21. Oktober 2015

Fahrbericht In Konkurrenz zu AMG und Co. Cadillac ATS-V und CTS-V: Potente Doppelspitze

Der CTS-V ist das stärkste Cadillac-Serienmodell aller Zeiten. Fotos ▶
Der CTS-V ist das stärkste Cadillac-Serienmodell aller Zeiten. © Cadillac

Cadillac greift in die Vollen. Mit den V-Modellen von ATS und CTS stellt sich die Premium-Tochter von General Motors in Konkurrenz zu Mercedes-AMG, der BMW M GmbH oder den RS-Modellen von Audi.




Von Thomas Flehmer

Doppelspitzen haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) praktizierte sie Anfang des neuen Jahrtausends, die Partei Die Linke setzt ganz frisch auf zwei Anführer. Auch Cadillac bläst gleich mit zwei Modellen zum Angriff nicht nur auf die sportliche Premium-Konkurrenz aus Deutschland. Der neu gegründete V-Ableger ist vergleichbar mit den sportlichen Töchtern Mercedes-AMG, der M GmbH von BMW oder den RS-Modellen von Audi und wird besonders mit dem CTS-V als ernst zu nehmender Mitbewerber seinen Platz einnehmen.


CTS-V stärkstes Cadillac-Serienmodell aller Zeiten

Denn die 5,02 Meter lange Hochleistungslimousine, das laut Europa-Vizepräsident Andreas Schaaf stärkste Serienmodell von Cadillac aller Zeiten, bereitet allein schon durch die Leistungsdaten einen starken Eindruck. Der 6,2 Liter große Achtzylinder verfügt über 477 kW/649 PS und ein Drehmoment von fast Bugatti-verdächtigen 855 Newtonmetern, die bei 3600 Umdrehungen anliegen.

Damit katapultiert sich der fast zwei Tonnen schwere Trumm in Supersportwagenmanier innerhalb von 3,7 Sekunden auf Tempo 100 km/h und findet zudem locker seinen Platz im exklusiven Club der 300er. Anstatt bei 250 km/h Einhalt zu gebieten, kommt der CTS-V gleich auf 320 km/h.

Spürbare Potenz in jedem Bereich des Cadillac CTS-V

855 Newtonmeter stehen dem Cadillac CTS-V zur Verfügung
855 Newtonmeter stehen dem Cadillac CTS-V zur Verfügung © Cadillac

Natürlich muss die Horde der Pferde bei der Beschleunigung gezähmt werden, sodass der Hecktriebler bei einem zu schnellen Druck auf das Gaspedal vom ESP eingefangen wird. Der 6,2 Liter große Achtzylinder hüllt sich dabei akustisch in Understatement und klingt weniger rauh und auch weniger prollig als so manch andere Sportabgasanlage. Das ändert sich, wenn der Fahrmodus „Sport“ eingestellt wird, aber auch dann betört der Ami noch durch einen schönen kräftigen Sound.

Anders als die reinen Sportwagen kann der Fünfsitzer trotz seiner unglaublichen Dynamik auch noch den geeigneten Komfort bieten. Trotzdem ist die Potenz jederzeit und in jedem Geschwindigkeitsbereich spürbar – egal, ob auf der Autobahn oder Landstraße. Das bedeutet Fahrspaß pur.

Exzellentes Fahrwerk des Cadillac CTS-V für die Kurvenhatz

Das Cockpit des Cadillac CTS-V überzeugt ohne Wenn und Aber
Das Cockpit des Cadillac CTS-V überzeugt ohne Wenn und Aber © Cadillac

Während der CTS-V auf dem Highway um die Krone „King of the Road“ kämpft, punktet die Limo auf der Landstraße mit einem exzellenten Fahrwerk. Die Lenkung agiert sehr direkt, die Dämpfer halten Unebenheiten vom Innenraum weg, die Kurven können äußerst sportlich genommen werden. Brembobremsen mit einem Scheibendurchmesser von 390 Millimetern vorn sowie 365 Millimetern hinten sorgen ebenso wie sichere Gefühle wie die diversen Fahrerassistenzsysteme, die natürlich gerade in dieser Klasse nicht fehlen dürfen.

Auch der Innenraum sorgt für Wohlgefühle. Die 20-fach verstellbaren Sitze können exakt eingestellt werden, das Armaturenbrett mit seiner Overboost-Anzeige sowie das farbige Headup-Display schenken Sicherheit und Komfort zugleich, die Materialien sind äußerst wertig, der Innenraum wirkt sehr geschmackvoll: sportlich, aber zugleich elegant. Das CUE-System wurde wie angekündigt modernisiert, sodass auch das Navigationssystem nun mit der Geschwindigkeit mithalten kann. Und mit einem Track-Checker von Cosworth können auch die Rundenzeiten auf der Rennstrecke analysiert werden.

Cadillac CTS-V ab 98.500 Euro

Lang hält natürlich die Freude nicht an, ehe wieder ein Besuch an der Tankstelle sich ankündigt. Doch auch hier befindet such Cadillac mit einem Kombi-Mix von 13 Litern in Sichtweite der deutschen Premium-Modelle, die zwischen 100 und 170 PS weniger aufweisen und dafür zwischen drei und vier Liter weniger auf 100 Kilometern begnügen.

Dafür schlägt die Stunde des CTS-V beim Preis. Mit 98.500 Euro liegt der Caddi mindestens 10.000 Euro unter den Premium-Sportlern aus Stuttgart, München oder Ingolstadt.

Kleiner Bruder Cadillac ATS-V in zwei Varianten

Den Cadillac ATS-V gibt es als Limousine und Coupé
Den Cadillac ATS-V gibt es als Limousine und Coupé © Cadillac

Fast 30.000 Euro früher beginnt der derzeitige Einstieg in die sportliche Cadillac-Welt. Der ATS-V, den es als Limousine ab 69.900 Euro und als Coupé ab 72.500 Euro gibt, wirkt mit seinen 346 kW/470 PS im Vergleich zum CTS-V fast schon untermotorisiert. Doch für sich alleinstehend reicht diese Kraft natürlich auch, vor allem weil auch hier 603 Newtonmeter den Sechszylinder ebenfalls unter knapp vier Sekunden auf Tempo 100 treiben. Und die Fahrwerk-Komponenten agieren ebenso zuverlässig wie beim großen Bruder.

Und natürlich setzt sich Cadillac mit dem kantigen Design von den deutschen Premium-Vertretern stark ab. Wer also etwas außerhalb des Mainstreams vorfahren möchte, kann bei der neuen Doppelspitze nicht viel falsch machen.






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