20. Juni 2016

Fahrbericht Unterwegs mit dem 1.5 Liter mit 150 PS Ford C-Max: Aus Freude am Fahren

Der Ford C-Max bietet gute Fahrleistungen.
Der Ford C-Max bietet gute Fahrleistungen. © Ford

Sie suchen einen Kompakt-Van? Sie wissen noch nicht genau, was für einer es werden soll? Dann sollten sie sich auf jeden Fall auch einmal den Ford C-Max anschauen. Es lohnt sich, auch wenn es einen Aspekt gibt, der den guten Gesamteindruck etwas trübt.




Von Frank Mertens

Klar kann man darüber streiten, ob der Ford C-Max nun optisch ansprechend ist oder nicht. Dass dieser Kompakt-Van einem beim Anblick nicht anmacht stimmt. Es ist halt ein sehr funktionales Auto. Spielereien, auch optischer Art, überlässt der C-Max lieber der Konkurrenz. Er will durch seine Sachlichkeit, seine Variabilität und vor allem seine Fahreigenschaften überzeugen. Und hier hat der C-Max seine großen Stärken. Über Freude am Fahren können sich nicht nur Kunden von Premiumherstellern freuen.

Da ist zunächst einmal sein luftiger Innenraum, der für Fahrer und Beifahrer ausreichend Platz bietet. Und auch die Passagiere im Fond sitzen selbst dann recht kommod, wenn sie größer als 1,80 Meter sind. So gehört es sich für einen Van, bei dem häufiger und vor allem auf langen Strecken Mitreisende auf der Rückbank Platz nehmen. Apropos Variabilität: Die Rückbank im C-Max ist dreigeteilt, die Sitze lassen sich einzeln herausnehmen. Dadurch entsteht ein maximales Kofferraumvolumen von bis zu 1723 Liter, im Normalzustand sind es 471 Liter. Wenn es denn etwas zu meckern gibt, dann betrifft es die hohe Ladekante. Das Verladen des Gepäcks wird dadurch zumindest etwas erschwert - aber das sind Nickligkeiten, über die man hinwegsehen kann.


Nerviges Navigationssystem

Schaut man sich den Innenraum an, dann kann man sich über eine klare Gestaltung der Instrumente freuen, die sich zudem gut bedienen lassen. Doch es gibt eine Ausnahme - und die nervt und man fragt sich, warum es so etwas heute noch geben muss: es geht um das Ford Navigationssystem Sync 2. Es kostet im Businesspaket I zusammen mit dem Parkpiloten in der Ausstattungsvariante Trend immerhin selbstbewusste 1430 Euro, für die Topvariante Titanium (mit der auch unser Testwagen unterwegs war) fallen immer noch 700 Euro an.

Nicht, dass einem das Navi nicht zielgerichtet zum Ziel führt. Nein, das läuft alles gut. Es geht um die Art und Weise, wie man sich durchs Menü wühlen muss, um eine Adresse über den Touchscreen einzugeben. Vergleicht man es mit anderen Systemen in dieser Klasse, dann ist man von dieser Umständlichkeit, dieser schlechten Benutzerführung mit Unterpunkten schlicht genervt. Hat man die Adresse erst einmal eingegeben und aktiviert sie, wird man vom System nochmals um Bestätigung gebeten. Intuitiv sieht doch anders aus. Natürlich gewöhnt man sich an alles, doch Ford wäre gut beraten, seinen Kunden hier eine bessere Logik zu offerieren.

1,5 Liter-Motor hat 150 PS

Blick aufs Cockpit im C-Max von Ford
Blick aufs Cockpit im C-Max von Ford © Ford

Dass das Navi nervt ist deshalb schade, weil der C-Max sonst rundum überzeugt. Der von uns gefahrene 1,5 Liter EcoBoost-Motor mit 150 PS ist nicht nur ein ausgesprochen laufruhiges Aggregat, sondern vor allem auch ein kraftvolles. So sorgt ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern (liegt zwischen 1600 und 4000 Touren an) in Kombination mit dem wirklich gut abgestimmten manuellen Sechsganggetriebe für einen kraftvollen Antrieb dieses 1,4 Tonnen schweren Kompakt-Vans, sondern auch für durchaus flotte Beschleunigungswerte. Es vergehen nur 9,4 Sekunden bis Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 199 km/h erreicht.

Dabei erweist sich der C-Max auch bei schneller Autobahnfahrt im Innenraum als ausgesprochen ruhig. Auf langen Urlaubsreisen lernt man dies zu schätzen. Daneben glänzt der C-Max durch sein Fahrwerk. Es ist zwar straff abgestimmt, aber nicht unkomfortabel und zeigt seine Stärken insbesondere bei schnellen Kurvenfahrten. Das macht der C-Max alles ausgesprochen souverän - und hinterlässt damit einen bleibend positiven Eindruck. Und wie schaut es mit dem Verbrauch aus? Der wird mit 6,1 Litern (CO2-Wert 139 g/km) angegeben. Bei den Testfahrten waren es bei einem hohem Autobahnanteil 7,8 Liter.

Natürlich offeriert Ford auch für den C-Max eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen, die das Fahren deutlich sicherer machen. Dazu gehört neben einem Tot-Winkel-Warner auch ein Notbrems- und Fahrspurassistent, eine Müdigkeitserkennung und ein Fernlichtassistent. Die Kosten dafür belaufen sich im Technik-Paket bei der Ausstattungsvariante Trend auf 1500 Euro, bei Titanium sind es 950 Euro. Soviel Geld sollte Ihnen die eigene Sicherheit Wert sein. Der Spaß, einen C-Max zu fahren, beginnt übrigens für den 1,6 Liter mit 85 PS bei 17.950 Euro. Unser Testwagen startet bei 23.450 Euro , mit allen Features an Bord steht er mit über 30.000 Euro in der Preisliste. Doch wer den C-Max in die engere Kaufentscheidung einbezieht, für den geht es derzeit auch günstiger. Denn Ford hat Aktionswochen ausgelobt: Und in dieser Zeit kostet die Einstiegsversion gerade einmal 14.490 Euro.






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