23. Juli 2015

Fahrbericht Hybrid nicht mehr im Angebot Honda Jazz: Alte Stärken auf neuer Klaviatur

Der neue Honda Jazz ist in vielen Hinsichten gewachsen.
Der neue Honda Jazz ist in vielen Hinsichten gewachsen. © Honda

Honda hat die dritte Generation des Jazz vom biederen Van-Dasein befreit. Trotz der Erneuerungen bei Motor, Infotainment oder Materialanmutung spielt der Jazz in Sachen trendigem Schick nicht gerade die erste Geige.




Mit alten Stärken punkten und mit neuen überraschen: Der Jazz spielt zwar wie eh und je seine Trumpfkarte Variabilität aus. Anders als die Vorgänger will die ab Ende September antretende dritte Generation nun aber auch durch Design, Materialanmutung und durch ein modernes Infotainmentsystem überzeugen. Einen spritzigen, 75 kW/102 PS starken Benziner haben die Japaner ihrem Kleinwagenmodell ebenfalls spendiert. Für den Jazz ruft Honda mindestens 15.900 Euro auf. Äußerst selbstbewusst, doch dafür ist der kleine Japaner schon in der Basisversion sehr gut ausgestattet.


Honda Jazz legt biederes Aussehen ab

„Na geht doch!“, möchte man den Honda-Designern zurufen. Der neue Jazz sieht vergleichsweise gut aus. Die typische, vanartige Formengebung ist nun weniger ausgeprägt. Das Honda-Gesicht mit dem „Solid Wing“, markanten Sicken an den Seiten und auffallenden Heckleuchten lassen den Kleinen zudem weniger bieder wirken. Auch das Interieur vermittelt dank Klavierlack und ein paar Chromapplikationen nicht mehr nur den Charme einer Bahnhofshalle. Allerdings ist der Innenraum weit davon entfernt, wirklich schick oder trendy zu sein. Aber wie immer bei Honda gibt es an der Materialqualität selbst sowie der Verarbeitung nichts auszusetzen.

Nachgelegt haben die Japaner auch bei der Technik. Unter anderem gibt es ein neues, internetfähiges Infotainment-System, das auch ein Spiegeln des Smartphone-Bildschirms auf den Touchscreen in der Mittelkonsole erlaubt, ein serienmäßiges City-Notbremssystem, Kollisionswarner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und automatisches Fernlicht. Außerdem hat Honda eine intelligente Geschwindigkeitsregelung im Programm. Sie passt die maximale Geschwindigkeit automatisch anhand der durch die Verkehrszeichenerkennung erfassten Tempobeschränkungen an.

Hybridversion des Honda Jazz entfällt

Honda hat im Innenraum nachgelegt
Honda hat im Innenraum nachgelegt © Honda

Ganz neu ist der vorerst einzig angebotene Motor; der 1,3-Liter-Benziner leistet 75 kW/102 PS. Anders als das Vorgängertriebwerk mit 73 kW/100 PS arbeiten hier aber keine müden Pferdchen. Jetzt geht es vielmehr richtig spritzig zur Sache. Das locker hochdrehende Aggregat hängt gut am Gas. Das maximale Drehmoment von 123 Newtonmetern liegt zwar erst bei 5000 Umdrehungen an, doch das klingt schlimmer als es in der Realität ist.

So gelingt der Spurt auf Tempo 100 in 11,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 190 erreicht. Die Schaltvorgänge überträgt das leichtgängige Sechsgang-Schaltgetriebe, der träge Fünfgang-Schalter aus der vorigen Generation durfte in Rente gehen. Optional steht gegen einen Aufpreis von 1300 Euro ein CVT-Getriebe zur Verfügung. Das Fahrwerk ist passend zum spritzigen Auftritt abgestimmt und vermittelt den Eindruck, dass auch ein leistungsstärkerer Motor gut zum Fahrzeug passen würde. Und tatsächlich hält wohl der aus dem Schwestermodell HR-V bekannte 1,5-Liter-Benziner mit 96 kW/130 PS noch Einzug in den Jazz. Eine Hybridversion wird es dagegen nicht mehr geben.

Neuer Honda Jazz bietet noch mehr Platz

Der Honda Jazz ist beim Platzangebot konkurrenzlos
Der Honda Jazz ist beim Platzangebot konkurrenzlos © Honda

Bei allen Design- und sonstigen Neuheiten: Der Jazz ist in einer Hinsicht ganz der Alte geblieben. In Sachen Platzangebot sowie Variabilität macht ihm so schnell keiner in seiner Fahrzeugklasse Konkurrenz. Da die dritte Generation um 9,5 Zentimeter in der Länge auf nun vier Meter und beim Radstand um drei Zentimeter auf 2,53 Meter gewachsen ist, gibt es sogar noch mehr Platz als zuvor. Weder Fahrer noch Beifahrer kommen sich zu nahe, im Fond nehmen zumindest zwei Personen entspannt Platz.

In der Standardkonfiguration fasst das Kofferraumvolumen bereits 354 Liter, das ist für einen Kleinwagen schon ein sehr ordentlicher Wert. Die Ladekante ist zudem rückenfreundlich niedrig. Für großes Ladekino sorgen die im Verhältnis 60:40 geteilten sogenannten „Magic Seats“. Klappt man die Sitzlehnen nach vorne, entsteht eine 1,51 Meter lange ebene Ladefläche - acht Zentimeter mehr als zuvor - und das Ladevolumen steigt auf 1314 Liter.

Preise für Honda Jazz starten selbstbewusst

Der Honda Jazz kostet mindestens 15.900 Euro
Der Honda Jazz kostet mindestens 15.900 Euro © Honda

Sollen lange Gegenstände eingeladen werden, legt man einfach die Beifahrerlehne um und schon ist man auf Parkplätzen von Bau- oder Möbelmärkten der ungekrönte Lademeister. Damit nicht genug, lassen sich die Sitzkissen im Fond mit einem Handgriff hochklappen. Größere Utensilien bis zu einer Höhe von 1,28 Meter können dann vor den Rücksitzen verstaut werden. Die Zuladung beträgt je nach Ausstattungsvariante zwischen 509 und 523 Kilogramm.

Honda schickt den Jazz zu den üblichen Kleinwagenwettbewerbern wie VW Polo, Ford Fiesta oder Opel Corsa mit selbstbewussten Preisen ins Rennen. Der hohe Basispreis von 15.900 Euro relativiert sich, wenn man die Motorleistung sowie die umfangreiche Ausstattung dagegen rechnet. Unter anderem sind Klimaanlage, Radio, elektrische Helfer für Fenster und Außenspiegel und das geniale Sitzsystem immer dabei. Mit dem zweiten Komfortniveau (ab 16.850 Euro) gehören auch die Assistenten zum Lieferumfang. (SP-X)






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