27. Januar 2014

Fahrbericht Metallklappdach statt Stoffverdeck BMW 435i Cabrio: Warten auf den Frühling

Das BMW 4er Cabrio kommt im März auf den Markt. Fotos ▶
Das BMW 4er Cabrio kommt im März auf den Markt. © BMW

BMW bringt am 1. März sein neues 4er Cabrio auf den Markt. Was der offene Viersitzer zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht mit dem Topmodell der Münchner, dem 435i mit 306 PS.




Von Frank Mertens

Angesichts zweistelliger Minusgrade denkt derzeit keiner so richtig an ein Cabrio. Stattdessen sehnt man sich nach einer Standheizung als danach, mit einem Auto offen zu fahren. Doch der Frühlingsbeginn am 20. März ist nun auch nicht mehr so weit weg. Entsprechend stellt BMW derzeit sein neues 4er Cabrio vor, das am 1. März zu einem Preis ab 46.300 Euro für den 420d zu den Händlern rollt. Ab diesem Zeitpunkt wird auch das neue BMW 2er Coupé eingeführt.

Nein, natürlich haben die Münchner ihr neustes Modell nicht im winterlichen Deutschland präsentiert, sondern sind dafür ins Spielerparadies Las Vegas gegangen. Dort herrscht zu dieser Jahreszeit Sonnensicherheit – und zudem sind die USA für die Münchner ein besonders wichtiger Markt. Hier werden 40 Prozent der 4er-Baureihe verkauft.


BMW setzt auf Metallverdeck

Überraschungen bleiben beim 4er Cabrio dabei indes aus – zumindest mit Blick auf das Dach: hier halten die Münchner, wie bereits beim 3er Cabrio, unverdrossen an einem Blechdach fest. Natürlich sagte Martin Schweinhuber, der Projektleiter des 4er Cabrios, hätte man sich bei der Entwicklung dieses neuen Modells Gedanken gemacht, ob man nicht auch ein Stoffdach verwendet. "Doch die Befragungen unserer Kunden waren eindeutig: Sie haben sich klar gegen ein Stoffdach ausgesprochen", so Steinhuber. Der Grund: "Das Metallklappdach bietet eine uneingeschränkte Alltagstauglichkeit. Der Kunde hat so zwei Autos in einem, er muss keine Kompromisse machen."

DAs Cockpit des BMW er Cabrios
DAs Cockpit des BMW er Cabrios © BMW

Auch nicht beim Aussehen: Offen wie geschlossen sieht dieser Viersitzer elegant aus. Beeindruckend mit anzusehen ist es, wie sich das dreiteilige Metallklappdach in den Kofferraum faltet. Ist das Verdeck geschlossen, finden sich dort 370 Liter Gepäckraumvolumen, ist es offen, reduziert es sich auf bescheidene 220 Liter. Da das Verdeck dabei tief in den Kofferraum hineinragt und somit kaum Möglichkeiten bietet, vernünftig Gepäck einzuladen, lässt sich das kompliziert ausschauende Dachkonstrukt mittels eines Tastendrucks mit einer elektro-hydraulischen Beladungshilfe an der Heckklappe rauf und runter bewegen. Bei hochgefahrenem Sandwichdach steht im Kofferraum eine genauso große Beladungsöffnung als wie beim geschlossen Dach.

Das ist zum einen eine prima Sache, sieht aber durchaus kompliziert und durchaus anfällig dabei für technische Störungen aus. Ach ja, wie schnell öffnet sich das Dach? Es braucht dafür etwas unter 20 Sekunden, man darf dabei indes nicht schneller als 18 km/h unterwegs sein. Das können Mitbewerber durchaus schneller.

4er Cabrio glänzt mit guter Fahrdynamik

Der BMW macht auch geschlossen eine gute Figur
Der BMW macht auch geschlossen eine gute Figur © BMW

Doch bei der Fahrdynamik braucht sich BMW nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil. Mit dem Mittelklasse-Cabrio sorgen die Münchner in diesem Bereich ein Ausrufezeichen. Damit das 4er Cabrio noch satter auf der Straße liegt, haben sich auch die Abmessungen geändert.

So legte die Länge um 2,6 cm auf 4,64 Meter zu, die Breite wuchs um 4,3 cm auf 1, 82 Meter an. Der Radstand weist nun 2,81 Meter (plus 5 cm) auf und die Spurbreite vorn legte um 4,5 cm und hinten sogar um 8,1 cm zu und der Schwerpunkt wurde im Vergleich zur 3er-Limousine um einen Zentimeter abgesenkt. Die Steifigkeit der Karosserie wurde um 40 Prozent erhöht. Das alles sorgt für einen noch satteren Auftritt auf der Straße und ein noch besseres Handling, wie unsere Testfahrten mit dem Topmodell 435i (ab 54.100 Euro) mit dem 306 PS starken Sechszylinder zeigten.

Der Dreiliter-Benziner zaubert dabei insbesondere sportlich ambitionierten Fahrern ein Grinsen aufs Gesicht, so souverän bringt er seine Leistung und sein maximales Drehmoment von 4000 Nm, das zwischen dem breiten Drehzahlband von 1500 bis 5000 Touren zur Verfügung steht, auf die Straße. In gerade einmal 5,6 Sekunden erreicht das Topmodell Tempo 100 und die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 250 km/h an, wie aus dem Leistungsblatt hervorgeht. Denn auf den amerikanischen Highways konnte dies angesichts der keinen Spaß verstehenden Cops nicht ausprobiert werden. So hielten wir uns strikt an das Tempolimit von 55 Meilen.

Achtgangautomatik zu empfehlen

Bei Dunkelheit durch Las Vegas im 4er Cabrio
Bei Dunkelheit durch Las Vegas im 4er Cabrio © BMW

Doch kein Probem: ein Cabrio ist schließlich zum Cruisen dar – und dafür eignet sich der 4er in idealer Weise – und nun geht es in ihm mittlerweile noch komfortabler zu, nachdem man Fahrer und Beifahrer einen Nackenfön spendiert hat, der es einem auch bei kälterem Wetter erlaubt, offen unterwegs zu sein. Das ist eine nette Sache, für die man die dafür notwendigen 400 Euro auf jeden Fall locker machen sollte. Das trifft auch auf die Achtgangautomatik zu, mit der unser Testwagen ausgestattet war. Sie bringt die Kraft ohne Verzögerung an die Hinterräder und lässt einen damit noch umso entspannter unterwegs sein. Laut Hersteller soll sich der 435i mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,7 Liter (mit Achtgangautomatik) unterwegs sein. Wer diesen Wert indes erreichen will, der muss beim so genannten Fahrerlebnisschalter schon die spritsparende Eco-Pro-Taste gedrückt haben. Wer es etwas sportlicher mag, der muss mit einem Verbrauch von rund zehn Litern rechnen.

Zum Marktstart wird BMW das 4er Cabrio mit drei Motoren anbieten, neben dem 435i noch den 428i (ab 48.200 Euro) und den 420d (ab 46.300 Euro), der gerade einmal auf einen Verbrauch von fünf Litern kommen soll. Das alles sind natürlich nur in Etwa-Preise, denn wer sich aus der seitenlangen Aufpreisliste noch die ein oder andere Nettigkeit heraussucht, ist schnell bei 10.000 Euro und mehr angelangt.






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