26. Oktober 2016

Fahrbericht Limitiertes Topmodell Ford Fiesta ST200: Per Overboost durch Europa

Beim Ford Fiesta ST200 ist der Name Programm
Beim Ford Fiesta ST200 ist der Name Programm © Ford

Mit dem Fiesta ST200 hat Ford das sich anbahnende Ende des meistverkauften Autos in Europa eingeläutet. Vor dem Generationswechsel im kommenden Jahr sorgt das Topmodell wie nur noch wenige für „unverfälschten“ Fahrspaß.




Der Fiesta ist laut Ford der meistverkaufte Kleinwagen Europas. Im nächsten Jahr soll eine völlig neue Generation dem in Köln gebauten Fahrzeug zusätzlichen Schwung verleihen. Bis dahin müssen aber noch viele aktuelle Fiesta verkauft werden und wie bei vielen Autoherstellern üblich setzt man bei Ford zum Ende der Bauzeit daher vor allem auf Emotionen.

Seit Juli zum Beispiel durch den ST200, eine besonders sportliche Variante des normalen ST, der mit 184 PS schon stramm motorisiert ist. Der ST200 kommt auf 147 kW/200 PS, kurzzeitig sind per Overboost sogar nochmal 15 Pferdestärken mehr möglich. Dass der leichte Kleinwagen damit zu einem echt heißen Feger wird, ist keine Überraschung. Die lässt sich Ford mit 24.640 Euro allerdings auf fürstlich bezahlen: Der Aufpreis zum ST beträgt glatt 4000 Euro.


Ford Fiesta ST200 als souveräner Kurvenkünstler

Rein optisch ist dieser Mehrpreis allerdings nicht zu rechtfertigen. Der ST200 wirkt ähnlich sportlich wie der normale ST, und auch innen kommen zum Beispiel die gleichen Recaro-Sitze zum Einsatz. Eine übersichtliche Armaturentafel und ein ausreichend großes Display darf man dagegen erst von der kommenden Fiesta-Generation erwarten.

Dafür ist der dynamischste aller Fiesta auch eines der wenigen Fahrzeuge, die noch eine spezielle Art von Fahrspaß bieten, die man vielleicht am ehesten mit dem Begriff „unverfälscht“ beschreiben kann. Zumindest in dieser Fahrzeug- und Preisklasse. Denn der Kölner entpuppt sich als souveräner Kurven-Künstler, dem selbst diese opulente Leistung offensichtlich nicht an seine Grenzen führt.

Kein Wunder, gelten doch schon die bürgerlichen Modelle als agil und in Sachen Fahrwerk gar als vorbildlich. So hat man selbst in einem ST200 das Gefühl, dass dessen Fahrwerk selbst von einer weiteren Leistungsspritze nicht an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gebracht würde.

Voller Fahrspaß mit ordentlicher Portion Restkomfort

Innen keine Unterschiede zum normale Fiesta ST
Innen keine Unterschiede zum normale Fiesta ST © Ford

Der 1,6-Liter-Benziner macht zwar ordentlich Dampf und man jagt mit Genuss durch die kurz gestuften sechs Vorwärtsgänge, aber dabei bleibt das Fahrzeug trotz des kurzen Radstands relativ ruhig und darf sich sogar noch eine ordentliche Portion Restkomfort auf die Reifen schreiben. Allerdings muss für den vollen Fahrspaß der Motor im Drehzahlfenster zwischen 2500 und 4000 Umdrehungen gehalten werden. Hier hängt der kleine Ford gierig am Gas und scheint die nächste Kurve geradezu auf eigenen Wunsch anzugehen.

Und Kurven, das kann er mehr als gut und das ist vor allem viel wichtiger und spaßiger als etwa auf der Autobahn die versprochenen 230 km/h Spitze anzupeilen. Denn dann wird der ST200 trotz insgesamt befriedigenden Geradauslaufs doch ein wenig unruhig – und der Fahrer wahrscheinlich auch.

Ford Fiesta ST200 auf 1000 Exemplare limitiert

In Kurven fühlt sich der Ford Fiesta ST200 am wohlsten
In Kurven fühlt sich der Ford Fiesta ST200 am wohlsten © Ford

Also schnell zurück auf die Landstraße, am besten eine, die sich durch möglichst wenig Geraden auszeichnet. Im Vergleich zum normalen ST wurde die Torque Vectoring Control optimiert, die Stoßdämpfer angepasst und die Federn gekürzt, was ihn 1,5 Zentimeter tiefer auf der Straße liegen lässt.

Das alles mündet in einen Fahrspaß, den man heute nicht mehr so häufig vorfindet, vielleicht noch am ehesten beim Peugeot 208 GTi und weniger beim vielleicht ein wenig zu perfekten Polo GTI. Wer den Fahrspaß á la Cologne wünscht muss sich vielleicht beeilen, Ford legt europaweit nur 1000 Exemplare vom Über-Fiesta auf. Der schnelle Kölner verlangt also eine schnelle Entscheidung. (SP-X)






Mehr zur Marke Ford

Vierte Generation der MittelklasseFord Mondeo: Die Leiden des Dienstwagens

Der Ford Mondeo verfügt über die typischen Dienstwagen-Qualitäten. Doch besonders benutzte Mittelklassemodelle leiden dann auch unter den typischen Dienstwagen-Beanspruchungen.


Neues AusstattungspaketFord schärft Focus RS nach

Ford verstärkt den Fahrspaß beim Focus RS. Der Kompaktsportler erhält mit dem Paket Blue & Black neben einem Sperrdifferenzial zugleich neue Farbtöne.


Hackett kommt für FieldsFord ernennt neuen Vorstandschef

Ford hat seinen Vorstandschef Mark Fields in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Der Nachfolger soll den Autohersteller durch technische Innovationen zu neuen Werten führen.



Mehr aus dem Ressort

Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante
Marktstart des Kombis am 24. JuniOpel Insignia Sports Tourer: Sag beim Abschied glanzvoll Servus

Opel lässt mit dem Insignia Sports Tourer die Zusammenarbeit mit Modellen der bald vergangenen Mutter General Motors auslaufen. Der besonders in Deutschland beliebte Mittelklasse-Kombi legt sich dabei mächtig ins Zeug in Richtung Premium.


Elektrische Reichweite von 155 KilometernSmart Fortwo Cabrio ED: Den Sommer genießen

Nun ist das Angebot komplett. Nach dem elektrisch angetriebenen Zwei- und Viersitzer bietet Smart vom Fortwo auch ein Cabrio an. Bei diesen sommerlichen Temperaturen ist es zweifelsfrei die schönste Art, mit diesem Kleinwagen unterwegs zu sein.


Der Kia Optima SW eignet sich nicht nur als Dienstwagen
Kombi kann es auch autonomKia Optima SW 1.7 CRDI: Den Platzhirschen auf der Spur

Die Mittelklasse wird in Deutschland komplett von den deutschen Herstellern beherrscht. Der Kia Optima hat dabei in zweiter Generation den Abstand zu den Platzhirschen verkleinert – vor allem mit der Kombivariante.