15. November 2017

Fahrbericht Auf der Plattform des Outlander Mitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein © Mitsubishi

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.




Von Thomas Flehmer

Es gibt viel zu feiern derzeit bei Mitsubishi Motors. Die Autosparte des japanischen Konzernriesen begeht in diesem Jahr den hundertsten Geburtstag und wurde in die Allianz von Renault und Nissan eingegliedert, was dem kleinen Industrie-Ableger wichtige Synergien in der Zukunft einbringt. “Das ist das Beste, was uns passieren konnte”, sagt Helmut Bauer, Pressechef der deutschen Filiale von Mitsubishi.

Pünktlich zu den Feierlichkeiten steigen die Japaner in das stark wachsende Segment der SUV-Coupés ein. Der Eclipse Cross erinnert mit seinem Namen an die sportlichen Coupés der neunziger Jahre - damals ohne Cross-Zusatz. Doch von Vergangenheit ist bei dem 4,40 Meter langen Eclipse Cross, der die Lücke zwischen dem Plattformspender Outlander und dem ASX ausfüllt, nichts zu spüren. Im Gegenteil: Noch vor dem Marktstart in der dritten Januarwoche setzte das SUV-Coupé ein starkes Ausrufezeichen beim EuroNCAP mit besten Benotungen und der Höchstwertung von fünf Sternen. Also anstatt Verdunkelung oder Sonnenfinsternis, für das der Name Eclipse im Englischen steht, soll der Neue die Marke mit den drei Diamanten zum Strahlen bringen.


Ungewöhnliche Teilung der Heckscheibe

Auch das Design befeuert den futuristischen Gedanken - was bei japanischen Modellen nicht selten vorkommt. Während der Schlund an der Front durch seine Chromanbindugen in Spangenform recht martialisch die Design-DNA von Mitsubishi aufnimmt, macht besonders das Heck auf sich aufmerksam.

Die geteilte Heckscheibe, die auch schon bei Honda oder Toyota in ähnlicher Form zum Einsatz kam, sorgt nun beim Eclipse Cross für durchaus gewollte Polarisierungen. Verbunden mit der Lichtsignatur mit LED-Rückleuchten wird der Faktor zum Auffallen deutlich unterstrichen. Die geteilte Heckscheibe sorgt nicht nur für Außenstehende für Verwunderung, sondern bei der Premierenfahrt auch beim jeweiligen Fahrer, für den diese Form der Heckscheibenteilung ebenso ungewöhnlich ist. Nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung aber bemerkt der Fahrer, dass der Blick nach hinten recht gute Aussichten bietet.

Viel Platz im Mitsubishi Eclipse Cross

Wertig ist das Cockpit des Eclipse Cross ausgefallen
Wertig ist das Cockpit des Eclipse Cross ausgefallen © Mitsubishi

Auch der Blick in den Innenraum bietet Erfreuliches. Das Armaturenbrett ist übersichtlich angelegt. Chrom-Applikationen verleihen mehr als nur einen Hauch von Wertigkeit. Der in der Mitte angebrachte Touchscreen kann sogar über ein Touchpad gesteuert werden, um das für 400 Euro georderte Navi zu instruieren. Auch hier ist alles intuitiv steuerbar.

In den Sitzen können sich Fahrer und Beifahrer wohlfühlen, die Insassen auf der Rückbank müssen sich besonders bei Serpentinenfahrten festhalten oder die ausklappbare Mittellehne als Stopper einsetzen. Ansonsten haben die Personen hinten viel Platz, was vor allem an der um 20 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank liegt. Auch die Kopffreiheit ist trotz Coupé-Anmutung auch für größer gewachsene Insassen gegeben. Immerhin werden 1,69 Meter in der Höhe erreicht. Und die Personen im Fond können durch hintere Türen einsteigen. Die Variabilität der Rückbank sorgt auch für verschiebbare Räume im Kofferraum. Hier stehen zwischen 378 und 485 Litern zu Beginn bis zu 1159 Kompaktklassen taugliche Liter bei umgeklappter Rückbank zur Verfügung.

Völlig neuer Benziner für den Mitsubishi Eclipse Cross

Der Eclipse Cross ist eher Cruiser denn Sportler
Der Eclipse Cross ist eher Cruiser denn Sportler © Mitsubishi

Eine weitere Premiere erlebt der Eclipse Cross bei den Antrieben. Ein neu entwickelter 1,5 Liter großer Benziner treibt den nicht gerade leichten 1,5 Tonner an. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern verfügt der Eclipse Cross mit 120 kW/163 PS über zum Teil deutlich mehr Power. 250 Newtonmeter liegen zwischen 1800 und 4500 Umdrehungen an. Doch die zur Verfügung stehende Power verpufft beim Einsatz des 1600 Euro teuren CVT-Getriebes. Das stufenlose System röhrt bei der Beschleunigung durch die acht Gänge nicht ganz so nervend wie andere Fahrzeuge mit dieser Antriebsart, die sportlichen Attitüden verblassen aber trotz einer Sprintfähigkeit von 9,3 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Als Cruiser eignet sich der Crosser dafür um so mehr. Und wer es etwas sportlicher angehen lassen möchte, wählt das manuelle Sechsgang-Getriebe.

Auch das Fahrwerk ist eher aufs Cruisen ausgelegt. Die Dämpfer leiten dabei die Unebenheiten der Straße nicht ganz gedämpft weiter, auch die Lenkung wird durch die leichten Dämpfer beeinflusst und wirkt in großen Kurven nicht ganz direkt. Zutaten für eine Klientel, die weniger auf sportliche als auf komfortable Eigenschaften wie einem leichten Ein- und Ausstieg sowie Cruisen mit einem Schuss Dynamik Wert legt. Den Verbrauch gibt Mitsubishi mit 6,6 Litern an.

Im Laufe des nächsten Jahres soll noch der bekannte 2,2 Liter große Diesel den Eclipse Cross befeuern. Der Selbstzünder wird gerade auf die neuen Anforderungen eingestellt. Eine eigens entwickelte Achtgang-Wandlerautomatik kommt dann ins Spiel.

Mitsubishi Eclipse Cross ab 21.990 Euro

Somit bleibt dem Eclipse Cross 1.5 MIVEC Clear Tec zunächst die Rolle des Solo-Künstlers. Mit einem Einstiegspreis von 21.990 Euro befindet sich der neue Mitspieler im Kreise seiner Mitbewerber oder - trotz einer stärkeren Leistung - sogar noch darunter. Und bereits bei der Version Basis ist eine Klimaautomatik ebenso dabei wie LED-Tagfahrlicht oder Zentralverriegelung sowie die Fahrassistenzsysteme, durch die der Eclipse Cross auch seine EuroNCAP-Wertung erhielt.

Eine gut funktionierende Tempoautomatik mit Geschwindigkeitsbegrenzer sowie ein Auffahrwarnsystem mit Fußgängerschutz und Notfallbremsassistent gehören zur Serienausstattung. Auch Berganfahrhilfe, Fernlichtasssistent und Spurhalteassistent sind stets mit dabei. Die nächst höhere Ausstattungsvariante Plus beginnt bei 25.490 Euro. Die zum Marktstart angebotene Intro-Edition wird ab 28.990 Euro zunächst die meisten Abnehmer finden. Den Abschluss bildet die Top-Variante ab 30.990 Euro.

In Deutschland rechnet Mitsubishi damit, dass sich der Eclipse Cross zwischen dem Bestseller Space Star und dem ASX auf dem zweiten Rang einpendeln wird. 5000 Händlerbestellungen liegen bereits vor, sodass die Zeit der Feierlichkeiten auch im kommenden Jahr weiter gehen könnte. Das Zeug dazu hat der Eclipse Cross allemal.






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