22. Dezember 2015

Fahrbericht SUV zum Schnäppchenpreis Kia Sorento: Auf der Erfolgswelle

Der Kia Sorento hat eine Wandlung zum Boulevard vollzogen
Der Kia Sorento hat eine Wandlung zum Boulevard vollzogen © Kia

Mit dem Sorento begann die Erfolgsgeschichte von Kia in Deutschland. In der dritten Generation des SUV sorgt der Dieselmotor für freudige Überraschungen.




Innerhalb von nur 20 Jahren haben sich die beiden zum gleichen Konzern gehörenden Marken Hyundai und Kia von Billiganbietern zu ernsthaften Konkurrenten für die deutschen Volumenmarken Ford und Opel, mehr noch aber für die japanischen und französischen Importmarken entwickelt. Während Hyundai dabei eher auf den distinguierten Auftritt setzt, produziert Kia aus der identischen Technik optisch eher sportlich angehauchte Modelle.


Laufruhiger Diesel im Kia Sorento

Der Erfolg der kleineren Schwestermarke begann in Deutschland 2002 mit der Einführung des Sorento. Seit diesem Jahr ist die dritte Generation auf dem Markt und das Fahrzeug hat sich so wie die meisten Vertreter dieser Gattung gewandelt: Vom Geländewagen zum SUV mit eindeutigem Pkw-Charakter.

Dies zeigt sich schon optisch bei der vom deutschen Chefdesigner Peter Schreyer spannungsvoll, aber nicht übertrieben gezeichneten Karosserie und setzt sich im Innenraum mit feinen Materialien und bester Verarbeitung fort. Beim Start des Motors stutzen wir sogar: Hat Kia uns hier ein Modell mit einem in dieser Klasse hierzulande unüblichen Benzinmotor hingestellt? Kann nicht sein, denn für den Sorento ist nur ein Antrieb im Angebot, ein 2,2-Liter-Diesel mit kräftigen 147 kW/200 PS. Aber der ist so leise und/oder so gut gedämmt, dass man selbst im kalten Zustand kaum dieseltypisches Knurren oder gar Nageln vernehmen kann.

Kia Sorento in knapp zehn Sekunden auf 100

Der Diesel des Kia Sorento ist kaum zu hören
Der Diesel des Kia Sorento ist kaum zu hören © Kia

Tatsächlich passt der Selbstzünder ausgezeichnet zu diesem immerhin knapp 4,80 Meter großen SUV, das es zwar auch nur mit reinem Frontantrieb gibt, hier aber über Allradantrieb verfügt. Mit 440 Newtonmetern steht der Motor gut im Futter, zumal dieses Drehmoment in einem für Diesel relevanten Bereich zwischen 1750 und 2750 U/min zur Verfügung steht und auch darüber nicht abrupt abfällt.

In knapp 10 Sekunden erreicht der Koreaner 100 km/h und beschleunigt weiter auf bis zu 200 Spitze. Mehr muss auch nicht sein, denn der Sorento fühlt sich bei mittlerem Tempo auf der Autobahn deutlich wohler. Zumal die Sechsstufen-Automatik zwar im Großen und Ganzen ihre Arbeit zufriedenstellend verrichtet, für ein Fahrzeug mit Premium-Anspruch müssten es aber eigentlich ein bis zwei Gänge mehr sein. Trotzdem: Auch mit dem Testverbrauch von glatt acht Litern waren wir letztlich zufrieden, versprochen waren 6,7 Liter.

Kia Sorento auch für neun Personen

Ein formschönes Heck kennzeichnet den Kia Sorento.
Ein formschönes Heck kennzeichnet den Kia Sorento. © Kia

Moment mal, war da gerade ganz nebenbei von „Premium“ die Rede? Nun, das ist sicher eine Frage der Definition, aber so ganz weit entfernt ist der Sorento davon inzwischen nicht mehr. Die Qualität stimmt, es fehlt lediglich an Image. Was man angesichts der Preise und der wie stets bei Kia siebenjährigen Garantie (bis 150.000 Kilometer Laufleistung) aber gerne in Kauf nimmt.

Unser Testwagen war übrigens mit den aufpreispflichtigen zwei Zusatzsitzen ausgerüstet, was das SUV also zum Siebensitzer macht. Wir haben es ausprobiert: Zwei ausgewachsene, allerdings noch junge und mit entsprechend dehnungsfreudigem Körper versehene Männer schafften es problemlos in die dritte Reihe und hielten es dort auch 50 Kilometer lang aus. Das schafft längst nicht jedes SUV mit sieben Sitzen.

Kia Sorento als echtes Schnäppchen

Die Qualität stimmt im Kia Sorento
Die Qualität stimmt im Kia Sorento © Kia

Allradantrieb und Navi, Xenonlicht, Rückfahrkamera, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Ledersitze und 19-Zoll-Alus – unser Sorento war tatsächlich komplett ausgestattet und ließ keine Wünsche offen. Der Testwagenpreis von knapp 51.200 Euro lässt einen erschrecken, zumal der Grundpreis für ein Fahrzeug mit fünf Sitzen, Frontantrieb und dem Nötigsten an Komfort mit rund 35.000 Euro ausgewiesen ist.

Trotzdem: Selbst in der Vollausstattung ist der Kia verglichen mit deutschen Wettbewerbern ein echtes Schnäppchen. Ein VW Touareg mit etwa gleichstarkem Diesel startet erst bei 53.000 Euro und kostet mit vergleichbarer Ausstattung am Ende wahrscheinlich rund 20.000 Euro mehr als der Kia.

Da verzeiht man dem großen SUV auch, dass er seine Gene inzwischen komplett eingebüßt hat. Ein tolles Auto ist der Sorento ja geworden, aber was seine ursprünglichen Fähigkeiten angeht, lässt sich nur sagen: Ende Gelände.






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