29. April 2016

Fahrbericht Eine Million Roadster verkauft Mazda MX-5: Rückkehr und Neuanfang

Mazda hat den MX-5 schärfer designt
Mazda hat den MX-5 schärfer designt © Mazda

Mazda kehrt mit der vierten Generation des MX-5 zu den Wurzeln zurück. Der mit Abstand meist verkaufte Roadster der Welt drückt dabei aber nicht nur auf die Retro-Welle.




Der MX-5 ist everybodys darling: Man findet wohl keinen Besitzer, liest keinen Testbericht, der grundlegend Negatives über den kleinen Roadster äußert. Dazu passt die kürzlich veröffentlichte Mazda-Jubelmeldung, dass der Zweisitzer nun die 1-Million-Produktionsmarke geschafft hat. Nach 27 Jahren Bauzeit, was sich erstmal gar nicht so überragend anhört. Aber damit ist der MX-5 der mit Abstand meistverkaufte Roadster der Welt. Und das hat Gründe. Gründe, die man nach zwei Wochen Test sehr gut nachvollziehen kann.

Die vierte Generation des Japaners ist erst seit wenigen Monaten auf dem Markt. Und sie markiert sowohl einen Neuanfang, wie auch eine Rückkehr zum ersten, 1989 vorgestellten Modell. Denn der aktuelle MX-5 ist mit rund einer Tonne Leergewicht so leichtfüßig wie der Urahn. Aber die Japaner waren auch konsequent: War das Spaßmobil bisher von Generation zu Generation immer weiter gewachsen, ist er nun wieder kürzer (um ca. 10 Zentimeter) und enger geworden. Womit er, dass muss man leider konstatieren, für manchen Fan ein wenig zu spack geworden ist. Deutlich über 1,80 Meter und 80 Kilo Gesamtgewicht sollte man nicht unbedingt ins Fahrzeug einbringen.


Lohnenswerte 1500 Aufpreis für stärkeren Mazda MX-5

Dafür bringt der MX-5 den Fahrspaß auf ein nochmals höheres Niveau. Wer schon mal eine Version der ersten bis dritten Generation gefahren ist, könnte nun sagen: Das geht doch gar nicht. Da sagen wir: doch. Denn der Luftikus ist eben nicht nur so leicht wie bei seiner Geburt, er ist gleichzeitig natürlich viel besser motorisiert als früher, wo zu Beginn 115 PS reichen mussten. Der 2,0-Liter-Motor heute leistet 160 PS, hängt gut am Gas und verbreitet mit seinem sonoren Brummen gute Laune. Dabei ist er mit maximal 200 Newtonmetern kein Drehmomentmonster, muss vielmehr für echten Fahrspaß in den höheren Drehzahlregionen gehalten werden.

Auch 7,3 Sekunden für den Standardspurt oder 214 km/h Spitze sind für einen Sportwagen keine atemberaubenden Werte. Aber das ist ja gerade der Clou beim MX-5. Zusammen mit der immer noch kurz-knackigen Sechsgang-Schaltung, der präzisen Lenkung, der tiefen Sitzposition und dem sogar mit etwas Restkomfort gesegneten Fahrwerk ist großer Spaß garantiert. Man betet die nächste Kurve geradezu herbei. Übrigens: Sogar mit dem ebenfalls angebotenen kleineren 1,5-Liter-Benziner mit nur 131 PS klappt das. Wer aber die ausstattungsbereinigten 1500 Euro Mehrpreis zahlen kann, sollte das auch tun. Denn vor allem der größere Hubraum macht letztlich doch noch einen Unterschied.

Mazda MX-5 zeigt Ecken und Kanten

Der MX-5 macht auf italienisch
Der MX-5 macht auf italienisch © Mazda

Während es also bei Platzangebot – der Kofferraum wurde sogar um 20 Liter kleiner – und Gewicht wie früher zugeht, gehen die Japaner beim Design einen neuen Weg. Bisher machte der MX-5 eher auf nett und schlug in Sachen Optik eine Brücke zur britischen Roadster-Historie der 60er-Jahre. Bei der vierten Generation ist jetzt Schluss mit lieb, die Flächen sind glatter, der Japaner zeigt Ecken und Kanten und schaut ziemlich aggressiv aus zusammengekniffenen Scheinwerfer-Augen auf die Straße. Mit anderen Worten: Er sieht so aus, wie es sich Alfa-Fans eigentlich wünschen müssten. Vor allem, wenn er wie unser Testwagen in schickem Rot daherkommt.

Der MX-5 macht also ein wenig auf Italienisch, ist aber sonst ein typisch japanisches Produkt: tolle Qualität, durchdacht und praktisch. Deshalb muss auch an dieser Stelle das übliche Loblied aufs Verdeck angestimmt werden. Man weiß inzwischen: Der geübte Fahrer öffnet das Verdeck lässig und wirft es nach hinten, dauert keine 4 Sekunden. Fürs schließen einfach 3 Sekunden draufrechnen. Da kommt kein E-Verdeck mit. Aber das eh schon geniale System, wurde für die neue Generation nochmals verbessert. Es ist leichter und es springt einem nach Lösen des Hebels beim Verschließen nur sogar noch ein paar Zentimeter entgegen. Womit das Dach nun praktisch ohne jede Kraftanstrengung zu schließen ist. Das freut die Damen.

Fiat 124 Spider baugleich mit Mazda MX-5

Im Cockpit des MX-5 geht es beengter zu
Im Cockpit des MX-5 geht es beengter zu © Mazda

So lohnt es sich im MX-5 auch für wenige Kilometer – etwa von der Autobahnabfahrt bis nach Hause – das Dach nochmals zu öffnen. Eben weil es so schnell und leicht geht. Das gibt es nur beim Japaner.

Falsch: Das gibt es jetzt auch beim Italiener. Denn Fiat hat mit dem 124 Spider nun das mit dem MX-5 baugleiche, nur stärker motorisierte Modell auf den Markt gebracht. Japanisches Original im Italo-Look oder italienischer Roadster in Japan produziert? Diese eine Entscheidung muss der Roadster-Fan selbst treffen. (SP-X)






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