27. März 2013

Fahrbericht Dritte Generation Kia Carens: Hübsche Verwandlung

Der neue Kia Carens kommt am 4. Mai auf den Markt.
Der neue Kia Carens kommt am 4. Mai auf den Markt. © Kia

Man muss zwei Mal hinschauen. Denn aus dem schnöden Kia Carens ist in der dritten Generation ein schöner Familienvan geworden.




Das soll der Kia Carens sein? Die Frage drängt sich beim ersten Blickkontakt mit der neuen, dritten Generation des Familienvans unweigerlich auf. Fielen die Vorgänger eher durch absolute Unscheinbarkeit auf, glänzt der Kompaktvan jetzt in einem schicken Karosseriekleid. Ab 4. Mai steht der Carens zu einem Einstiegspreis von 19.990 Euro bei den Händlern.


Kia Carens schrumpft um zwei Zentimeter

Signalisierten die bisherigen Carens-Modelle ihre Praxistauglichkeit vor allen Dingen durch Ecken und Kanten, haben die Designer dem Van jetzt ein wirkliches flottes Kleid geschneidert. Mehr Rundungen, eine dezent abfallende Dachlinie, große Fensterflächen sowie ein markantes Heck samt großen Leuchten lassen den Van wesentlich gefälliger wirken.

Anders als viele Wettbewerber hat der Carens aber in seinen Abmessungen nicht zugelegt. Er wurde in der Länge sogar um zwei Zentimeter auf 4,53 Meter gekürzt. In der Breite verlor er 1,5 Zentimeter (1,81 Meter) und in der Höhe gleich vier Zentimeter (1,61 Meter). Damit ist das Fahrzeug tatsächlich noch kompakt zu nennen. Nur der Radstand legte um fünf Zentimeter auf 2,75 Meter zu; das Plus kommt dem Platzangebot zugute.

Kia Carens auch als Siebensitzer

Der Carens wird normalerweise als Fünfsitzer angeboten. So konfiguriert bietet er reichlich Bewegungsfreiheit für die Insassen. Fahrer und Beifahrer thronen dank der leicht erhöhten Sitzposition entspannt über dem Verkehrsgeschehen. Allerdings wird es für den Fahrer stressig, wenn er nach links abbiegen will. Denn die lang gestreckte A-Säule behindert die Sicht. Ein Problem, dass Van-Fahrer anderer Marken ebenfalls kennen.

Wie in dieser Klasse üblich, lassen sich die drei Sitze der zweiten Reihe einzeln längsverschieben und einfach zusammenlegen. Ist der mittlere Platz nicht belegt, dient seine umgeklappte Rückenlehne als Ablage und Getränkehalter. Das Gepäckvolumen variiert zwischen 536 und knapp 1700 Litern. Dass sich die Beifahrerrückenlehne ebenfalls einklappen lässt, ermöglicht das Beladen von bis zu 2,15 Meter langen Gegenständen. Die siebensitzige Variante (ab der dritten Ausstattungsstufe, 750 Euro Aufpreis) bietet Erwachsenen zumindest auf Kurzstrecken auch in der dritten Reihe die Möglichkeit, halbwegs kommod von A nach B zu kommen. Idealerweise nutzen aber nur Kinder diese Zusatzplätze, sie kommen vermutlich ohne peinliche Verrenkungen auf ihre Plätze.

Drei Motoren für Kia Carens zur Auswahl

Der Diesel als Volumenmotor des Kia Carens
Der Diesel als Volumenmotor des Kia Carens © Kia

Drei Motoren stehen für den Vortrieb zur Wahl. Volumenaggregat dürfte der 1,7-Liter-Diesel werden, der erstmals im Carens zum Einsatz kommt. Der Selbstzünder leistet 100 kW/136 PS und mobilisiert ein maximales Drehmoment von 331 Nm. Ganz gelassen – auch akustisch - kommt so das gut zwei Tonnen schwere Fahrzeug auf Touren, genug Kraftreserven für schnelle Überholvorgänge sind vorhanden. Das Fahrwerk ist recht kommod abgestimmt, schließlich ist ein Van nicht als Sportwagenersatz gedacht. Der Lohn der fahrerischen Zurückhaltung: In Verbindung mit einem Start-Stopp-System weisen die technischen Daten einen Normverbrauch von 4,8 Litern aus (CO2-Ausstoß: 127 g/km).

Auch die beiden überarbeiteten Benzin-Direkteinspritzer, ein 1,6-Liter mit 99 kW/135 PS sowie ein 2,0-Liter mit 122 kW/166 PS, werden ab der dritten Ausstattungsvariante serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik ausgeliefert. Das Sechsstufen-Automatikgetriebe, das es alternativ sowohl für den Diesel als auch den großen Benzin-Direkteinspritzer gibt (Aufpreis: 1250 Euro), kann allerdings leider nicht mit den Spritsparsystem gekoppelt werden.

Karge Einstiegsvariante des Kia Carens

Das Cockpit des Kia Carens ist auf Praktikabilität ausgelegt
Das Cockpit des Kia Carens ist auf Praktikabilität ausgelegt © Kia

Praktisch sind die vielen Ablagefächer, Getränkehalter oder die Tabletts an den Rückenlehnen der Vordersitze, die je nach Ausstattungsvariante an Bord sind. Die Materialien machen - zumindest im topausgestatteten Testwagen - einen guten Eindruck. Apropos: Wer die Einstiegsvariante zu Preisen ab 19.990 Euro ordert, darf keinen Luxus erwarten. Ab Werk gehören eine Klimaanlage, CD-Radio, elektrisch einstellbare Außenspiegel sowie elektrische Fensterheber vorn und hinten und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung zum Standardequipment.

Ist mehr Komfort gewünscht, gilt es zu den höheren Ausstattungsniveaus zu greifen und/oder weitere Zusatzpakete zu bestellen. Zwei- bis dreitausend Euro kommen so schnell zusammen, und wer ausgabefreudig ist, kann problemlos noch mehr Geld investieren. Auf der Liste stehen u.a. Ledersitze, Xenon, Navigationssystem oder ein Spurhalter-Warner. Kia bietet aber auch Kostenbegrenzung: Neben der üppigen, auf 150.000 Kilometer Laufleistung beschränkten Siebenjahres-Garantie offerieren die Koreaner für den Carens noch bis 30.Juni eine kostenlose siebenjährige Wartungsbetreuung durch ihre Händler. Wer einen Kompaktvan will und noch keine Entscheidung getroffen hat, für den könnte dies vielleicht sogar den Ausschlag zugunsten des Koreaners geben. (SP-X)






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