6. März 2017

Fahrbericht Crossover fährt am liebsten rückwärts Nissan X-Trail 360 Grad: Nicht nur für Hunde

Der Nissan X-Trail verbindet Alltag und Annehmlichkeit
Der Nissan X-Trail verbindet Alltag und Annehmlichkeit © AG/Flehmer

Der Nissan X-Trail ist vom einstigen Geländegänger zum praktischen Crossover avanciert. Mit ein paar Komfortelementen an Bord braucht zudem die Fahrt über den Boulevard nicht gescheut werden.




Von Thomas Flehmer

Nissan ist auf den Hund gekommen. In dieser Woche stellen die Japaner auf dem Autosalon in Genf den X-Trail 4Dogs vor – zu spät für den Fahrbericht in der Autogazette, denn der Testzeitraum für unseren Serien-X-Trail ist abgelaufen. Zu gern hätte der eigene Hund das von den Japanern im Kofferraum des Concept Cars eingerichtete Paradies für Hunde, das über eine ausziehbare Rampe für die Vierbeiner erreichbar ist, gründlich untersucht.

Im Kofferraum hätten ein flauschiges Körbchen sowie ein kleiner Fressnapf und Spielzeuge, die in einem speziellen Fach im Kofferraumunterboden untergebracht werden, benutzt werden können. Im Vergleich mit dem X-Trail 4Dogs macht das Ikea-Kinderparadies dann einen eher ärmlichen Eindruck. Aber leider kommt der X-Trail 4Dogs zu spät.


Keine Platzprobleme im Nissan X-Trail

Doch nicht nur als Concept Car verfügt der X-Trail auf seinen 4,64 Metern Länge über genügend Platz, um nicht nur Passagiere, sondern auch Hunde mitzunehmen. Sei es im Fußraum oder auf einer Decke auf den Sitzen, wo der treue Freund des Menschen dann angeschnallt transportiert wird. Natürlich stehen auch im X-Trail 360 Grad schon gute 550 Liter Kofferrauminhalt zur Verfügung, die nicht nur für Gepäck genutzt werden müssen.

Würde der Hund im Heckbereich Platz nehmen, hätten bis zu fünf Personen im Innenraum überhaupt keine Platzprobleme. Die gut konturierten Sitze mit traditionell ein wenig zu kurzer Sitzauflage bieten trotzdem einen guten Reisekomfort.

Assistent zum fairen Preis

Das Einparken wird zum Kinderspiel
Das Einparken wird zum Kinderspiel © AG/Flehmer

Fahrer und Beifahrer können sich über ein gut strukturiertes Cockpit freuen. Alle Instrumente sind gut ablesbar, das Display in der Mitte für die heutige Zeit etwas zu klein geraten. Trotzdem schaut der Fahrer besonders gerne drauf. Zwar kann er dann nicht – wie beim Concept Car 4Dogs - mit den im Kofferraum befindlichen Hunden per Monitor Kontakt aufnehmen, doch wird das Einparken selbst in noch so kleinen Lücken zum Kinderspiel.

Das Safety Shield-System zeigt aus der Vogelperspektive das Auto samt Umgebung auf dem Monitor, der Fahrer sieht die Randstreifen der Parkbucht und könnte auch mit abgedunkelten Scheiben einparken. Unachtsame Fußgänger, die den Einparkvorgang stören, werden optisch wie auch akustisch angezeigt, sodass Zusammenstöße vermieden werden. So macht Einparken Spaß – vor allem für den Aufpreis des Systems, zu dem auch noch Müdigkeitserkennung und Totwinkel-Assistent gehören, von sehr fairen 750 Euro.

Nissan X-Trail 1.6 dCi hält sich beim Durst zurück

Der X-Trail hat seine Ecken und Kanten verloren
Der X-Trail hat seine Ecken und Kanten verloren © Nissan

Doch der Fahrer – obwohl die Art des Einparkens einen gewissen Genuss darstellt – kann mit dem 1.6 dCi auch vorwärts vorankommen – und zwar recht flott. Mit den 96 kW/130 PS avanciert der immerhin 1,7 Tonnen schwere Crossover zwar nicht zum Sportler, doch elf Sekunden für den Spurt und eine Höchstgeschwindigkeit von 186 Stundenkilometern reichen vollkommen aus. Das Schöne dabei ist, dass auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen der Dieselmotor sich akustisch zurückhält.

Hinzu kommt, dass der Selbstzünder nicht allzu durstig ist. 7,4 Liter für die Autobahnfahrt in allen Geschwindigkeitsbereichen stellen einen guten Wert dar. In der Stadt benötigte der X-Trail 360 Grad einen Liter weniger und kam damit bis auf 0,1 Liter an den angegebenen Wert heran. Ein Grund dafür ist die gut funktionierende Stopp-Start-Automatik. Wie bei Nissan üblich leuchtet dann in Zeiten der Ruhe der aktuell eingesparte CO2-Wert auf. Es ist interessant zu sehen, wie die aufgeführte Grammzahl mit jedem Halt kontinuierlich zunimmt. Ein Motivationssystem gerade für jene, die mit dem Drücken des Startknopfs anschließend das spritsparende System deaktivieren, um auf der Fahrt nicht "genervt" zu werden.

Nissan X-Trail mit zuschaltbarem Allradantrieb

Das Concept Car 4Dogs bleibt ein Einzelstück
Das Concept Car 4Dogs bleibt ein Einzelstück © Nissan

Dabei agiert das Fahrwerk äußerst souverän. Dank zuschaltbarem Allradantrieb könnten selbst Unannehmlichkeiten wie Schnee und Eis ebenso gemeistert werden wie die Fahrt über unebenes Terrain. Nicht nur der Hund, auch die Insassen, können die Souveränität goutieren.

Allerdings erst, wenn zuvor 36.500 Euro für den X-Trail 360 Grad investiert wurden. Dann ist aber so ziemlich alles an Bord, was zur Verfügung steht. Wer auf die ein oder andere Annehmlichkeit verzichten kann, zahlt mindestens 32.200 für den X-Trail in der Acenta-Version – 750 Euro für das lohnende Safety Shield sollten aber immer bereitgehalten werden. Die Hundebesitzer sollten übrigens nicht auf den X-Trail 4Dogs warten. Das Showcar wird ein Einzelstück bleiben.






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