22. Oktober 2013

Fahrbericht Überzeugende Verbrauchswerte BMW 320d GT: Effizient reisen

Der BMW 320d GT gibt sich äußerst bescheiden beim Verbrauch.
Der BMW 320d GT gibt sich äußerst bescheiden beim Verbrauch. © BMW

Mit dem 3er GT hat BMW den größten Vertreter der Baureihe konzipiert. Der Diesel im 320d dagegen präsentiert sich äußerst sparsam.




In der nicht mehr ganz so grauen Vorzeit des modernen Automobilbaus, die Älteren werden sich erinnern, spielten Kombis im deutschen Straßenbild eine eher untergeordnete Rolle als Handwerkertransporter. Damals – wir sprechen von den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – galten Schräghecklimousinen als très chic und BMW offerierte eine solche vom Vorgänger des 3ers. Heute sind Limousinen mit coupéartig verlaufendem Heckabschluss wieder en vogue, wobei BMW einerseits Vorreiter, andererseits Nachahmer ist. Nachahmer, weil Mercedes mit dem CLS und Audi dem der Schrägheckversion vom A5 und dem A7 zuerst da waren, BMW andererseits mit dem X6 das Segment der Schrägheck-SUV eröffnet hat und damit designtechnisch die Richtung vorgab. Unter dem Signet Grand Turismo jedenfalls offerieren die Münchner sowohl in der 5er wie auch in der 3er-Baureihe eine Schräghecklimousine. Den 320d GT baten wir zum Alltagstest.


Auf Großgewachsene fühlen sich im BMW 320d GT wohl

Während der Touring genannte Kombi für lifestylig-sportliche Transportaufgaben gedacht ist, soll der GT, der Name legt es nahe, das Modell für die große Reise sein. Er bietet tatsÄchlich mehr Platz im Kofferraum als der Kombi. 1600 Liter fasst das Gepäckabteil und es lässt sich, der großen Klappe sei Dank, sehr einfach beladen. Der GT ist der längste 3er. Mit 4,82 Metern wildert er schon in den Sphären der gehobenen Mittelklasse, was nicht zuletzt an elf Zentimetern mehr Radstand und insgesamt 20 Zentimetern mehr Außenlänge gegenüber der normalen 3er-Limousine begründet ist.

Der gewonnene Platz kommt nicht nur dem Gepäck, sondern vor allem den Passagieren in der zweiten Reihe zu Gute. Der Beinraum, den der GT hinten bietet, ist beachtlich. Auch groß gewachsene Menschen können links hinten bequem sitzen, selbst wenn ein ebenso langes Exemplar hinter dem Steuer Platz genommen hat. Zur Not finden auch drei Erwachsene auf der Rückbank Platz, was allerdings für die lange Reise nicht wirklich zu empfehlen ist.

Sparsamer Diesel des BMW 320d GT

Dafür taugt der 2,0-Liter Diesel umso mehr. Seine 135 kW/184 PS sorgen gemeinsam mit 380 Newtonmetern Drehmoment für gute Fahrleistungen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit der formidablen Achtgangautomatik bei knapp 230 km/h. Im täglichen Autobahnbetrieb spielt sie allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Da überzeugt der GT trotz der auf dem Papier gar nicht so hohen Leistungswerte durch Souveränität, vor allem im meist genutzten Tempobereich zwischen 100 und 180 km/h.

Und er überzeugt durch Sparsamkeit. Die effiziente Dynamik, die sich BMW seit Jahren auf die Fahne geschrieben hat, liefert der Diesel nahezu in Perfektion. Selbst Vollgasetappen lassen den Verbrauch kaum über sechs Liter steigen. Im Mittel bewegten wir die immerhin gut 1,7 Tonnen schwere Limousine mit 5,2 Litern und lagen damit nur 0,3 Liter über dem Normverbrauch. Das A in der Effizienzklasse hat sich der GT redlich verdient.

BMW 320d GT kratzt an 70.000 Euro

Zahlreiche Komfortelemente stehen für den BMW 3er GT zur Auswahl
Zahlreiche Komfortelemente stehen für den BMW 3er GT zur Auswahl © BMW

BMW hat unser Testexemplar freundlicherweise mit allem ausgestattet, was das Haus an Assistenzsystemen und Annehmlichkeiten zu bieten hat. Davon möchten wir mit Nachdruck das Headup-Display (980 Euro) empfehlen, das im täglichen Einsatz auch durch die Einblendung der Navihinweise und der Verkehrszeichen überzeugt. Außerdem sollte man sich den Komfort der Rückfahrkamera (420 Euro) mit Rundumsicht (740 Euro) gönnen, die das Einparken auch in engen Lücken zum Kinderspiel macht.

Derlei treibt den Basispreis von 41.550 Euro inklusive Automatik allerdings schnell nach oben. Wir haben es nicht genau nachgerechnet, doch mit ziemlicher Vollausstattung und allerlei Paketen (Navi 3100 Euro, Parken 1190 Euro, Sicht 1590 Euro) und dergleichen mehr lässt sich der Preis locker an die 70.000 Euro treiben. Da das bei der Konkurrenz genauso gut geht, muss man darüber nicht schimpfen. Die Kunden akzeptieren es und nutzen die Individualisierungsmöglichkeiten.

Patzer bei der Haptik des BMW 320d GT

Optisch gefällt das Cockpit des BMW 3er GT
Optisch gefällt das Cockpit des BMW 3er GT © BMW

Dabei entsteht dann in der Regel ein Fahrzeug, was, wie unser Testwagen, kaum einen Vergleich mit der oberen Mittelklasse scheuen braucht. Eines allerdings hat uns weniger gut gefallen. Während die Optik vor allem im Interieur sehr gut ausfiel, patzt BMW im Detail bei der Haptik.

So fühlt sich der Türgriff innen billig an und der Kunststoff bildet eine deutliche fühlbare kleine Kante beim Übergang auf die Verkleidung. Das kann man besser machen und in dieser Preisklasse auch besser erwarten. Seine Kerndisziplin, das effiziente Reisen hingegen kann man kaum besser machen, weshalb der GT vor allem für Vielfahrer mit diesem Motor eine echte Empfehlung ist. (SP-X)






Mehr zur Marke BMW

200 Millionen Euro InvestitionBMW will Batterie-Zelle besser verstehen

BMW investiert 200 Millionen Euro in ein Kompetenzzentrum Batteriezelle. Es gehe darum, die Zelle für Elektroauto-Batterien besser zu verstehen.


SUV startete 2003Zwei Generationen BMW X3: Großer Wurf mit kleinen Schwächen

Während in diesen Tagen die dritte Generation des BMW X3 auf den Weg gebracht wird, bieten sich auch die ersten beiden Auflagen an. Das an sich solide SUV leidet allerdings an kleinen typischen Schwächen.


EICMA MailandBMW Motorrad startet mit vier neuen Modellen durch

BMW wird in der Motorradsaison 2018 vier neue Modelle auf den Markt bringen. Darunter ist mit der C 400 X auch ein neuer Mittelklasse-Roller.



Mehr aus dem Ressort

Marktstart im Frühjahr 2018Volvo XC40: Cool sein hat seinen Preis

Volvo will wachsen – und dazu beitragen soll insbesondere das Kompakt-SUV XC40. Er wird im März auf den Markt kommen. Das Auto bringt alles mit, um ein Erfolg zu werden. Wenn da nur nicht der Preis wäre.


Der VW Golf GTI TCR darf nur auf Rennkursen bewegt werden
Bei Seat gebautVW Golf GTI TCR: Nur für die Rennstrecke

65 Prozent aller Bauteile sind identisch mit einem normalen Serienmodell. Trotzdem darf der VW Golf GTI TCR nicht am Alltagsverkehr teilnehmen – und das ist auch gut so.


Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.