28. November 2016

Fahrbericht Kleiner Roadster mit 131 PS Mazda MX-5: Belmondo in Farbe

Der Mazda MX-5 bietet auch bei kühleren Temperaturen ein offenes Fahrerlebnis
Der Mazda MX-5 bietet auch bei kühleren Temperaturen ein offenes Fahrerlebnis © AG(Flehmer

Auch die vierte Generation des Mazda MX-5 nimmt seine Insassen immer noch auf mehrere Zeitreisen zugleich mit. Dabei reicht die kleinere Variante des leichten Zweisitzers vollkommen aus.




Von Thomas Flehmer

Die Erinnerungen an französische oder italienische Filme aus den 50er, 60er oder 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts tauchen immer wieder auf. Auch die vierte Generation des Mazda MX-5 entführt Fahrer und Beifahrer cineastisch in Gegenden um Nizza oder San Remo, in denen der Hauptdarsteller mit einem offenen Zweisitzer mit einer kleinen Kofferbrücke auf dem kleinen Kofferraum einer schönen Beifahrerin nicht nur die Gegend erklärt – am besten noch in Schwarz-Weiß.

Während zahlreiche Autos heutiger Zeit in Länge und Breite ihre Vorgänger überragen, bleibt der MX-5 in den Ausmaßen bescheiden, ist mit nunmehr 3,92 Metern sogar um zehn Zentimeter geschrumpft und scheint nur auf Jean-Paul Belmondo zu warten – diesmal natürlich in Farbe. Dabei hat der Zweisitzer sein einstmals eher freundliches Gesicht in einen schärferen Auftritt umgemünzt. Die LED-Scheinwerfer sind ebenso wie die Rückleuchten zu kleinen Schlitzen degradiert – und auch sonst hat das Kleid scharfe Kniffe erhalten, die das Roadster-Thema von der Cote d'Azur der 60er Jahre in die harte Urbanität der Gegenwart transferieren.


Enger Einstieg in den Mazda MX-5

Der Verzicht auf weitere Zentimeter in der Länge sorgt dafür, dass der Belmondo in Farbe nicht alle Gymnastikübungen aus der Schulzeit vergessen haben sollte. Denn der Einstieg ist schmal bemessen (mit offenem Verdeck geht es eindeutig leichter) und bereitet die Insassen schon darauf vor, was folgen wird. Denn auch im Innenraum geht es beengter zu.

Hier entführen das Infotainment-System mit dem sieben Zoll großen Display sowie die Bedienung über den Drehschalter die Insassen in die Gegenwart. Ansonsten ist der MX-5 recht puristisch ausgestattet – selbst ein Handschuhfach fehlt – und schiebt damit eher die Erinnerungen an Vergangenes an.

Mazda MX-5 mit kleinem Saugmotor

Per Hand wird das Dach des Mazda MX-5 traditionell geöffnet
Per Hand wird das Dach des Mazda MX-5 traditionell geöffnet © AG/Flehmer

Auch die Bedienung des Daches ist traditionell eine Reminiszenz. Kein Elektromotor übernimmt Öffnen und Schließen, sondern innerhalb weniger Sekunden ist der Zweisitzer per Handarbeit offen. Einmal die Sicherheitsvorkehrung gelöst und die Stoffmütze nach hinten geschoben – fertig. Die Sause kann beginnen.

Und auch hier kommt die Erinnerung schnell zurück. Denn der 1.5 Vierzylinder-Benziner ist noch ein Saugmotor alter Schule. Dabei reichen die 131 PS vollkommen aus, um einigermaßen agil und sportlich voranzukommen. Denn der Mazda bringt gerade mal eine Tonne auf die Waage. Die knackige Gangschaltung mit dem kleinen Hebel bereitet dabei aber Freude, zunächst allein schon optisch, später dann auch in der Praxis. Auch wenn damit nach 8,3 Sekunden Tempo 100 erreicht ist, muss der MX-5 bei den Drehzahlen bei Laune gehalten werden, um nicht in den niedertourigen Bereich zu fallen, es stehen halt auch nur 150 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung.

Preisgünstige Fahrten im Mazda MX-5

Trotzdem bietet die kleinere Motorisierung die harmonischere Variante im Vergleich zum 2.0 mit 160 PS, der rauher zupackt und mehr Sportwagen-Gefühle aufkommen lässt. Der Belmondo von heute freut sich über die kleine Maschine, mit der die Fahrt besonders in den Serpentinen oder Landstraßenkurven Hochgefühle aufkommen lassen – ohne dabei kräftig auf die Tube drücken zu müssen.

Das zurückhaltendere Fortkommen quittiert der MX-5 mit einem Testverbrauch von 6,7 Litern, gerade einmal 0,7 Liter vom auf der Rolle erzielten NEFZ-Wert entfernt. Während der Verbrauch sich von den Motoren der Vergangenheit stark unterscheidet, nimmt letztendlich der Preis den Fahrer ein letztes Mal mit in die Zeit, in der Filme noch in Schwarz-Weiß über die Röhren liefen. Denn mit einem Einstiegspreis von 22.990 Euro ist Sportwagen fahren nirgends so günstig wie bei den Japanern. Wer dann noch Zusatzausstattung an Bord haben möchte wie das empfehlenswerte geräuschdämmende Verdeck oder Fahrassistenzsysteme, legt höchstens noch 4500 Euro drauf, um die höchste Stufe zu erlangen - und ganz in Farbe in die Vergangenheit abzutauchen.






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