1. Juli 2014

Fahrbericht ESP in Serie Renault Trafic: Büro auf Rädern

Der Renault Trafic glänzt mit pfiffgen Lösungen.
Der Renault Trafic glänzt mit pfiffgen Lösungen. © Renault

Die dritte Generation des Renault Trafic fährt Ende September an den Start. Der mit dem Opel Vivaro technisch baugleiche Franzose überzeugt wie der Rüsselsheimer Vertreter mit pfiffigen Detaillösungen.




Auf in die dritte Runde. Ende September startet die neue, dritte Generation des Renault Trafic. Der Transporter in der Gewichtsklasse bis 3 Tonnen wird wie gehabt als Kastenwagen, Doppelkabine, Combi oder als Fahrgestell mit Auf- und Umbau-Optionen angeboten. Ab Werk sind über 270 Varianten erhältlich. Der Einstiegspreis bleibt stabil, so dass der Kasten ab 22.130 Euro netto (26.335 Euro brutto) kostet. Die Serienausstattung wurde verbessert. Jetzt gehören ESP mit Berganfahrassistent, Bordcomputer sowie elektrische Fensterheber bereits zur Basisversion.


Renault Trafic um 21 Zentimeter gewachsen

Der Trafic steht je nach Karosserievariante in zwei Dachhöhen (1,97 und 2,46 Meter), zwei Radständen (3,10 und 3,50 Meter) sowie in zwei Innenraumhöhen (1,40 und ab Frühjahr 2015: 1,90 Meter) zur Wahl. Das Laderaumvolumen beträgt beim Kasten je nach Länge und Höhe 5,2 (L1, H1), 7,2 (L1, H2) und 8,6 (L2, H2) Kubikmeter, die Zuladung maximal 1,2 Tonnen.

Im Vergleich zum Vorgänger, der 2001 debütierte und in Zusammenarbeit mit dem etwa 1700 Euro teureren Opel (Vivaro) sowie Nissan (Primastar) entstanden war, hat der Trafic in der Länge um 21 Zentimeter zugelegt. Jetzt misst er in der Kurzvariante von Stoßstange zu Stoßstange fünf Meter, in der Langversion 5,40 Meter. Ein Teil des Längenzuwachses kommt der Front zugute. Hier mussten die verschärften Vorschriften für Fußgängersicherheit umgesetzt werden.

300 Liter mehr Volumen für Renault Trafic

Drei Europaletten finden im Renault Trafic Platz
Drei Europaletten finden im Renault Trafic Platz © Renault

Auf der praktischen Seite ergibt sich durch das Längenwachstum ein Zugewinn an Ladevolumen. In der H1-Variante steigt es um 200 Liter, in der H2-Version sogar um 300 Liter. Damit nicht genug. Der Laderaumboden konnte nun so gestaltet werden, dass bereits im kurzen Kasten drei Europaletten hintereinander Platz finden. Praktisch für Kunden, die bereits einen alten Trafic ihr Eigen nennen. Der Zuschnitt des Laderaums sowie die Schiebetür-Öffnungen bleiben gleich. Ausbauelemente können so einfach in den neuen Trafic übernommen werden.

Neu ist hingegen die Möglichkeit, lange Gegenstände einfach unter dem Beifahrersitz durchzuschieben. Durch eine Durchreiche zwischen Trennwand und Beifahrersitz können Gegenstände bis 3,75 Meter Länge im Frachtraum verstaut werden, bei der langen Ausführung steigt dieser Wert auf 4,15 Meter. Damit die Ladung nicht verrutscht, sind je nach je nach Ausstattung bis zu 18 Zurrösen zur leichteren Fixierung der Gegenstände an Bord. Ein spezieller Scharnier- und Schließmechanismus an den Hecktüren erlaubt zudem einen sicheren Transport von noch längerem Frachtgut bei geöffneter linker Tür. Die rechte Tür bleibt geschlossen, so dass das Kennzeichen weiter sichtbar ist.

Platz für Laptop im Cockpit des Renault Trafic

Im Renault Trafic kann auch gearbeitet werden.
Im Renault Trafic kann auch gearbeitet werden. © Renault

Doch die Franzosen wollen nicht nur mit pfiffigen Details beim Laden überzeugen. Sie möchten ihr Fahrzeug auch gerne als Büro auf Rädern sehen, in dem der Fahrer zwischendurch Schreibarbeiten erledigt, mit Chef und Kunden telefoniert und am besten immer online erreichbar ist. Für solche Arbeiten ist in einem Staufach in der Lehne des umgeklappten Beifahrersitzes Platz für einen Laptop. Aus dieser Lehne kann zudem ein Klemmbord herausgenommen und in eine Halterung fixiert werden. Halterungen für Smartphones oder Tablets sind genauso wie moderne Infotainmentsysteme erhältlich.

Immerhin: Nicht nur die Arbeitsleistung des Fahrers steht im Fokus, auch an seine Gesundheit und damit seine Arbeitsfähigkeit wurde gedacht. Das Cockpit ähnelt dem eines Pkw. Die Bedienung ist logisch, alle wichtigen Schalter liegen griffgünstig. Im Kampf gegen "Rücken" wurde zudem der Fahrersitz verbessert. Er lässt sich nun vielfach verstellen, außerdem kann das Lenkrad sowohl in der Tiefe als auch in der Höhe justiert werden. Zahlreiche Staufächer – darunter ein 54 Liter fassendes Fach unter der Beifahrerdoppelbank- helfen Ordnung zu halten. Ist der Kunde bereit in Extras zu investieren, stehen zum weiteren Wohlfühlen der Insassen unter anderem Klimaanlage, Lederlenkrad oder Chromverzierungen am Instrumententräger zur Wahl. Beifahrer- und Seitenairbags, Tempomat, Nebelscheinwerfer, Reifenluftdruck-Kontrollsystem oder eine Heckkamera zählen außerdem zu den verfügbaren Optionen.

Längere Wartungsintervalle beim Renault Trafic

Sparsame Motoren für Renault Trafic
Sparsame Motoren für Renault Trafic © Renault

Ebenfalls bedeutsam für die Kundschaft: Sparsame Motoren sowie die Wartungsintervalle. Letztere werden nun erst nach 40.000 Kilometer Laufleistung fällig. Für den Vortrieb stehen vier 1,6-Liter-Dieselaggregate, darunter zwei Bi-Turbo, zur Wahl. Diese neue Selbstzünder-Familie kommt unter anderem in der neuen Mercedes C-Klasse zum Einsatz. Ende des Jahres fährt der neue Renault Espace mit einem doppelaufgeladenen Turbo und 170 PS vor.

Das Leistungsspektrum beim Trafic reicht von 66 kW/90 PS bis 103 kW/140 PS. Sechsganggetriebe übertragen die Kraft an die Vorderräder. Die meisten Kunden werden sich wohl für den 85 kW/115 PS starken Selbstzünder entscheiden. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 168 km/h und verbraucht durchschnittlich 6,5 Liter (170 g/km). Bei ersten Testfahrten mit 420 Kilogramm Zuladung an Bord machte der Turbo keine schlechte Figur. Er agiert leise und mobilisiert 300 Nm bei niedrigen Drehzahlen von 1750 Umdrehungen.

Kunden, die öfter auf Autobahnen unterwegs sind und die Zuladungskapazitäten ausnutzen oder einen Anhänger nutzen wollen, sind vermutlich mit den leistungsstärkeren Bi-Turbos mit 88 kW/120 PS oder 103 kW/140 PS besser bedient. Der kleine Bi-Turbo ist übrigens das mit 5,9 Litern in der Kastenversion das sparsamstes Angebot in der Motorenpalette. Die Umstellung auf die Abgasnorm Euro 6 mit Hilfe von Additiven erfolgt für die Combi-Versionen im September 2015, für die anderen Varianten erst im September 2016. (SP-X)






Mehr zur Marke Renault

Unterschiede unter RealbedingungenBehörde wirft Renault Betrug bei Abgastests vor

Nach übereinstimmenden Medienberichten wirft die französische Anti-Betrugsbehörde dem Autobauer Renault „betrügerische Strategien“ bei Abgastests vor. Der Hersteller weist dies entschieden zurück.


Variabler KompaktvanRenault Scenic: Reife Jahrgänge

Der Renault Scenic hat sich im Laufe der Jahre zu einem pannensicheren Auto entwickelt. Besonders die jüngeren Jahrgänge der dritten Generation werden auch als Gebrauchte Freude bereiten.


In 3,2 Sekunden auf 100Renault Zoe E-Sport Concept: Auf den Spuren des Weltmeisters

Mit dem e.dams-Team gewann Renault im letzten Jahr die Formel E. Die Studie des Zoe übernimmt Anleihen aus der elektrischen Motorsportklasse – leider ohne Chance auf Verwirklichung.



Mehr aus dem Ressort

Der Kia Sorento Masterpiece kostet über 60.000 Euro
Auf 200 Exemplare limitiertes SUVKia Sorento Masterpiece: Das Meisterstück als Krönung

Mit dem Sorento nahm Kia in Europa Fahrt auf. Ganz klar, dass die Koreaner dem zum Imageträger avancierten Geländegänger ein besonderes Meisterstück widmen.


Mazda hat den CX-5 nur äußerlich scheinbar unverändert gelassen
Erstmals Zylinderabschaltung beim SUVMazda CX-5: Bestseller auf Golf-Wegen

Die zweite Generation des Mazda CX-5 hat sich auf den ersten Blick im Vergleich zur ersten Auflage nicht großartig verändert. Doch der unternehmenseigene Bestseller hat sich grundlegend gewandelt.


Suzuki schickt den Swift in die sechste Generation
Sechste Generation des KleinwagensSuzuki Swift: Beschwingt in Richtung Vierziger

Suzuki offeriert ab dem 13. Mai die sechste Generation des Swift. Dank einer Plattformdiät lässt sich der Kleinwagen nun viel agiler und sicherer über die Straßen bewegen.