30. Januar 2014

Fahrbericht Rustikaler Charme statt Lifestyle Subaru Forester: Eigener Weg

Der Subaru Forester verrichtet seine Arbeit recht unauffällig.
Der Subaru Forester verrichtet seine Arbeit recht unauffällig. © Subaru

Dem Subaru Forester geht es auch nach seiner Runderneuerung nicht um ein strahlendes Design. Der Mix aus Kombi und SUV beeindruckt mit seinem unverändert rustikalen Charme.




Autos, die auffallen, sind en vogue. Ganz besonders, wenn sie im Designerdress eines extravaganten SUV vorfahren. So betrachtet fährt der erst letztes Jahr runderneuerte Subaru Forester am Zeitgeist vorbei. Vollkommen unaufgeregt und sachlich präsentiert sich der 4,60 Meter lange Fünftürer in Formen, die deutlich mehr an ein praktisches Kombikleid erinnern als an einen stylishen SUV.


Seriöser Auftritt des Subaru Forester

Aber genau in diesem seriösen Auftritt liegt seit jeher das Erfolgsgeheimnis des meistverkauften Modells der japanischen Allradmarke. Der handliche 1,73 Meter hohe und 1,79 Meter schmale Forester passt deshalb in jede Parklücke auch bei besonders niedrig gebauten Tiefgaragen und quetscht sich auf Abruf als Waldläufer durch enge Forstpfade.

Letzteres erleichtert der serienmäßige Allradantrieb. Die Preisliste für den Forester beginnt bei 28.900 Euro mit 110 kW/150 PS leistendem 2,0-Liter-Benziner, bei 39.900 Euro in Kombination mit 177 kW/240 PS starkem Turbo-Benziner und bei 31.200 Euro für den 108 kW/147 PS kräftigen Diesel. Wobei die Kombination aus Selbstzünder und pragmatischem Allrad-Arbeiter besonders verlockend ist, wie auch die meisten Forester-Käufer entscheiden.

Fünf Jahre Garantie für Subaru Forester

Derzeit keine Wahl gibt es beim Getriebe, wer einen Diesel will – den Subaru speziell für die europäischen Kunden entwickelte – muss vorerst mit einer manuellen Sechsgangschaltung vorlieb nehmen. Noch 2014 wird Subaru den Diesel mit stufenloser CVT-Automatik ins Angebot aufnehmen. Dafür zählt der weltweit erste und bislang einzige 2,0-Liter-Diesel in Boxer-Bauweise im Wettbewerbsumfeld zu den kostengünstigen Angeboten.

Deutlich preiswerter sind nur Hyundai ix35 und Kia Sportage - dann aber mit weniger Leistung – sowie Ford Kuga und Honda CR-V. Alle anderen der über zehn Konkurrenten wie Toyota RAV4, Volkswagen Tiguan oder aber Kombis in SUV-Optik der Art eines Passat Alltrack bewegen sich preislich mindestens auf Augenhöhe oder weit oberhalb des Forester. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass Subaru fünf Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie gewährt.

Subaru Forester mit rustikalem Charme

Das Cockpit des Subaru Forester ist praktisch angelegt
Das Cockpit des Subaru Forester ist praktisch angelegt © Subaru

So mancher modebewusster SUV-Fan anderer Marken wird wahrscheinlich schon nach der ersten Probefahrt mit einem Forester auf Distanz zu dem Allradler gehen. Denn bereits beim Einsteigen beeindruckt der Hochsitzer mit unverblümt rustikalem Charme durch strapazierfähige und abwaschbare, aber doch hochwertige Interieurmaterialien. Hinzu kommen praktische, robust geformte Ablagen und gediegene Farben, die es etwas an Fröhlichkeit fehlen lassen. Er ist eben ein ehrlicher Charakter, der Forester. Ein kräftiger Crossover mit überraschend ruhig laufendem Boxer-Diesel, dem Schlamm und Staub auf dem Lack scheinbar ebenso wenig kümmert wie schmutzige Kinderstiefel auf den Polstern.

Mit genügend Platz vorn wie hinten für bis zu fünf Passagiere und einem gut nutzbaren Kofferraumvolumen von 505 bis 1.577 Liter. Keine Bestwerte, aber in den meisten Fällen ausreichend. Dazu gibt es eine elektrische Heckklappe und außergewöhnliche Zubehöroptionen wie Waffenfach und Wildwanne. Und auch ein Gespann-Stabilisierungssystem, wenn Wohnwagen oder Bootstrailer von bis zu zwei Tonnen Gewicht gezogen werden sollen.

Subaru Forester leise und sparsam

Seitenwind bringt den Subaru Forester nicht aus der Ruhe
Seitenwind bringt den Subaru Forester nicht aus der Ruhe © Subaru

Ansonsten herrscht im Subaru bei vielen heute verbreiteten Assistenzsystemen leider Fehlanzeige, etwa für Totwinkel, Müdigkeit oder automatische Notbremsung. Was der SUV mit Offroad-Ambitionen jedoch durch Features wie Berganfahr- und Abfahrhelfer auszugleichen versucht. Wer auf längeren, schnellen Strecken entspannt dahingleiten möchte, wird sich über eine niedrige Geräuschkulisse freuen, die in dieser Fahrzeugklasse leider immer noch nicht selbstverständlich ist.

Mit einem Normverbrauch von 5,7 Litern Diesel auf 100 Kilometer – bei unseren Testfahrten bei winterlicher Witterung waren es um 6,5 Liter – zählt der Forester überdies zu den sparsamsten Allradlern seiner Leistungsliga. Zumal der mit 350 Nm ab 1600 Touren genügend drehmomentstarke und überraschend drehfreudige Vierzylinder den Diesel oft genug vergessen lässt und eher an einen Benziner erinnert.

Subaru Forester mit starkem Auftritt im Gelände

Der Subaru Forester kann auch Gelände
Der Subaru Forester kann auch Gelände © Subaru

Auf Autobahnen zieht der Forester bis zur Vmax von 190 km/h spurtreu seine Bahn, lässt sich auch durch heftigeren Seitenwind kaum aus der Ruhe bringen. Nur der eingeschränkte Abrollkomfort verrät das Gelände als bevorzugte Domäne des SUV. Gleiches gilt für schnelle Passagen durch Kurvengeschlängel, die zwar möglich sind, dem Forester aber ebenfalls nicht wirklich liegen.

Aber was soll's? Der Forester Diesel ist übersichtlich, geräumig, zuverlässig und günstig im Kostenkapitel. Das ist es doch, was Kompakt-SUV- oder Kombi-Käufern eigentlich am wichtigsten sein sollte. (SP-X)






Mehr zur Marke Subaru

Zweite Generation des CrossoversSubaru XV übt Verzicht auf Dieselmotor

Im November führt Subaru die zweite Generation des XV in den deutschen Markt ein. Die Allrad-Spezialisten aus Japan beschreiten dabei neue Wege.


Weiterhin 300 PS LeistungSubaru WRX STi: Auffrischung für den Kultsportler

Subaru hat den WRX STi einem Facelift unterzogen. Der Kultsportler kommt nun mit einem frischeren Layout daher. Auch im Innenraum wurde Hand angelegt.


Marktstart 2018Neuer Subaru Impreza feiert Europapremiere auf IAA

In den USA und Japan ist der Subaru Impreza bereits zu haben. In Europa feiert das Modell seine Premiere auf der IAA im September. Der Markstart des Allradsportlers wird für kommendes Jahr erwartet.



Mehr aus dem Ressort

Renault feiert Pickup-Premiere mit dem Alaskan
Abkömmling des Nissan NavaraRenault Alaskan: Klonereien im Gelände

Renault steigt mit dem Alaskan ins Pickup-Segment ein. Der Lastenesel beschreitet dabei den Weg, der beim Volkswagen-Konzern seit Jahren an der Tagesordnung ist.


Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.