20. Februar 2015

Fahrbericht Schalter bevorzugt Nissan Juke Nismo RS: Geschärfte Polarisierung

Nissan hat den Juke Nismo RS noch einmal kräftig nachgeschärft.
Nissan hat den Juke Nismo RS noch einmal kräftig nachgeschärft. © Nissan

Die sportliche Abteilung von Nissan hat noch einmal nachgeschärft. Beim Juke Nismo RS wurde nicht nur die Motorenleistung angehoben.




Von Thomas Flehmer

Die Geschichte des Juke Nismo begann 2013 eigentlich etwas langweilig. Nur zehn PS mehr als die stärkste Serienversion spendierte die sportliche Abteilung von Nissan dem polarisierenden kleinen Crossover. Sicher sind 200 Pferdestärken für ein gerade mal 4,14 Meter langes und bis zu 1,4 Tonnen leichtes Auto mehr als genug, aber doch zu wenig, um mögliche Anhänger zu begeistern. Die Ablösung folgt zwei Jahre nach der Einführung mit der nachgeschärften Variante des Juke Nismo RS.


218 PS für den Nissan Juke Nismo RS als Fronttriebler

Nun verfügt der Fronttriebler über 218 PS, beim Allradler arbeiten vier Pferde weniger unter der Haube, was aber kaum spürbar ist, auch wenn der 2WD mit 7,0 Sekunden genau eine Sekunde weniger für den Sprint von Null auf 100 km/h benötigt. Was letztendlich für den kräftigeren Juke spricht, ist das manuelle Sechsgang-Getriebe, auch wenn es für manchen Sportliebhaber mittlerweile in diesen Breiten zur Old-School zählt, auch wenn vor nicht mal 15 Jahren in den Boliden Handschaltung sein musste.

Doch gerade im Juke verschafft sich das knackige Getriebe Vorteile. Die Gänge lassen sich schnell und knackig einlegen und sorgen so für den Extra-Pfiff Sportlichkeit. Das von 250 auf 280 Newtonmeter gesteigerte Drehmoment kann dabei die Kraft gemeinsam mit dem extra für den Fronttriebler installierten mechanischen Sperrdifferenzial an die Vorderräder übertragen.

Nissan Juke Nismo RS mit geglücktem Fahrwerks-Kompromiss

Die Xtronic raubt dem Nissan Juke Nismo RS ein wenig Sportlichkeit
Die Xtronic raubt dem Nissan Juke Nismo RS ein wenig Sportlichkeit © Nissan

Wer es trotz 214 PS eher etwas gemütlicher angehen lassen will, wählt den 4WD, der natürlich auf unwegsamen Terrains oder Schotterpisten seine Vorteile ausspielen kann. Der mit einer Xtronic ausgestattete Allradler klingt beim Sprint sehr angestrengt, was auch kein Wunder ist. Denn die Xtronic ist nichts anderes als das in Asien beliebte stufenlose CVT-Getriebe, das im Juke auch manuell in acht Einstellungen gefahren werden kann. Bei der Beschleunigung präsentiert sich der Motor sehr deutlich.

Zur Ehrenrettung muss gesagt werden, dass man aufgrund des angestrengt klingenden Motors fix überrascht ist, schnell in den km/h-Bereichen 60plus angekommen zu sein, was sich gerade im Stadtverkehr nicht immer als positiv auswirken kann. Zur Entscheidungsfindung zwischen Handschaltung und Xtronic trägt vielleicht er Preis bei. Der Allradler kostet mindestens 31.000 Euro, der Fronttriebler ist 2800 Euro günstiger.

Über Land vermitteln - egal ob Front- oder Allradantrieb - gestraffte Federn und Dämpfer sowie eine optimierte Lenkung ein weitaus besseres Handling als beim Vorgänger, was eine noch bessere Kontrolle über das Auto zur Folge hat. Dabei ist der Juke Nismo RS hart, aber nicht unkomfortabel ausgelegt. Den unsauber geflickten Asphalt spüren Fahrer und Beifahrer schon, aber es wirkt sich nicht störend oder körperlich schädigend aus. Dass Geschwindigkeiten bis zu 220 km/h mit dem Frontriebler und 200 km/h mit dem Allradler möglich sind, ist geschenkt, auch wenn der sportliche Juke seine Stärken auch auf der langen Strecke ausspielen kann.

Nissan Juke Nismo RS optisch stark aufpoliert

Das Cockpit des Nissan Juke Nismo RS ist voll auf Sport getrimmt.
Das Cockpit des Nissan Juke Nismo RS ist voll auf Sport getrimmt. © Nissan

So erreicht das Kofferraumvolumen mit 354 Litern fast schon Golf-Niveau und auch die Insassen müssen vom Platz her keine Abstriche machen. Dass hier Sportlichkeit Trumpf ist, sieht man am mit Alcantara bezogenen Lederlenkrad samt riesiger Nullstellung, damit auch noch der letzte Honk sieht, wann das Lenkrad in gerade Stellung steht. Ansonsten ist Carbon-Optik mit den serienmäßigen Einbauten verbunden, um sich von normalen Juke abzusetzen. Wer 1500 Euro über hat, kann sich zudem Recaro-Sportsitze installieren lassen, um den ansonsten schon gut ausgestatteten Juke Nismo RS noch zu toppen.

Äußerlich sind Optionen nicht mehr nötig, hier haben die Designer ganze Arbeit geleistet und das eh schon polarisierende Design kräftig aufgemotzt. Eine rote Signallinie, die sich auch an den Seiten fortsetzt, kennzeichnet die Front, deren Schürze überarbeitet und deren Scheinwerfer nun auch noch mit LED-Tagfahrlicht ausgestattet wurden. Der neue Dachspoiler kommt auch der Aerodynamik zu Gute. Dagegen sorgen rote Seitenspiegel, 18 Zoll Leichtmetallfegen sowie spezielle Seitenschweller und eine neue Heckschürze ebenso für den sportlichen Anspruch wie ein dickes Endrohr, das beim laut Nissan „stärksten Serien-Juke aller Zeiten“ einfach nicht fehlen dürfe. Von Langeweile spricht da keiner mehr.






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