8. Dezember 2016

Fahrbericht Bis zu 400 Kilometer mit einer Ladung Renault Zoe Z.E. 40: Vorübergehender Reichweiten-Champion

Renault hat die Reichweite des Zoe stark erweitert. Fotos ▶
Renault hat die Reichweite des Zoe stark erweitert. © Renault

Renault hat dem Zoe eine leistungsstärkere Batterie eingepflanzt. Mit dem neuen Akku nimmt das Elektroauto aus Frankreich jegliche Reichweitenängste.




Von Thomas Flehmer

Die seit Juli existierende Elektroprämie hat die eigentliche Zielgruppe noch nicht erreicht. Trotz der Beisteuerung von 4000 Euro beim Kauf eines Elektroautos sind die eh noch kleinen Verkaufszahlen rückläufig. So kauften im November lediglich 1231 Autofahrer ein reines Elektrofahrzeug – 10,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, in dem es noch keine Prämie gab.

Neben der immer noch lückenhaften Infrastruktur gilt die fehlende Reichweite als Hauptargument gegen den Kauf eines rein batteriebetriebenen Autos. Renault ist dabei, mit dem neuen Zoe dieses Argument zu entkräften.


Renault Zoe mit stärkerer Batterie

War der 4,08 Meter lange Kleinwagen, der 2012 sein Debüt gab, bisher nur mit einer 22 kWh starken Batterie ausgestattet, die eine Reichweite von höchstens 240 Kilometern theoretisch ermöglichte, so haben die Franzosen nun einen 41 kWh starken Akku verbaut, mit dem nach dem offiziellen Messzyklus 400 Kilometer möglich sein sollen.

Renault selbst spricht davon, dass 300 Kilometer im realen Alltag mit einer Ladung möglich seien. Nach den ersten Testkilometern erscheint diese Angabe durchaus möglich. Im Stadtverkehr und auf zum Teil bergigen Landstraßen mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Stundenkilometern nahmen die gefahrenen Kilometer fast kongruent in dem Maße zu wie die Reichweitenkilometer abnahmen - und 291 Kilometer waren beim Einstieg auf der Uhr.

Natürlich schwanden die Kilometer bergauf sehr viel schneller. Doch auf der Talfahrt konnte die Reichweite durch Energierückgewinnung (Rekuperation) auch schnell wieder aufgestockt werden. Allerdings hängt - wie bei den Verbrennungsmotoren - auch der Verbrauch bei Elektroautos von demjenigen ab, der hinter dem Steuer thront.

Innovative Klimatisierung des Renault Zoe

Der Renault Zoe ist das meist verkaufte Elektroauto in Europa
Der Renault Zoe ist das meist verkaufte Elektroauto in Europa © Renault

Fährt der Fahrer den 68 kW/92 PS starken Zoe vorausschauend und rekuperiert bereits bei der Anfahrt auf eine rote Ampel, sind die 300 Kilometer locker zu schaffen. Mit dem völlig neuen „Range Optimizer“ kann der Fahrer dabei auch einen gewissen Komfort genießen, der früher Reichweite gekostet hatte.

Wurde die Innenraumklimatisierung früher über die Kraft der Lithium-Ionen-Batterie gespeist, so so bezieht der neue Zoe seine Heiz- oder Kühlluft nach dem Prinzip einer Zwei-Kreis-Wärmepumpe. So wird die Umgebungsluft für die Klimatisierung benutzt und entlastet den Energiehaushalt des Akkus, sodass auch mehr als 300 Kilometer mit einer Ladung geschafft werden können.

Renault Zoe in 4,2 Sekunden auf Tempo 50

Der Renault Zoe überwindet eine psychologische Grenze
Der Renault Zoe überwindet eine psychologische Grenze © Renault

Ist der Fahrer eher darauf aus, dank der schnell bereitstehenden 200 Newtonmeter Drehmoment jeden Ampelstart innerhalb von 4,2 Sekunden von Null bis 50 km/h für sich zu entscheiden, werden die 300 Kilometer, die Renault als „psychologische Grenze“ bezeichnet, schwer zu schaffen sein.

Auch die Fahrten über die Höchstgeschwindigkeit von 135 Stundenkilometern lassen die Reichweite schmelzen wie die Butter in der Sonne. 50 Kilometer Autobahn mit Geschwindigkeiten über 120 km/h kosteten 100 Kilometer Reichweite.

Natürlich ist die „Raserei“ nicht Sinn der Sache, trotzdem lockt auch der Zoe zum schnellen Fahren. Natürlich ist mit dem Moment des Anfahrens schon der erste Höhepunkt erreicht, doch das leise Vorankommen motiviert auch dazu, das rechte Pedal stärker herunter zu drücken.

Renault Zoe Z.E. 40 ab 24.900 Euro

Das Fahrwerk zeigt sich dabei gut austariert – nicht zu hart nicht zu weich agiert der elektrische Franzose. Die Sitze sind gut konturiert und die Instrumente gut abzulesen – es sei denn, die Sonne scheint auf den Monitor, der neben dem Navi auch das bekannte R-Link beherbergt und so für die immer wichtiger zu werden scheinende Konnektivität sorgt. Dann kann auch das so genannte Z.E. Trip (Zero Emission) aktiviert werden, das dem Zoe den kürzesten Weg zur nächsten frei verfügbaren Ladesäule weist. Innerhalb von einer halben Stunde stehen 80 weitere Kilometer zur Verfügung. Mit der Kreditkarten-ähnlichen Z.E. Pass kann an 4000 von derzeit rund 8000 Ladepunkten in Deutschland ganz einfach und bequem der Strom abgerechnet werden. An einer heimischen Wallbox vergehen vier Stunden, bis der Zoe wieder aufgeladen ist.

Vor dem ersten Ladevorgang müssen 24.900 Euro für den Zoe Z.E. 40 investiert werden. Renault packt auf die Elektroprämie noch einen weiteren Tausender, sodass der Einstieg bei knapp unter 20.000 Euro beginnt. Hinzu kommen mindestens 69 Euro monatliche Mietkosten für die Batterie. Erstmals kann der Akku aber auch für weitere 8000 Euro käuflich erworben werden. Zudem können Zoe-Fahrer, die noch auf den alten Akku vertrauen, ab dem kommenden Frühjahr ein rund 3500 Euro teures Update auf die größere Batterie durchführen lassen und damit mehr Reichweite erzielen.

Das zur Zeit erfolgreichste Elektroauto in Europa und auch – sogar mit Abstand – in Deutschland setzt sich mit dem neuen Zoe Z.E. 40 auch die Krone der Reichweite auf. Allerdings droht dem Champion bald der zweite Platz, wenn Opel den Ampera-e mit mehr als 500 Kilometern in den Markt einführt. Doch sowohl der Opel als auch der Renault Zoe zeigen, dass die Reichweitenängste der Vergangenheit angehören und als Kritikpunkt nicht mehr angewendet werden können. Jetzt fehlt nur noch die richtige Infrastruktur auf dem Weg zur Elektromobilität.






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