11. Dezember 2015

Fahrbericht RS-Variante erst 2017 Renault Mégane GT: Blaue Sportstunde

Der Renault Megane GT verfügt über 205 PS.
Der Renault Megane GT verfügt über 205 PS. © Renault

Der neue Renault Mégane GT musste 15 PS abgeben. Dank der Allradlenkung aber verbreitet die sportliche Variante des Kompaktmodells viel Fahrfreude bei der Kurvenhatz.




Die vierte Generation des Renault Mégane hat zum Markstart Anfang März 2016 auch den leistungsstarken GT im Angebot. Dieser wartet in der Neuauflage mit 151 kW/205 PS auf und will mit Allradlenkung punkten. Zur besseren Differenzierung zum Fünftürer haben die französischen Designer ihrem „GTI“ eine sportlichere Optik spendiert. Der Mégane GT kostet ab 29.090 Euro.


Renault Mégane GT nur in "Iron-Blau"

Die GT-Interessenten müssen keine Angst haben, dass sie nicht erkannt werden. Für die einfachere Unterscheidung ist der Kühlergrill ganz in Schwarz gehalten und verfügt über einen Wabengrill. Dazu gibt es noch eine modifizierte Frontschürze. Die wie beim normalen Fünftürer prägnant in Szene gesetzte, c-förmige LED-Tagfahrlichtsignatur umrahmt hier Voll-LED-Scheinwerfer. Natürlich fehlen beim GT nicht die Doppelrohrauspuffanlage oder auffällige Leichtmetallfelgen. Serienmäßig sind 17-Zöller aufgezogen, 18-Zoll-Räder optional erhältlich. Als Alleinstellungsmerkmal wird das Fahrzeug ausschließlich in der Farbe „Iron-Blau“ ausgeliefert.

Im Inneren wartet Renault mit Sportsitzen inklusive integrierter Kopfstützen, Sportpedale, Lederlenkrad mit Aluminiumschaltwippen sowie Aluminium-Zierrat auf. Das Cockpit wird wie beim klassischen Fünftürer von dem großen Touchscreen dominiert. Dieser ist das Bedienfeld für das Multimediasystem R-Link 2. Per Wischen und „Touchen“ steuert man Navigation, Telefon, Fahrerassistenten und Komfortfunktionen an. Die Bedienung verlangt ein wenig Beschäftigung mit der Logik des Systems, um auch wirklich alle Möglichkeiten der Nutzung umsetzen zu können.

Individuelle Vorlieben einstellbar

Über den Touchscreen werden die individuellen Präferenzen eingestellt
Über den Touchscreen werden die individuellen Präferenzen eingestellt © Renault

Wer gerne seine individuellen Fahreinstellungspräferenzen abspeichern möchte, kann dies tun. Das System hält nicht nur drei Fahrmodi bereit (Sport, Comfort und Neutral), es ermöglicht auch persönliche Vorlieben wie zum Bespiel den Lenkwiderstand oder das Ansprechverhalten des elektronischen Gaspedals zu personalisieren. Steuert man die angebotenen Fahrmodi an, wechselt auch die Instrumentengrafik entsprechend.

Artgerechte Einstellung für den GT ist natürlich die Sportvariante. Hier sind alle Parameter für eine dynamische Betätigung geschärft und die Instrumentenanzeigen leuchten rot auf. Es kann losgehen. Unter der Motorhaube werkelt der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 151 kW/205 PS. Das sind 15 PS weniger als beim Vorgängermodell; mit dieser Leistung muss sich der Franzose hinter VW Golf GTI (162 kW/220 PS), Ford Focus ST (184 kW/250 PS) oder Skoda Octavia RS (162 kW/220 PS) einordnen und liegt jetzt auf dem Niveau von Peugeot 308 GT (151 kW/205 PS) und Kia Ceed GT (150 kW/204 PS).

Mit Allradlenkung in die Kurve

Der Renault Mégane GT ist mit einer Launch Control bestückt
Der Renault Mégane GT ist mit einer Launch Control bestückt © Renault

Der kleine Turbo, der auch im großen Van Espacezum Einsatz kommt, ist an ein Siebengang-DSG gekoppelt. Ein leichter Tritt aufs Gaspedal und der GT spurtet los. Wer will, kann auch die Launch Control aktivieren: Sie übernimmt die Kraftverteilung bei Vollgasstarten, so dass die Räder nicht durchdrehen. Allerdings ist diese Einstellung im alltäglichen Straßenverkehr eher unpassend. Die Gangwechsel erfolgen schnell, die Lenkung reagiert direkt und als kleines Extra hört darf man sich an den Motorengeräuschen erfreuen. Der Standardspurt gelingt in 7,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht.

Dank der Allradlenkung machen enge Kurvenfahrten besonders viel Spaß. Die Hinterräder lenken bis Tempo 80 entgegengesetzt zu den vorderen, das reduziert nicht nur den Wendekreis, sondern ermöglicht auch, Kehren eng und präzise zu nehmen. Sind keine Kurven vorhanden, kann man dies auch in Verkehrskreisel testen.

Renault Mégane GT voll alltagstauglich

Der Renault Mégane GT ist um 6,5 Zentimeter gewachsen
Der Renault Mégane GT ist um 6,5 Zentimeter gewachsen © Renault

Ähnlich wie der Golf GTI lässt sich der Mégane GT aber auch abseits der sportlichen Ambitionen bewegen. Im Comfort- oder Neutralmodus dürfte sich der Normverbrauch von sechs Litern am ehesten erreichen lassen.

Für die Alltagstauglichkeit sorgt auch das gute Platzangebot. Das Längenwachstum in der vierten Generation von 6,5 Zentimeter auf nun 4,36 Meter kommt den Insassen zugute. Sowohl die vorderen als auch die hinteren Passagiere können sich über verbesserte Platzverhältnisse freuen. Das Gepäckraumvolumen ist dagegen im Vergleich zum Vorgängermodell leicht um 21 Liter gesunken. Es beträgt aber immer noch 384 Liter. Klappt man die asymmetrisch geteilten Rückbanklehnen um, steigt der Wert auf 1247 Liter.

Wer lieber mehr Platz und Kofferraumvolumen sein eigen nennen möchte, muss bis Sommer 2016 warten. Die Kombiversion Grandtour wird auch als GT erhältlich sein. Außerdem hält noch ein 120 kW/165 PS starker Diesel Einzug in die GT-Versionen. Wer es allerdings so richtig krachen lassen möchte, muss sich noch gedulden. Eine RS-Variante mit mindestens 250 PS wird wohl erst 2018 vorfahren. (SP-X)






Mehr zur Marke Renault

Unterschiede unter RealbedingungenBehörde wirft Renault Betrug bei Abgastests vor

Nach übereinstimmenden Medienberichten wirft die französische Anti-Betrugsbehörde dem Autobauer Renault „betrügerische Strategien“ bei Abgastests vor. Der Hersteller weist dies entschieden zurück.


Variabler KompaktvanRenault Scenic: Reife Jahrgänge

Der Renault Scenic hat sich im Laufe der Jahre zu einem pannensicheren Auto entwickelt. Besonders die jüngeren Jahrgänge der dritten Generation werden auch als Gebrauchte Freude bereiten.


In 3,2 Sekunden auf 100Renault Zoe E-Sport Concept: Auf den Spuren des Weltmeisters

Mit dem e.dams-Team gewann Renault im letzten Jahr die Formel E. Die Studie des Zoe übernimmt Anleihen aus der elektrischen Motorsportklasse – leider ohne Chance auf Verwirklichung.



Mehr aus dem Ressort

Der Kia Sorento Masterpiece kostet über 60.000 Euro
Auf 200 Exemplare limitiertes SUVKia Sorento Masterpiece: Das Meisterstück als Krönung

Mit dem Sorento nahm Kia in Europa Fahrt auf. Ganz klar, dass die Koreaner dem zum Imageträger avancierten Geländegänger ein besonderes Meisterstück widmen.


Mazda hat den CX-5 nur äußerlich scheinbar unverändert gelassen
Erstmals Zylinderabschaltung beim SUVMazda CX-5: Bestseller auf Golf-Wegen

Die zweite Generation des Mazda CX-5 hat sich auf den ersten Blick im Vergleich zur ersten Auflage nicht großartig verändert. Doch der unternehmenseigene Bestseller hat sich grundlegend gewandelt.


Suzuki schickt den Swift in die sechste Generation
Sechste Generation des KleinwagensSuzuki Swift: Beschwingt in Richtung Vierziger

Suzuki offeriert ab dem 13. Mai die sechste Generation des Swift. Dank einer Plattformdiät lässt sich der Kleinwagen nun viel agiler und sicherer über die Straßen bewegen.