8. Juli 2015

Fahrbericht Dritte Generation des SUV Kia Sorento: Tigernase an der Heckklappe

Der Kia Sorento ist in Richtung Premium ausgerichtet worden.
Der Kia Sorento ist in Richtung Premium ausgerichtet worden. © Kia

Mit dem Sorento begann der Durchbruch für Kia in Europa. Auch 13 Jahre später kann die nun dritte Generation des SUV weiterhin als kostengünstige Alternative für die Premium-Geländewagen aus Deutschlands Süden herhalten.




Von Thomas Flehmer

2002 war das Wendejahr für Kia. Zunächst als asiatischer Nachzügler belächelt, sorgte der Sorento für einen ersten Achtungserfolg, dem in der Zwischenzeit so viele folgten, das der Nachzügler so manch einem japanischen Mitbewerber das Nachsehen gab. Mit der dritten Generation des großen Geländewagen wollen die Koreaner nun auch den Abstand zu den deutschen Angeboten verkleinern – und haben dafür den Sorento aufgepumpt.


Kia Sorento um zehn Zentimeter gewachsen

Gleich zehn Zentimeter kamen für das nun 4,78 Meter lange SUV hinzu. Der Kühlergrill mit der intern genannten Tigernase wurde vergrößert, um das Wachstum des Sorento auch vom ersten Anblick an zu unterstreichen. Dafür wurde die Dachlinie um 15 Millimeter abgesenkt, um die sportlichen Ansprüche optisch zu verdeutlichen. Die Seitenlinie folgt dem Design des kleineren Sportage, das Heck selbst ist konservativ geblieben.

Annäherung an das Premium-Segment verspricht vor allem der Innenraum. Einen Anflug von Plastikwüste gibt es nicht einmal als Hauch, die Instrumente sind gut ablesbar. Nicht optimal gelöst ist die Bedienung des Tempomaten. Wenn man die Geschwindigkeit per Tasten regulieren will, wird einem nach der ersten Einstellung nicht die dann eingestellte Geschwindigkeit digital angezeigt. Das ist bei anderen besser gelöst.

Kia Sorento als rollendes Schlafzimmer

Das Cockpit hat an Wertigkeit zugelegt
Das Cockpit hat an Wertigkeit zugelegt © Kia

Ansonsten lässt der Ausblick aus dem Sorento keine Wünsche im Vergleich mit der deutschen Premiumkonkurrenz offen. Man sitzt in einem Trum und überschaut die Straße. Auch den Passagieren in der zweiten Reihe bleibt der schweifende Blick frei.

Auch wenn die zehn Zentimeter mehr an Länge nicht in den Radstand geflossen sind, bieten die 2,78 Meter doch genügend Raum für Beine und Knie. Und wenn man die zweite Reihe umklappt – eine dritte kann per Option für 900 Euro installiert werden – entstehen aus den anfangs 660 Litern Kofferraumvolumen 1732 Liter auf ebener Fläche, sodass der Kofferraum in ein Bett umfunktioniert werden könnte.

Vorsicht bei der Heckklappe

Knapp neun Sekunden benötigt der Kia Sorento für den Sprint
Knapp neun Sekunden benötigt der Kia Sorento für den Sprint © Kia

Bei der Heckklappe selbst sollte auch die von uns gefahrene Ausstattungslinie Vision elektrisch bedienbar sein. Wenn man nicht aufpasst saust die nicht ganz leichte Klappe beim Zumachen in Richtung Nase, sodass der Fahrer mit der Tigernase in der Frontpartie konkurrieren könnte. Auch fehlen bei dieser Variante die Sicherheitsassistenten, die man – hat man sie erst einmal ausprobieren können – nicht mehr missen möchte. Doch das ist in den jeweiligen Ausstattungen der Mitbewerber ebenso.

Dass man auch noch manuell ein SUV schalten kann, ist ungewöhnlich, bereitet aber keine Schwierigkeiten, auch wenn der Rückwärtsgang manchmal hakte. Da in der Linie „Vision“ der Parkassistent noch nicht an Bord ist, muss man sich mit Piepser und Kamera begnügen, was aber im Zusammenspiel mit der gegebenen Übersicht sehr gut klappt.

Kia Sorento rund 20.000 Euro günstiger als Premium-Konkurrenz

Einzig die beiden seitlichen Anhebungen der Motorhaube stören zunächst bei der Übersicht, aber man gewöhnt sich während der Fahrt daran. Für das Fortkommen ist die Auswahl weiterhin auf den 2,2 Liter großen Vierzylinder-Diesel beschränkt, der immerhin drei PS dazu erhalten hat und so auf 147 kW/200 PS kommt. Damit sind im Zweirad-Antrieb nach 8,7 Sekunden die 100 Stundenkilometer erreicht. 441 Newtonmeter zwischen 1750 und 2750 Umdrehungen sorgen für die Kraftentfaltung, die bis zu einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern anhält.

Aufgrund des Gewichtes von knapp zwei Tonnen fühlt sich der Vortrieb etwas zäher an. Doch trotz der optisch sportlichen Attitüde sind die SUV auch nicht auf Kurvenjagd ausgelegt – und dafür ist der Kia mit 200 km/h schon schnell im Segment unterwegs. Auf dem Weg dorthin, bleibt das Geräuschniveau im Innenraum erträglich. Dafür dringt der Verbrauch in den zweitstelligen Bereich ein. Bei gemäßigtem Landstraßentempo werden erfreuliche 6,6 Liter verzeichnet, 0,2 Liter mehr sind es im Stadtverkehr. Im Vergleich bleibt die deutsche Premiumkonkurrenz unter den Verbräuchen des Sorento, dafür müssen für die Fabrikate auch rund 20.000 Euro mehr ausgegeben werden. Und soweit liegt der Sorento, der als 2.2 CRDI AWD bei 38.990 Euro beginnt, nicht entfernt. Die Erfolgsgeschichte kann also fortgesetzt werden.






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