25. Oktober 2013

Fahrbericht Spürbar aufgewertet Mazda6 Kombi: Schöne Kombis heißen nicht nur Avant

Der neue Mazda6 Kombi stellt höhere Ansprüche als zu früheren Zeiten. Fotos ▶
Der neue Mazda6 Kombi stellt höhere Ansprüche als zu früheren Zeiten. © Mazda

Auffallend schön ist der neue Mazda6 Kombi ausgefallen. Doch nicht nur aufgrund des Designs müssen die Mitbewerber den japanischen Vertreter ernster als vorher nehmen.




Von Thomas Flehmer

Das Motto "Schöne Kombis heißen Avant" hat starke Konkurrenz erhalten. Denn Mazda ist mit dem neuen Lastesel aus der Baureihe 6 nicht nur im Design-Bereich ein großer Wurf gelungen.


Spürbare Verwandlung im Innenraum des Mazda6

Sicher, die äußere Hülle ist besonders dynamisch ausgefallen. Eine markante Front mit großem Kühlergrill und schmalen Scheinwerfern, eine sehr sportliche Designlinie, die bei der Limousine sogar noch schöner ausfällt als bei der Kombiversion, sowie ein Heck, das die speziell asiatischen Gene der Vorgängerversionen wie die Rückleuchten komplett abgelegt hat. Und die sich hinter der B-Säule absenkende Dachlinie tut die letzte Prise Würze hinzu.

Auch im Innenraum hat eine spürbare Verwandlung stattgefunden. Waren die Armaturenbretter der Vorgänger mit Knöpfen und Schaltern übersät – besonders das Lenkrad beherbergte bis zu 27 Funktionen, so tut eine Konzentration der Instrumente auf das Wesentliche Fahrer und Beifahrern gut, ohne dass auf nur eine Funktion verzichtet werden muss.

Übersichtliches Cockpit des Mazda6

Grund dafür ist der 5,8 Zoll große Touchscreen-Monitor, über den Sound-System, das für 500 Euro günstige, aber nicht immer überzeugende Navi oder das Infotainment geregelt werden können. Wer seine Fingerabdrücke nicht auf dem Bildschirm verewigen möchte, bedient den in der Mittelkonsole liegenden Multi Commander, der vor allem aus Oberklassenmodellen deutscher Fertigung bekannt ist.

Das Cockpit des Mazda6 ist sehr übersichtlich
Das Cockpit des Mazda6 ist sehr übersichtlich © Mazda

Die Sitze sind ebenso gut ausgefallen, nicht zu hart und nicht zu weich. Dank eines enormen Radstandes von 2,83 Metern besitzen alle Insassen sehr viel Platz. Die coupéartig verlaufende Dachlinie schränkt dagegen großgewachsene, hinten sitzende Personen ebenso ein wenig ein, wie die kleineren Seitenscheiben hinter der B-Säule den Radfahrerblick behindern. Aber damit läuft Mazda mit so ziemlich allen anderen Herstellern konform.

Ebenso konform ist das Platzangebot des Kofferraums. Mit 522 Litern liegt der Mazda6 Kombi mittig zwischen einem Audi A4 Avant und einem Skoda Superb Combi. Werden die Rücksitze umgeklappt stehen 1664 Liter zum Bepacken zur Verfügung.

Mazda6 Kombi mit sparsamen Benziner

Der Mazda6 Kombi ist recht sparsam unterwegs
Der Mazda6 Kombi ist recht sparsam unterwegs © AG/Flehmer

Die große Überraschung aber folgt dann beim eigentlichen Transport. Denn schon der von uns gefahrene Basisbenziner Skyactiv-G 145 verfügt über 107 kW/145 PS und ist damit vollkommen ausreichend mit Power versorgt. Anstatt Downsizing oder Hybridisierung geht Mazda mit seiner neuen Skyactiv-Motorengeneration verbrauchssparende Wege über die Verdichtung. So verfügt der zwei Liter große Benziner mit einem Verhältnis von 14,0:1 über die höchste Verdichtung eines Serien-Pkw. Gemeinsam mit dem i-Eloop-System zur Bremsenergierückgewinnung soll sich der Kombi in der Stadt mit 7,2, über Land mit 4,7 Litern begnügen.

Bei den Stadtfahrten (Stopp-Start ist serienmäßig) mit einem ausgeglichenen Anteil an Stadtautobahnfahrten wurde der angegebene Wert mit 6,5 Litern unterboten. Über Land begnügte sich der Sechser-Kombi bei einem Tempo zwischen 120 und 140 km/h mit guten 6,1 Litern. Konnte der Mazda seine Kräfte im 9,6 Sekunden langen Sprint oder bis zur Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h austoben, so blieb die Nadel trotzdem bei 7,5 Litern stehen. Diese Werte wurden im Alltag mit früheren und kleineren Mazda-Modellen noch nicht einmal im Bummeltempo erreicht.

Mazda6 Kombi Skyactiv-G 145 Center Line ab 26.990 Euro

Viel Platz im Mazda6 Kombi
Viel Platz im Mazda6 Kombi © AG/Flehmer

Gemeinsam mit dem guten Fahrwerk sowie der gewohnt knackigen Sechsgang-Schaltung braucht noch nicht einmal die Lendenwirbelstütze im Fahrersitz eingestellt werden, um entspannt am Zielort anzukommen. Der erst in der zweiten Ausstattungslinie Center-Line erhältliche Skyactiv-G 145 ist zudem besser ausgestattet als so manch andere Mitbewerber. Ein City-Notbremsassistent und Klimaautomatik ist ebenso an Bord wie Geschwindigkeitsregelanlagen.

Ab 26.990 Euro beginnen die Preise für diese Version. Für 2100 Euro erleichtern die beiden Pakete Technik und Touring mit Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Einparkhilfe oder Fernlichtassistent und Bi-Xenon-Scheinwerfer den Aufenthalt an Bord. Mit Metallic-Lackierung und dem Navi kamen dann 30.140 Euro zusammen. Ein vergleichbarer VW Passat kostet 4000 Euro mehr, hat dafür keine Klimaautomatik in Serie an Bord – und kann den Vergleich mit dem zu Anfang genannten Motto auch nicht so gut stemmen, wie es der Mazda6 Kombi tut.






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