10. November 2015

Fahrbericht Verbesserung beim Motorenangebot Ford EcoSport: Rad ab

Das Reserverad beim Ford EcoSport ist verschwunden.
Das Reserverad beim Ford EcoSport ist verschwunden. © Ford

Der Einstieg in Europa ist für den Ford EcoSport misslungen. Gut anderthalb Jahre nach der Markteinführung gibt es nun einen Neuanfang in Europa für das in Südamerika schon seit Jahren beliebte Mini-SUV.




Der Ford EcoSport ist ein Kleinwagen-SUV, das man insbesondere auf brasilianischen Straßen häufig sehen kann. Mit einer bizarren Mischung aus modernem Design, einem Schuss Hochbeinigkeit sowie dem antiquiert wirkenden Reserverad am Heckdeckel verfehlte er aber den Nerv der deutschen Klientel. Genau dort haben die Ford-Strategen beim jüngst absolvierten Facelift angesetzt: weg mit dem Reserverad und runter mit der Karosse. Wer allerdings möchte, kann das mindestens 17.990 Euro teure SUV noch immer mit charakteristischem Rad an der Kofferraum-Tür ordern – gegen 200 Euro Aufpreis.


Ford verstärkt Leistung des Dieselmotors

Bei den Motoren gab es Verbesserungen im Detail und einen Neuzugang: Während der 92 kW/125 PS starke Einliter-Turbodreizylinder blieb, hat man dem 1,5-Liter-Diesel fünf zusätzliche Pferde spendiert, so dass er auf 70 kW/95 PS kommt. Allerdings beziffern Fords Marketing-Experten dessen Anteil in unseren Gefilden auf magere sechs Prozent. Hoffnung auf einen Verkaufsschub macht dem Ford-Team der kommende 103 kW/140 PS-Dreizylinder mit ebenfalls einem Liter Hubraum – aber für erste Testfahrten stand lediglich die bereits bekannte Leistungsstufe zur Verfügung.

Mit den 125 PS ist man im Grunde gut bedient, berücksichtigt man, dass der EcoSport wohl nur selten auf langen Strecken eingesetzt wird. Die Tieferlegung um einen Zentimeter hat ihm gut getan, das Fahrverhalten ist durchaus agil, wie ausgiebige Touren über kurvige Straßen des bergischen Landes bestätigt haben. Allerdings braucht die kleinvolumige Maschine Drehzahl, um so etwas wie Fahrspaß zu erzeugen. Dass man dann nicht mehr mit den fünfeinhalb Litern aus der Werksangabe zurande kommt, leuchtet ein. Dreht man ihn aus, produziert der Turbo übrigens ein kerniges Timbre, was recht attraktiv klingt. In der Teillast hält er sich akustisch zurück – vielleicht ein Resultat der verbesserten Dämmung. Ganze 30 Stellen haben sich die Techniker ausgeguckt, an denen optimiert wurde.

Der Ford EcoSport trägt noch die alten Gene mit sich
Der Ford EcoSport trägt noch die alten Gene mit sich © Ford

Der Innenraum präsentiert sich funktional und sachlich – zeitgeistige Elektronik-Spielereien à la TFT-Instrumentarium bleiben aus, wohl schon alleine wegen der Kosten. Recht kommod muten im Grunde auch die Sitze mit ihren betont straffen Polstern an, wenngleich die Schenkelauflagen für durchschnittliche Mitteleuropäer deutlich zu kurz ausfallen.

Beim Cockpit merkt der Kenner, dass der EcoSport noch zu einer älteren Generation gehört, nämlich zu jener mit den winzigen Knöpfchen, die man wahllos auf der Mittelkonsole verstreut vorfindet. Andererseits verströmen sie einen gewissen Charme mit ihrer verschrobenen Designsprache, gerade auch die stäbchenförmigen, mehrfachbelegten Taster. In Zukunft soll es eine integrierte Bildschirm-Navigation geben – die war allerdings weder in den Testwagen montiert, noch ist sie in der aktuellen Preisliste aufgeführt.

Schnittigere Linienführung durch Verzicht aufs Reserverad

Gelb steht dem Ford EcoSport gut
Gelb steht dem Ford EcoSport gut © Ford

Die Techniker versprechen darüber hinaus auch Nachbesserungen bei den Getrieben. Demnach dürfen die Kunden in den nächsten zwei Jahren auf eine Sechsgang-Box hoffen. Man muss aber fairerweise sagen, dass der jetzige Fünfgänger keine Klagen aufkommen lässt. Die Übersetzungen rasten knackig und präzise ein, die Abstufung geht in Ordnung – zumal das Gros der ausgelieferten EcoSport erwartungsgemäß allenfalls auf mittleren, eher noch auf kurzen Strecken unterwegs ist, da kann man auf den Schongang getrost verzichten.

Schade nur, dass ein Automat dem 1,5-Liter-Saugbenziner vorbehalten bleibt, aber auch das ist wohl der erwarteten Einbaurate geschuldet. Dafür kommen Farb-Fans auf ihre Kosten, insbesondere in dem knalligen Gelb macht der EcoSport eine richtig gute Figur. Und ohne das Reserverad kommt auch seine durchaus schnittige Linienführung endlich besser zur Geltung, denn das Auge bleibt nicht mehr an der Heckklappe hängen. Jedenfalls hätte es das kleine Ford-SUV verdient, häufiger als bisher im Straßenbild vertreten zu sein. (SP-X)






Mehr zur Marke Ford

Plugin-Hybrid-Variante folgt 2019Ford schickt Transit Custom in die Moderne

Ford hat den Transit Custom überarbeitet. Der Kleintransporter erhielt neben einer neuen Front vor allem die Techniken, die vor Unfällen schützen – und auch im Innenraum hat sich einiges getan.


Vierte Generation der MittelklasseFord Mondeo: Die Leiden des Dienstwagens

Der Ford Mondeo verfügt über die typischen Dienstwagen-Qualitäten. Doch besonders benutzte Mittelklassemodelle leiden dann auch unter den typischen Dienstwagen-Beanspruchungen.


Neues AusstattungspaketFord schärft Focus RS nach

Ford verstärkt den Fahrspaß beim Focus RS. Der Kompaktsportler erhält mit dem Paket Blue & Black neben einem Sperrdifferenzial zugleich neue Farbtöne.



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.


Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.