25. Juni 2014

Fahrbericht Plugin-Hybrid mit 204 PS Audi A3 e-tron: Auftakt zu einer neuen Ära

Der Audi A3 e-tron kostet mindestens 37.900 Euro. Fotos ▶
Der Audi A3 e-tron kostet mindestens 37.900 Euro. © AG/Flehmer

Vor mehr als einem Jahr hatte sich Audi vom elektrischen Antrieb verabschiedet. Der Audi A3 e-tron läutet nun als Plugin-Hybrid das elektrische Zeitalter der VW-Tochter ein.




Von Thomas Flehmer

Der Audi R8 e-tron hatte seine Serienreife bereits unter Beweis gestellt. Doch während die zehn bisher gebauten rein elektrischen Fahrzeuge in den Kellerräumen in Ingolstadt einstauben und die VW-Tochter erst später den rein elektrischen Sportwagen auf den Markt bringt, steht der Audi A3 e-tron als Plugin-Hybrid in den Startlöchern und läutet eine neue Zeitrechnung beim Hersteller ein, der ab sofort zu Preisen ab 37.900 Euro bestellt werden und zum Jahresende dann vor der Tür steht.


Audi A3 e-tron bis zu 50 Kilometer rein elektrisch

Die etwa 4000 Euro Aufpreis für den teilelektrischen A3 im Vergleich zu einem normalen kompakten Verbrenner aus Ingolstadt werden zunächst durch die Fahrfreude überdeckt, die sich beim elektrischen Fahren einstellt. Bis zu 50 Kilometer soll der 75 kW/101 PS starke Elektromotor des A3 e-tron bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h zurücklegen können.

Auf den ersten Testfahrten bei warmen Temperaturen blieb der 1.4 TFSI mit seinen 110 kW/150 PS knapp 40 Kilometer ruhig und schaltete sich nur kurz ein, wenn auf der Landstraße bei Überholvorgängen der rechte Fuß zu schnell heruntergedrückt wurde. Dann benötigt der Benziner rund eine halbe Minute, bevor wieder über den Monitor in den elektrischen Modus zurückgeschaltet werden kann. Insgesamt wird für die meisten Arbeitnehmer die Reichweite ausreichen, um die Strecken zum Arbeitsplatz emissionsfrei zurückzulegen.

Vier Fahrmodi für Audi A3 e-tron

Der Audi A3 e-tron soll sich mit 1,5 Litern begnügen
Der Audi A3 e-tron soll sich mit 1,5 Litern begnügen © AG/Flehmer

Insgesamt stehen vier Fahrmodi zur Auswahl, um den bestmöglichen Kurs mit dem A3 e-tron, der sich äußerlich kaum vom "normalen" A3 unterscheidet, zu wählen. Neben dem rein elektrischen Modus steuert die Hybrid-Funktion die 204 PS Systemleistung so optimal wie möglich, um verbrauchsarm zum Ziel zu gelangen.

Mit der Hold-Funktion wird die Leistung der 8,8 Kilowattstunden starken Lithium-Ionen-Batterie mit insgesamt 96 Zellen erhalten, um zu einem späteren Zeitpunkt – zum Beispiel in der City – abgerufen zu werden. Mit der Hybrid-Charge-Funktion kann die Batterieladung erhöht werden. Je nach Fahrweise wurden auf den gut 85 Testkilometern zwischen 2,3 und 3,6 Liter benötigt. Audi selbst gibt den auf der Rolle ermittelten Verbrauch auf den ersten 100 Kilometern mit 1,5 Litern an, was einem CO2-Ausstoß von 35 Gramm pro Kilometer entspricht.

Audi A3 e-tron in spätestens 3:45 Stunden aufgeladen

Der Stecker des Audi A3 e-tron befindet sich hinter den vier Ringen
Der Stecker des Audi A3 e-tron befindet sich hinter den vier Ringen © AG/Flehmer

Im Gegensatz zum rein elektrischen Antrieb müssen beim Plugin-Hybriden keine Ängste wegen fehlender Reichweiten ausgestanden werden. Und auch das Aufladen der Batterie ist mit einer Zeit zwischen 2:15 und 3:45 Stunden nicht übermäßig lang.

Abstriche müssen beim Kofferraumvolumen gemacht werden. Allerdings fallen diese bei einem Platzangebot von 280 Litern im Vergleich zu sonst 325 Litern gering aus. Auf eine Tasche müsste verzichtet werden.

Der Tank befindet sich unter dem Kofferraumboden des Audi A3 e-tron
Der Tank befindet sich unter dem Kofferraumboden des Audi A3 e-tron © AG/Flehmer

Trotz seines Mehrgewichtes von 275 Kilogramm im Vergleich zum 1.4 TFSI lässt sich der A3 e-tron auch durchaus sportlich fahren. Bis zu 222 km/h sind drin und 7,6 Sekunden für den Sprint sind aller Ehren wert. Schuld daran sind die kräftigen 350 Newtonmeter Drehmoment, von denen allein die Batterie 330 Newtonmeter ab der ersten Umdrehung zur Verfügung stellt und somit für den Ampelsprint prädestiniert ist.

Doch das ist nicht das Aufgabengebiet des Plugin-Hybriden. Mit ihm kann die Fahrt im elektrischen Modus genossen werden, ein leises Dahingleiten ohne dabei den Verkehr zu behindern. Das Sechsgang-DSG schaltet dabei unauffällig und erhöht die Fahrqualität für die Insassen, die keine Abstriche zum normalen A3 machen müssen.

Dank einer neu entwickelten Connect-App kann das Smartphone über den Ladezustand informieren und spezielle Timer-Funktionen ausführen, um zum Beispiel den Ladevorgang zu starten. Dank einer Kooperation mit Lichtblick kann zudem vollkommen "grüner" Strom auch für den Haushalt bezogen werden. Und dann können auch die rein elektrischen Fahrzeuge weiter in den Kellerräumen ihr Dasein fristen.






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