11. Juli 2017

Fahrbericht Kleinwagen mit drei Zylindern Kia Rio: Wettlauf der Generationen

Kia verkürzt mit dem Rio den Abstand zu den etablierten Kleinwagen Fotos ▶
Kia verkürzt mit dem Rio den Abstand zu den etablierten Kleinwagen © AG/Flehmer

Kia hat mit der vierten Generation des Rio den Abstand zu den Platzhirschen Polo, Fiesta und Co. in vielen Bereichen schrumpfen lassen. Der kleine Dreizylinder-Benziner kann mit dem Tempo noch nicht ganz Schritt halten.




Von Thomas Flehmer

Üblicherweise dauert der Lebenszyklus eines Autos acht Jahre, ehe eine neue Generation zur Ablösung bereit steht. Kia hat beim Rio die Zeit einfach mal halbiert und alle vier Jahre mit einer neuen Etappe des Kleinwagens aufgewartet. Schaut man sich die ersten beiden Generationen an, weiß man auch wieso.

Hatten die ersten beiden Generationen mit der glamourösen Namensgeberstadt in etwa so viel zu tun wie eine Haushaltsschere mit Batman, so hat die dritte Variante der nun aktuellen Version den Weg bereitet, den diese dankbar angenommen und verfeinert hat.


Kia Rio geringfügig gewachsen

Um lediglich 1,5 Zentimeter in der Länge auf nunmehr 4,065 Meter gewachsen, dabei geringfügig flacher ausgefallen, vermittelt der Rio einen sehr kompakten, erwachsenen Eindruck. Kritiker sagen, dass er in der Menge der Kleinwagen nicht mehr auffällt, was derzeit aber im Trend liegt und von den Herstellern so gewollt ist, da sich Mainstream besser verkauft als polarisierende Fahrzeuge.

Auch der Innenraum hat deutlich zugelegt, was die verwendeten Materialien angeht. Die früheren asiatischen Spielereien sind verschwunden und haben sich auf den europäischen Anspruch eingependelt. Gerade in dieser Region ist der Rio im unternehmenseigenen Titelkampf dem Ceed und dem Sportage auf der Spur.

Kommode Platzverhältnisse im Kia Rio

Kia hat den Rio gut abgesichert
Kia hat den Rio gut abgesichert © AG/Flehmer

So sind die Instrumente klar ablesbar, die Sitze geben genügend Seitenhalt. Der um einen Zentimeter auf 2,58 Meter gewachsene Radstand wurde noch besser ausgenutzt, sodass alle fünf Personen es im Rio sehr kommod vorfinden. Das auf 327 Liter angewachsene Kofferraumvolumen macht ebenso deutlich, dass sich der kleine Fünftürer der Kompaktklasse weiter annähert.

Ebenfalls ungewöhnlich – besonders noch im Kleinwagensegment – ist die gute Sicherheitsausstattung des Fünftürers. An Bord sind ein autonomer Notbremsassistent und ein Spurhalte-Assistent. Leider fehlt ein adaptiver Tempomat, mit dem ein teilautonomes Fahren möglich gewesen wäre. Berganfahrhilfe und Parksensoren komplettieren das Sicherheitsfeld.

Typisches Dreizylinder-Röhren des Kia Rio

Auch bei der Konnektivität bleiben kaum Wünsche offen. Android Auto und Apple CarPlay sowie ein modernes Infotainment-System mit Verkehrsinformationen in Echtzeit und lokaler Suchfunktion oder Internetverbindung sind je nach Ausstattung vorhanden. Und damit auch die Personen auf den hinteren Plätzen etwas davon haben, hat Kia immerhin einen USB-Port am hinteren Ende der Mittelkonsole platziert, sodass auch für die bis zu drei Personen genügend Ablenkung auf der Fahrt geboten wird.

Diese geht mit dem typischen Röhren der Dreizylinder-Benziners los, der besonders im kalten Zustand die Umgebung über seinen Arbeitszustand wissen lässt. Bestückt mit 100 PS – die stärkere Ausführung greift auf 20 Pferde mehr zurück – erreicht der 1.0 T-GDI nach 10,7 Sekunden Tempo 100 und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von ausreichenden 186 km/h. 172 zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen anliegende Newtonmeter unterstützen den 1,2 Tonner. Während der Fahrt will man häufiger den sechsten Gang einlegen, doch der fehlt bei der schwächeren Variante.

Kia Rio recht durstig

Auch der Kia Rio erhält sieben Jahre Garantie
Auch der Kia Rio erhält sieben Jahre Garantie © AG/Flehmer

Aber auch ohne sechsten Gang verläuft die Fahrt recht zügig. Allerdings macht sich das Fehlen eines sparsamen Ganges im Verbrauch bemerkbar. In der Stadt sind es 6,5 Liter, die der Kleinwagen schluckt. Über Land benötigt der Rio selbst bei langsamer Fahrweise zwischen 100 und 120 km/h 6,1 Liter. Angegeben sind 5,2 und 4,1 Liter. Hier könnte eine nächste Generation in gut drei Jahren für Verbrauchseinsparungen sorgen.

Ebenso Abschied von der Sparsamkeit der vorigen Generationen hat die vierte Auflage beim Preis genommen. Zu Gute halten muss man natürlich den technischen Fortschritt, der Einzug gehalten hat und nicht mehr mit den asiatischen Preis-Leistungs-Siegern vergangener Zeiten verglichen werden kann. Aber bei 18.590 Euro in der Ausstattungsvariante Spirit schluckt der ein oder andere doch erst einmal, auch wenn immer noch ein preislicher Abstand zu den Platzhirschen VW Polo oder Ford Fiesta besteht. Und zudem erhält auch der Rio sieben Jahre Garantie – ein Pfund, das hoffentlich auch die nächste Rio-Generation erleben wird.






Mehr zur Marke Kia

Kleines SUV kommt im HerbstKia preist Stonic ein

Kia hat die Preise für den Stonic bekannt gegeben. Das kleine SUV der Koreaner kommt Ende September nach Deutschland.


Schwestermodell des Hyundai KonaKia Stonic: Das nächste SUV

Der Trend ist klar vorgegeben: Das Segment der SUV wird sich in den kommenden drei Jahren verdoppeln. Kia will mit einem weiteren Vertreter mit Geländeoptik ein weiteres großes Stück vom Kuchen abhaben.


Plug-in-Hybrid kostet 38.940 EuroKia gibt Preis für Optima Sportswagon PHEV bekannt

Kia hat den Preis der Plug-in-Hybrid-Variante des Optima Sportswagon bekannt gegeben. Nach Abzug der Kaufprämie kostet er unter 39.000 Euro



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.