10. Juli 2017

Fahrbericht Unterwegs mit dem 1.4 TFSI mit 150 PS Audi Q2: SUV mit Zufriedenheitsgarantie

Der Audi Q2 hinterlässt einen guten Eindruck. Fotos ▶
Der Audi Q2 hinterlässt einen guten Eindruck. © AG/Mertens

Ein SUV? Muss das sein? Nun ja, die Kunden stehen auf diese Autos. Warum nur? Der Audi Q2 gibt darauf eine überzeugende Antwort.




Von Frank Mertens

Der Trend zum SUV scheint unaufhaltsam zu sein. Das zeigen die Zulassungs-Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg. So kommt dieses Segment mit 20,6 Prozent im ersten Halbjahr auf die höchste Steigerung in allen Fahrzeugklassen.

Da kann man noch so viel gegen diese Fahrzeuge wettern, sie seien zu groß, zu durstig – und überhaupt passen sie nicht ins Stadtbild. Die Kunden lieben sie. Warum nur? Zunächst einmal wegen der erhöhten Sitzposition. Man steigt nicht nur bequem ins Auto ein, sondern auch wieder aus. Schon mal ein gutes Argument, vor allem wenn man in die Jahre kommt.


Q2 ausgesprochen kompakt

Doch es gibt halt solche SUVs und solche. Die einen sind schlichtweg Ungetümer wie beispielsweise ein Audi Q7 oder ein Mercedes GLE, die anderen kommen ausgesprochen kompakt daher wie ein BMW X1 oder eben auch der von uns getestete Audi Q2. Er ist das kleinste Modell der Q-Baureihe der Ingolstädter und bringt es auf eine Länge von 4,20 Metern, eine Breite von 1,79 Metern und eine Höhe von 1,50 Metern.

Das sind Maße, mit denen man sich selbst in einer Großstadt noch wohl fühlt und beim Durchfahren enger Seitenstraßen keine Schweißperlen auf der Stirn bekommt. Entsprechend verwundert es nicht, dass der Q2 mit seinen kompakten Abmessungen beim Kunden gut ankommt. So entschieden sich allein in Deutschland im ersten Halbjahr 11.597 Kunden für das kleine SUV der VW-Tochter.

Wohlfühlatmosphäre inklusive

Eine feine Sache, das Digital-Display
Eine feine Sache, das Digital-Display © AG/Mertens

Dass der Kleine so beliebt ist, kann man verstehen. Denn neben seiner kompakten Form bringt der von uns getestete 1.4 TFSI mit seinen 150 PS alles mit, um sich wohl zu fühlen. Dazu trägt natürlich bei, dass unser Testwagen über fast alles verfügte, was die Ausstattungsliste im Angebot hat. Da war zum einen das gute 7-Gang-DSG, das S-Line Exterieurpaket (1460 Euro), ein Head-Up-Display (600 Euro, allerdings keines, was die Infos in die Windschutzscheibe projiziert), die Lederausstattung (1550 Euro) oder das Assistenzpaket (1590 Euro).

Das Fahrassistenzpaket verfügt nicht nur über eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, einen Spurwechsel- und Fernlichtassistenten, sondern auch über einen Stau- und Notfallassistenten. Der ermöglicht dem Fahrer teilautonomes Fahren bis Tempo 65 km/h. Das ist alles eine feine Sache, die den Fahrer gerade bei längeren Fahrten entlastet. Doch ein Wort zum Stauassistenten, den wir im Berliner Stadtverkehr ausprobiert haben. Im Stopp-and-Go-Verkehr agierte er doch teils etwas arg ruppig, fuhr holprig an, um dann ebenso holprig zu stoppen. Das habe ich schon besser erlebt.

Etwas für zahlungskräftige Kunden

Mit einer Vielzahl anderen Nettigkeiten stieg der Preis von 28.750 Euro indes auf 47.340 Euro an, also locker mal 20.000 Euro mehr. Da muss man schon heftig schlucken – oder Dienstwagenberechtigt sein. So sind über 48 Prozent der Q2-Käufer auch gewerbliche Kunden. Doch sei es drum: Für dieses Geld bekommt der Kunde dann ein wirklich überzeugendes Auto – und das fängt bereits beim Einsteigen an. Die Verarbeitungsqualität ist hoch – halt so, wie man es von Audi kennt. Da gibt es gar nichts zu meckern. Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch gut an. So muss es sein – auch wenn man dafür, siehe oben, tief in die Tasche greifen muss.

Klar, der Q2 ist kein Raumwunder, aber Fahrer und Beifahrer sitzen durchaus bequem. Und auch im Fond können zwei Erwachsene auch längere Strecken ohne viel Murren überstehen. Das Kofferraumvolumen liegt übrigens bei 405 Litern. Das ist nicht üppig, geht aber noch okay. Dafür muss man beim Beladen das Gepäck über eine recht hohe Ladekante wuppen.

Gute Fahrleistung

Das Heck des Q2
Das Heck des Q2 © AG/Mertens

Doch wie fährt sich der Q2 nun? Gut, wirklich sehr gut. Der Vierzylinder-Turbobenziner stellt 150 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Nm zur Verfügung, das zwischen 1500 und 3500 Umdrehungen anliegt. Das sorgt dafür, dass man in diesem 1,35 Tonnen schweren SUV recht flott auf Touren kommt. Bis Tempo 100 vergehen 8,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 212 km/h erreicht. Doch Topspeed ist das eine, die Fahrdynamik das andere. Doch auch hier gibt sich der Audi keine Blöße. Das Fahrwerk lässt keine Wünsche offen. Kein Wunder, verfügte unser Testwagen doch über eine Dämpferregelung mit Audi Drive Select (800 Euro). Sie ermöglicht es dem Fahrer, unter verschiedenen Fahrmodi wie Sport, Komfort, Effizienz oder Individual zu wählen. Die serienmäßige Progressivlenkung rundet den positiven Gesamteindruck ab. Und der Verbrauch? Er lag – auch dank der Zylinderabschaltung – bei durchschnittlich guten 6,4 Litern.

Am Ende hinterlässt der Q2 einen bleibenden Eindruck. Schade nur, dass unser Testwagen mit einem Preis von fast 50.000 Euro irgendwie nicht zu einem kompakten Auto passen mag.






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