13. November 2013

Fahrbericht Ab Frühjahr 2014 Audi A3 Cabrio: Schön abgenabelt

Audi hat das A3 Cabriolet auf eine neue Plattform gehievt. Fotos ▶
Audi hat das A3 Cabriolet auf eine neue Plattform gehievt. © Audi

Die neue Audi A3 Limousine macht es möglich. Anstatt von einer abgelegten Plattform des VW Golf zu leben, folgt das Cabrio der Kompaktbaureihe nun der vor gut einem halben Jahr eingeführten neuen Karosserieform – und das nur zum Positiven.




Von Thomas Flehmer

Der Zeitpunkt der Abnabelung war günstig. Dadurch, dass Audi die A3 Limousine als neue Karosserieform speziell für die Märkte in den USA und China ins Rennen schickte, war der Schritt zum Cabrio nicht mehr weit. So löste sich der kompakte Offene von der Plattform eines abgelegten VW Golf. Ab Frühjahr 2014 pünktlich zum Beginn der neuen Cabrio-Saison erhältlich, fußt das neue A3 Cabriolet nun auf der Limousine und läuft ebenso im ungarischen Audi-Werk in Györ vom Band.


Audi A3 Cabrio um knapp 20 Zentimeter gewachsen

Vorbei die Zeiten des kleinen Hecks, vorbei die Zeiten mit den hinter den Rücksitzen angebrachten Überrollbügeln, die stark an das "Erdbeerkörbchen" aus Wolfsburg erinnerten. Das Heck ist nun um 18 Zentimeter gewachsen und das aktive Überrollschutzsystem schießt nun im allerschlimmsten Fall in Sekundenbruchteilen heraus. Nicht nur der Sicherheit, auch der Optik tat es gut.

Dank der Limousinenform ist das nunmehr 4,42 Meter lange und völlig neu konzipierte A3 Cabrio sozusagen in der Premiumliga angekommen. Geblieben ist lediglich das Stoffverdeck – und selbst das wurde natürlich neu geformt. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h soll sich die 50 Kilogramm leichte Stoffmütze in 18 Sekunden öffnen und schließen lassen. Dabei werden die Prozesse allerdings zwischenzeitlich kurz unterbrochen, bis das Verdeck sich geöffnet hat, sodass handgestoppt etwas mehr als 21 Sekunden vergingen. Der Sound und die Lautstärke der Anlage passen sich dabei an jede Situation an, um den Hörgenuss offen oder geschlossen optimal zu präsentieren.

Lautes Lüften des Nacken im Audi A3 Cabrio

Bei geschlossenem Verdeck ist der kompakte Offene nun zwei Zentimeter kleiner und wirkt nach der Abnabelung viel erwachsener. Im Innenraum wuchs der Radstand um zwei Zentimeter und bietet nun 2,60 Meter, damit sich auch die hinten sitzenden Personen den Wind um die Ohren pustsen lassen können.

Um auch bei kälteren Außentemperaturen mehr Wärme im Innenraum vorherrscht, sind in den Kopfstützen der Vordersitze zwei Lüftungen eingebaut, die allerdings – auch während der Fahrt – recht laut vor sich hin arbeiten.

Audi A3 Cabrio-Kunden recht PS-lastig

In etwas mehr als 21 Sekunden ist das Audi A3 Cabrio offen
In etwas mehr als 21 Sekunden ist das Audi A3 Cabrio offen © Audi

Das fällt vor allem deshalb auf, weil die Motoren an sich sehr leise zu Werk gehen. Der für 30.500 Euro angebotene 1,2 Liter große Einstiegsbenziner mit 92 kW/125 PS scheint für das Cabrio etwas zu lahm, erfüllt aber seine Zwecke bereits voll und ganz. Doch die Cabrio-Fangemeinde giert nach mehr PS-Zahlen und wählt eher den 1.8 TFSI mit 132 kW/180 PS und einem Drehmoment von 250 Newtonmetern, die zwischen 1250 und 5000 Umdrehungen bereit stehen.

Damit ist der Sprint innerhalb von 7,8 Sekunden absolviert und die Höchstgeschwindigkeit bei 242 km/h erreicht, sodass der 1.8 sowohl zum Cruisen als auch zum Jagen geeignet ist. Dass dabei der Verbrauch von 5,8 Litern rein theoretischer Natur ist, sollte selbstverständlich sein.

Ruhiger Diesel im Audi A3 Cabrio

Gewohnt wertiges Cockpit der Audi A3-Baureihe
Gewohnt wertiges Cockpit der Audi A3-Baureihe © Audi

Zumal das Fahrwerk – wie aus den anderen neuen Karosserieformen des A3 bekannt – ordentlich zuarbeitet. Unebenheiten werden ausgebügelt, die optionale neue Progressivlenkung arbeitet sehr direkt, sodass es weder in engen Serpentinen noch beim Einparken in der Stadt wuschliger Kurbelungen benötigt. Hinzu kommt, dass das neue A3 Cabrio im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 60 Kilogramm leichter und somit agiler geworden ist.

Etwas schwerer ist die Dieselversionen. Vor Zeiten wurde noch die Nase gerümpft, ein Cabrio mit einem Selbstzünder auszustatten. Mittlerweile greifen rund 50 Prozent der Kunden auf diese Antriebsvariante zurück, die auch im Audi-Cabrio recht leise vor sich hinsurrt - der Diesel wird auch in höheren Geschwindigkeiten bei offenem Verdeck kaum wahrgenommen.

110 kW/150 PS und 340 Newtonmeter Drehmoment sorgen in den Serpentinen trotz eines klitzekleinen Turbolochs für Fahrspaß – verbunden mit den Komponenten, die auch beim Benziner zum Tragen kommen. Auch hier sind dann die angegebenen 4,2 Liter nicht zu halten.

40.000 Euro mit Audi A3 Cabrio schnell erreicht

Das Heck des Audi A3 Cabrio ist um 18 cm gewachsen
Das Heck des Audi A3 Cabrio ist um 18 cm gewachsen © Audi

Den Kunden wird es egal sein, da sie mindestens 33.900 Euro für den Top-Benziner beziehungsweise 400 Euro mehr für den Diesel, den es als einziges Cabrio seiner Klasse auch optional mit Allradantrieb gibt, investieren müssen. Wer dann noch die angebotenen Assistenten ordert und weitere Annehmlichkeiten, die die lange Optionsliste bietet, erreicht schnell die 40.000 Euro und auch darüber hinaus geht es munter weiter. Dafür kann sich der abgenabelte A3 auch wirklich mit den Premium-Mitbewerbern messen.






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