5. Dezember 2013

Fahrbericht Neue Motor-Getriebe-Variante Lexus GS 300h: Reifeprüfung der anderen Art

Lexus setzt beim GS auf Vollhybride.
Lexus setzt beim GS auf Vollhybride. © Lexus

Mit dem GS 300h setzt Lexus einen weiteren Teil auf dem Weg zur Vollhybridisierung der Baureihen. Trotz einer Systemleistung von immerhin 223 PS sollte bei der Limousine der Spargedanke im Vordergrund stehen.




Von Thomas Flehmer

Es ist eine Art Reifeprüfung. 223 PS bei 2,5 Litern Hubraum und 9,2 Sekunden Sprintfähigkeit lassen eine gewisse Sportlichkeit erkennen und machen Appetit auf schnelle Kurven auf der Landstraße. Doch der Appetit sollte schnell gezügelt werden, denn das Konzept des Lexus GS 300h sieht etwas anderes vor. Ausgestattet - wie vor einem halben Jahr beim IS begonnen - mit einem 181 PS starken Vierzylinder und einem 143 PS starken Elektromotor ist die Mittelklasse-Limousine, die vor 18 Monaten in die vierte Generation eingeführt wurde, neben dem GS 250 und dem GS 450h ab dem 11. Januar das Sparmodell der Baureihe.


Lexus GS 300h mit Vorteilen in der Stadt

Lediglich zwischen 4,7 und fünf Litern sollen auf 100 Kilometern benötigt werden, was einem CO2-Ausstoß zwischen 109 und 115 Gramm pro Kilometer entspricht und besonders für Flottenkunden attraktiv erscheinen sollte – zumindest für die, die eher in der Stadt als auf weiten Reisen über Land unterwegs sein müssen.

Denn gerade im urbanen Umfeld kommt das hybride System zum Tragen. Hier übernimmt in unteren Geschwindigkeitsbereichen häufig der Elektromotor die Verantwortung und lässt den zwischen 1,7 und 1,8 Tonnen schweren GS 300h streckenweise emissionsfrei über den Asphalt fahren. Doch das rein elektrische Fahren ist nur von kurzer Dauer, zudem ist ein Zusammenspiel beider Aggregate, das vom Motorsteuergerät eingesetzt, sehr viel sinnvoller und unterm Strich effektiver.

Lexus GS 300h mit beschwerlicher Beschleunigung

Je nach Fahrweise können hier die angegebenen Verbräuche erreicht werden. Was sich positiv auswirkt ist die leise Fahrt nicht nur während des elektrischen Fortkommens. Sollte das Gaspedal zu stark gedrückt werden, schaltet sich der Motor fast unmerklich zu.

Anders sieht es bei Fahrten über Land aus. Bei der Beschleunigung wirkt der Motor sehr angestrengt und laut, bis er eine gewisse Geschwindigkeit erreicht hat und dann in den Gleitmodus übergeht, für den nicht nur der GS 300h im Unternehmen ausgelegt ist. Dass die Fahrt in Richtung der Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h so beschwerlich fällt, liegt an dem stufenlosen CVT-Getriebe, das sich nach den Gegebenheiten des amerikanischen und japanischen Marktes richtet, auf denen die Höchstgeschwindigkeit begrenzt ist und die Strecken sehr häufig auf einer Ebene geradeaus verlaufen. Hier kommt das System auch außerhalb des urbanen Lebensraumes zum Tragen.

Effizientes CVT-Getriebe im Lexus GS 300h

Das Cockpit des Lexus GS ist edel ausgestattet
Das Cockpit des Lexus GS ist edel ausgestattet © Lexus

Denn das Getriebe arbeitet mit seinen unendlichen Übersetzungen effizienter als Automatik oder DSG, ist zudem leichter und günstiger. Zudem werden Kupplung oder Zahnriemen nicht benötigt, was zum einen die Differenz des zusätzlichen Gewichtes der Nickel-Metallhydrid-Batterie schmelzen lässt, zum anderen werden auch Verschleißteile wie Reifen oder Bremsen weniger beansprucht.

Wer also das zwischenzeitliche akustische Aufbäumen des Motors verschmerzen kann und das Gleiten zum bevorzugten Fortkommen zählt - was beim ein oder anderen eine gewisse Reife voraussetzt – wird vom GS 300h verwöhnt. Denn das Fahrwerk ist recht komfortabel ausgelegt, der Innenraum mit wertigen Materialien bestückt, die Sitze sehr bequem und viel Platz an Bord. Zudem schluckt der Kofferraum 468 Liter, die bequem verstaut werden können.

Lexus GS 300h 100 Euro teurer als GS 250

Der Preis für den Lexus GS 300h beginnt bei 45.300 Euro
Der Preis für den Lexus GS 300h beginnt bei 45.300 Euro © Lexus

Knapp zwei Drittel der GS-Kunden haben bisher beim Hybrid zugegriffen. Die kleinere Variante der GS-Baureihe werde laut Lexus dazu führen, dass deshalb der bisher angebotene GS 250 allmählich vom Markt verdrängt wird. Zumal sich der GS 300h bei einem Einstiegspreis von 45.300 Euro im fast identischen Bereich des GS 250 befindet, der 100 Euro günstiger ist.

Der edle Toyota-Ableger rechnet damit, dass 40 Prozent bei der zweiten von vier angebotenen Ausstattungsvarianten "Executive Line" zugreifen werden, die bei 50.800 Euro startet. Und um diesen Betrag anzusparen, müssen vorher auch schon einige Reifeprüfungen absolviert worden sein.






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