7. Januar 2014

Fahrbericht Van mit Platz für sieben Seat Alhambra: Der Familien-Versteher

Der Seat Alhambra bietet viel Auto fürs Geld.
Der Seat Alhambra bietet viel Auto fürs Geld. © Seat

Der Seat Alhambra bietet alles, was Familien brauchen: viel Platz, eine hohe Flexibilität und einen schier unendlich großen Kofferraum. Und selbst sportlich orientierte Fahrer können sich mit ihm anfreunden, wenn sie sich für die richtige Motorisierung entschieden haben.




Von Frank Mertens

Sie brauchen Platz, viel Platz? Sie suchen ein Auto, mit dem sie auch im Alltag selbst in einer Großstadt wie Berlin trotz seiner Abmessungen noch unproblematisch unterwegs sein können, ohne dass Gefühl zu haben, mit einem unhandlichen Kleintransporter unterwegs zu sein? Ein Widerspruch? Nein!

Der Seat Alhambra, die spanische Schwester und kostengünstige Alternative zum VW Sharan, bietet seinem Fahrer das Beste aus zwei Welten: Platz für bis zu sieben Personen und ein Fahrverhalten, dass nur wenige Wünsche offen läßt. Dabei vermittelt der 4,85 Meter lange, 1,90 Meter breite und 1,72 Meter hohe Seat Alhambra bei der ersten Begegnung einen ganz anderen, einen leicht respekteinflößenden Eindruck. Nämlich den eines großen, eines für die tägliche Fahrt zu großen Fahrzeuges. "Wie soll ich den bloß schadlos durch die engen Seitenstraßen in unserem Kiez in Berlin bugsieren, geschweige denn einen Parkplatz finden", war dann auch der erste Gedanke beim Anblick des Spaniers.


Optional sieben Sitze

Doch diese Bedenken sind schnell verflogen, wenn man erst einmal die ersten Kilometer in diesem Familien-Van zurückgelegt hat. Der Alhambra fährt sich trotz seiner Abmessungen überraschend leicht. Das liegt nicht nur an einer gut abgestimmten und direkt ansprechenden Lenkung, sondern auch an seinen riesigen Glasflächen, die eine gute Rundumsicht bieten. Alle Bedenkenträger können beruhigt sein: dieses Auto ist nicht nur etwas für die Fahrt in den Urlaub, sondern auch für den Alltag, wenn man sich nicht einen kleineren Zweitwagen leisten kann oder mag.

Das Cockpit des Alhambra
Das Cockpit des Alhambra © Seat

Wer im Alhambra Platz nimmt, wird zunächst einmal überrascht davon, wie viel Platz der Innenraum bietet: Fahrer und Beifahrer können es sich dabei ebenso bequem machen wie die Passagiere in der zweiten Sitzreihe, die dort auf drei Einzelsitzen Platz nehmen können. Selbst Großgewachsene jenseits der 1,80 Meter können hier auf den leicht erhöhten Sitzen (sie ermöglichen eine gute Sicht über Fahrer und Beifahrer) kommod sitzen. Wer möchte, der kann aus dem Fünf- gegen einen Aufpreis von 770 Euro auch einen Siebensitzer machen und eine dritte Sitzreihe ordern. Der Einstieg in den Fond vollzieht sich dabei dank der Schiebetüren (gerade sie lernt man in der Stadt zu schätzen) sehr unproblematisch und vor allem bequem. Zugleich wartet der Alhambra mit nützlichen Nettigkeiten wie nicht einsehbaren Stauraumfächern hinter den Vordersitzen auf.

Wer sich für einen Familien-Van wie den Alhambra interessiert, der sucht natürlich nicht nur Platz für die Mitreisenden, sondern vor allem auch für das Gepäck. Er wird nicht enttäuscht: Es stehen mindestens 809 Liter zur Verfügung, bei umgelegter Rückbank sind es bei dachhoher Beladung sogar 1339 Liter. Das dürfte eine fünfköpfige Familie bei der Fahrt in den Urlaub vor nur geringe Probleme stellen, ob denn nun auch wirklich das ganze Gepäck mit kann. Über die Verarbeitungsqualität im Innenraum braucht man nicht viele Worte verlieren: sie ist wertig, vermittelt eine Wohlfühlatmosphäre und gibt damit keinen Anlass zur Kritik.

Durchaus sportliche Fahrleistungen

Der Kofferraum bietet Platz ohne Ende
Der Kofferraum bietet Platz ohne Ende © Seat

Bei den Testfahrten in dem von uns getesteten 2.0 TDI mit 177 PS mit manuellem Sechsganggetriebe hinterließ diese Motor-Getriebe-Kombination einen sehr guten Eindruck. Es gibt den Zweiliter-Diesel zwar auch mit 115 oder 140 PS, doch Fahrer mit einem Hang zum Sportlichen sollten nicht lange überlegen und sich für diese Variante entscheiden, die ein maximales Drehmoment von 380 Nm offeriert. So unterwegs beschleunigt der immerhin fast 1,8 Tonnen schwere Alhambra in 9,3 Sekunden auf Tempo 100 und die Spitzengeschwindigkeit ist bei vollkommen ausreichenden 208 km/h erreicht.

Und der Verbrauch? Er wird mit 5,8 Litern auf 100 Kilometern angegeben. Dieser Wert wurde bei den Testfahrten indes verpasst. Hier lag er im kombinierten Verbrauch bei trotzdem noch sehr guten 6,4 Litern. Serienmäßig war unser Testwagen übrigens mit einem Sprit sparenden Start-Stopp-System unterwegs.

Rückfahrkamera ein Muss

Zwar bietet der Alhambra eine gute Rundumsicht. Doch auf eine Rückfahrkamera sollte man nicht verzichten. Sie erleichtert das Einparken deutlich und lässt einen diesen Trumm von Auto zentimetergenau Einparken, wenn man diese Aufgabe nicht dem optional erhältlichen Einparkassistenten überlassen will. Die Rückfahrkamera ist übrigens Bestandteil des 1090 Euro teuren Technikpakets, das zudem über ein Navigationsgerät und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung verfügt. Diese Investition sollte einem das gute Gefühl beim Einparken und das vermeiden teurer Parkschäden wert sein.

Der Alhambra bringt es auf eine beachtliche Länge
Der Alhambra bringt es auf eine beachtliche Länge © Seat

Womit man beim Geld wäre – und da endet leider ein wenig der Spaß. Unser Testwagen beginnt mit dieser Motorisierung bei 35.090 Euro. Mit einer Vielzahl von Sonderausstattungen wie einem Spurhalteassistenten, elektrisch verstellbaren Fahrer- und Beifahrersitzen, einem unbedingt zu empfehlenden Panoramaglasdach und einer Klimaanlage mit Standheizung werden schnell 44.000 Euro fällig. Das ist viel Geld. Dafür bekommt man dann jedoch auch ein überzeugendes Auto, mit dem man sich auch in der Stadt richtig wohl fühlen kann.






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