grinsen über kleine Defizite hinwegzusehen. (SP-X)






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