17. Oktober 2013

Fahrbericht Auf Focus-Plattform Ford Transit Connect: Gerechtfertigter Vorschusslorbeer

Der Ford Transit Connect startet in die dritte Generation.
Der Ford Transit Connect startet in die dritte Generation. © Ford

Bereits vor dem Marktstart wurde der Ford Transit Connect zum International Van of the Year gekürt. Neue clevere Beladungsmöglichkeiten sowie sparsame Motoren unterstreichen die richtige Wahl.




Zugegeben, bei leichten Nutzfahrzeugen spielen Emotion und optionaler Schnickschnack kaum eine Rolle. Dass aber die kleinen Transporter, die im gewerblichen Bereich oder als Kuriermobile unterwegs sind, inzwischen einen durchaus angenehmen Arbeitsplatz bieten können, belegt der neue Ford Transit Connect.


Breitere Schiebetür für den Ford Transit Connect

Als klassischer Kastenwagen oder als für den Personentransport ausgelegter Kombi wird der Lastenträger, der mit maximal 900 Kilo beladen werden kann, in den Ausstattungslinien Basis und Trend sowie mit kurzem (2,66 Meter) oder langem (3,06 Meter) Radstand angeboten. Zur Markteinführung gibt es von Ford einen 1,6-Liter-TDCi-Turbodiesel in drei Leistungsstufen von 55 kW/75 PS bis 85 kW/115 PS sowie als Benzindirekteinspritzer den 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder mit 74 kW/100 PS und den 1,6-Liter-EcoBoost-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS. Die Preise starten bei 14.884 Euro für den Connect in der Basisausführung. Der Top-Diesel wird 18.800 Euro kosten.

Der Transporter, der auf der Focus-Plattform aufgebaut ist, bietet seinen Kunden einige attraktive Neuerungen. Die Version mit langem Radstand besitzt beispielsweise eine breitere Schiebetür, durch die auch eine Europalette (120 x 80 Zentimeter) geschoben werden kann sowie eine Trennwand mit Durchladeöffnung. So kann der Connect mit langem Radstand Gegenstände wie Bauplatten mit bis zu 3,40 Metern Länge aufnehmen, bei der kurzen Version sind es drei Meter.

Ungewöhnliche Ausstattung für den Ford Transit Connect

Serienmäßig sind mehrere Verzurr-Ösen an Bord. Neu ist auch ein flexibler Beifahrerdoppelsitz, auf dem zumindest auf kurzen Strecken drei Personen Platz finden könnten. Umgelegt dient er als Unterlage, hochgeklappt legt er ein weiteres Staufach frei. Zudem lässt sich der äußere Sitz bei Bedarf in den Fußraum einklappen. Unmittelbar unterhalb des Dachhimmels ist ein zusätzliches tiefes Bord mit Staumöglichkeiten untergebracht.

In einem Markt, der von Konkurrenten wie dem VW Caddy, dem Renault Kangoo oder dem Citan von Mercedes-Benz dominiert wird, ist Bernhard Schmitz als Leiter Nutzfahrzeuge bei Ford besonders stolz auf weitere ungewöhnliche Ausstattungen wie dem automatischen Bremssystem Active City Stop (450 Euro in der Basis-Version), einem Reifendruck-Kontrollsystem, dem Start-Stop-System für die sparsamen EcoBoost-Modelle oder dem integrierten Notrufsystem, das zum Umfang des Konnektivitätspakets Ford Sync (1785 Euro in der Basis-Version). Dem Laderaum können Käufer ebenfalls optional eine LED-Beleuchtung ordern.

Elektro-Variante des Ford Transit Connect ohne Zukunft

Gute Belademöglichkeiten beim Ford Transit Connect
Gute Belademöglichkeiten beim Ford Transit Connect © Ford

Der Ford Transit Connect hat bereits Vorschusslorbeeren geerntet, denn er wurde vor kurzem zum International Van of the Year gekürt. Bei einer ersten kurzen Ausfahrt mit dem 1,6-Liter-Turbodiesel in der Trend-Version ließ sich die Nähe zum Focus zumindest erahnen: kleines, kompaktes Lenkrad, kurze Schaltwege und ein straffes Fahrgefühl. Die Sitze bieten guten Halt, was für Fahrer, die regelmäßig mehrere Stunden auf Achse verbringen müssen, eventuell wichtiger als LED-Lämpchen im Laderaum ist. Beim Modell Trend spendierten die Designer viel unterschiedlichen Kunststoff, teilweise in Chromoptik, um der Askese einstiger Arbeitstiere entgegenzuwirken.

Beim Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt könnte der Verbrauch über die während der Fahrt erreichten 6,3 Liter allerdings durchaus hinausschießen. Für die kürzeren urbanen Lieferwege würde sich daher ein Hybrid anbieten - eine Alternative, die man bei Ford für die Zukunft nicht ausschließen will. Es gab schon einmal vor zwei Jahren in den USA ein reines Elektro-Modell des Connect. Doch als der Batterie-Zulieferer Konkurs anmelden musste, wurde auch die E-Variante vom Markt genommen.

25 neue Ford-Modelle bis 2017

Pkw-Atmosphäre im Ford Transit Connect
Pkw-Atmosphäre im Ford Transit Connect © Ford

Der Neue in der Transit-Familie ist Teil einer großangelegten Produktoffensive bei Ford. Gut 25 Modelle will der Kölner Hersteller bis 2017 präsentieren. Im Bereich der sogenannten leichten Nutzfahrzeuge machte der Pick-up Ranger den Anfang. Letztes Jahr wurde der Ford Transit Custom vorgestellt, nun der Connect und demnächst das eher für Familien gedachte Schwestermodell Tourneo. 2014 folgen dann eine neue Generation des Courier auf Fiesta-Basis und schließlich der Urvater Transit. Inzwischen hat sich Ford im Segment der leichten Nutzfahrzeuge einen Marktanteil von 9,5 Prozent erobert laut Hersteller der beste Wert seit 1998. (SP-X)






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