27. Juni 2013

Fahrbericht Elegant statt praktisch Nissan Note: Radikaler Imagewechsel

Der Nissan Note hat eine Verwandlung hingelegt.
Der Nissan Note hat eine Verwandlung hingelegt. © Nissan

Äußerlich hat sich der neue Nissan Note sehr stark vom biederen Vorgängermodell abgesetzt. Die praktischen Stärken sind aber der zweiten Generation erhalten geblieben.




Seinem bisher eher vanartigen Note hat Nissan einen jetzt einen recht radikalen Imagewechsel verordnet. Der ab Oktober in zweiter Generation antretende Kleinwagen ist nicht länger schon auf den ersten Blick als eher praktischer Geselle auszumachen. Statt reinem Raum-Design will er nun mit eleganteren Formen überzeugen. Außerdem haben die Japaner ein umfangreiches Technikpaket geschnürt. Ab 13.990 Euro kostet das neue Modell mit dem 59 kW/80 PS starken 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner. Eine Klimaanlage im Paket mit einem Radio-CD-System schlägt in der Basisversion mit 1600 Euro zu Buche.


NIssan Note mit gewisser Sportlichkeit

Optische Ähnlichkeiten mit dem Vorgänger-Modell sucht man vergebens. Der Note streckt sich zwar wie gehabt auf eine Länge von 4,10 Metern. Statt nüchterner, sachlicher Linien suggeriert die Formensprache aber nun mit gefälliger Front und auffälligem Heck eine gewisse Sportlichkeit und Modernität. Damit reiht sich der Japaner optisch in die Phalanx typischer neuer Kleinwagen mit Schrägheck ein und dürfte vor allen Dingen für Menschen interessant sein, denen der Micra zu viel Frauenauto und der Juke zu extravagant ist.

Für alle bisherigen Fans des Note: Das gute Raumnutzungskonzept ist geblieben. Trotz der im Vergleich zum Vorgänger leicht abgesenkten Dachhöhe punktet der Note mit viel Platz für Passagiere und Gepäck sowie durch praktische Details wie eine um 16 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rückbank oder einen variablen Ladeboden. Hat man diese aufpreispflichtigen Optionen an Bord (Serie für höchste Ausstattungsstufe) variiert das Gepäckvolumen von 411 bis maximal 2012 Liter. Für leichteres und bequemeres Einsteigen in den Fond lassen sich die hinteren Türen im Winkel von bis zu 90 Grad öffnen.

Assistenzsysteme für den Nissan Note

Bei der Gestaltung des Interieur hat Nissan aus den Erfahrungen mit dem Micra gelernt. Es gibt keine Kunststoffwüsten oder offensichtlich billiges Plastik, das den Blick des Betrachters erschaudern lässt. Die Materialauswahl geht in Ordnung, kleine Details erfreuen sogar. So sind die großen Bedienknöpfe für die Klimaanlage übersichtlich unterhalb des Displays rund um die zentrale Temperaturanzeige angeordnet. Die straff gespannten Sitze hinterließen auf ersten Testkilometern einen prima Eindruck.

In der höchsten Ausstattungsstufe Tekna hat Nissan ein Bündel von Assistenzsystemen geschnürt (1200 Euro Aufpreis für die mittlere Version). Eine am Heck montierte, sich selbst reinigende Weitwinkelkamera ermöglicht eine 360-Grad-Überwachung des Fahrzeugs und gibt ihre Informationen an elektronische Helfer weiter. So piepen und warnen dann ein Spurhalteassistent und Totwinkelwarner, wenn man die Fahrbahnmarkierung ohne Blinken überfährt beziehungsweise ein anderes, sich seitliches näherndes Fahrzeug zu übersehen scheint.

Ältere Zielgruppe für den Nissan Note

Das Cockpit des Nissan Note ist wertig ausgefallen
Das Cockpit des Nissan Note ist wertig ausgefallen © Nissan

Akustisch weniger anstrengend (aber man kann das Piepen zum Glück auch ausschalten) ist die dritte von der Weitwinkelkamera angebotene Option. Sie überwacht auch die vom Fahrer nur schlecht einsehbaren vorderen und hinteren Bereiche und zeigt bei Geschwindigkeiten von bis zu 8 km/h an, wenn sich dort etwas bewegt. Einfach per Kopfdruck die Kameraperspektive wählen, schon wird das Rückwärtsrangieren oder Ausparken sicherer.

Nissan macht sich offensichtlich auch keine Illusionen über den Altersdurchschnitt der Note-Käufer. Nicht die hippe, noch in den Nackenmuskeln bewegliche Käuferklientel ist Zielgruppe, sondern die Generation Gleitsichtbrille mit schon etwas steiferen Rückenwirbeln. Der bereits aus dem Qashqai bekannte Around View Monitor (AVM) hilft hier weiter. Mit Hilfe von vier Kameras projiziert er eine Rundumansicht des Fahrzeugs von oben, zeigt sie im Display und ermöglicht so ein leichteres Ein- und Ausparken.

Stopp-Start immer an Bord des Nissan Note

Für den Vortrieb stehen drei Aggregate zur Wahl. Das Gros der Bestellungen fällt wohl auf den 1,2-Liter-Dreizylinder mit 59 kW/80 PS. In Kombination mit dem zweiten Ausstattungsniveau, das unter anderem Klima, Musikanlage sowie 15-Zoll-Leichtmetallfelgen bietet, werden so mindestens 15.990 Euro fällig. Der kleine Dreizylinder kommt wie die stärkere 72 kW/98 PS-Kompressor-Version auch im Micra zum Einsatz. Beide Triebwerke müssen durch eifriges Schalten bei Drehmomentlaune gehalten werden. Wer aufs Selberschalten verzichten möchte, kann beim 98-PS-Motor alternativ ein CVT-Getriebe ordern. Als Normverbrauchswert gibt Nissan 4,7 beziehungsweise 4,3 Liter (Kompressor) an.

Für Vielfahrer empfiehlt sich der aus dem Nissan-Renault-Programm bekannte 1,5-Liter-Diesel mit 66 kW/90 PS. Der verfügt immerhin über 200 Nm Drehmoment, ist laufruhig und überzeugt mit zurückhaltenden Trinkmanieren. Nach ersten Testkilometern im streng kontrollierten Österreich zeigte der Bordcomputer nur 0,6 Liter mehr als die angegebene Norm von 3,6 Litern an. Alle Motoren sind aber lediglich an ein Fünfgang-Getriebe gekoppelt. Dafür ist ein Start-Stopp-System immer an Bord. Fazit: In seinem Segment reicht es für den Nissan zwar nicht für die absolute Spitzen-Note, aber das Klassenziel erreicht der Japaner souverän. (SP-X)






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