26. Januar 2012

Fahrbericht Edler Dienstwagen Volkswagen CC: Vom Passat abgenabelt

Der VW CC hat den Namenszusatz Passat abgelegt
Der VW CC hat den Namenszusatz Passat abgelegt © VW

Mit dem Volkswagen CC hat das letzte Modell die mittlerweile nicht mehr ganz neue VW-DNA erhalten. Beim hauptsächlich optischen Facelift verschwand auch noch der Namenszusatz Passat.




Von Thomas Flehmer

Dreieinhalb Jahre hat es gedauert, jetzt ist Volkswagen rum. Mit dem CC erhielt das letzte VW-Modell die neue DNA-Struktur, die im Jahr 2008 mit dem Golf VI gelegt wurde. Der schmalere Grill samt neuen Scheinwerfern verpasst dem viertürigen CrossCoupé einen noch sportlicheren Auftritt als beim Vorgänger. Die Rückleuchten sind nun LED basiert, die Annäherung an den Phaeton weiter fortgeschritten.


VW CC mit erweiterter Serienausstattung

Im Zuge des Facelifts verlor der weiterhin 4,80 Meter lange CC seinen Namenszusatz Passat, den er im Hauptmarkt USA von Anfang an nicht hatte. Auf dem Heimatmarkt soll sich nach 320.000 weltweiten Verkäufen die Bezeichnung CC nach VW-Angaben bereits durchgesetzt haben. Und sicher soll der Wegfall den neuen CC weg von der Mittel- und näher an der Oberklasse ansiedeln, auch wenn weiterhin rund 50 Prozent Gleichteile mit dem Passat geteilt werden.

Auch im an sich schon edlen Innenraum wurde weiter gefeilt. Neben neuen Sitzbezügen und Dekoren wurden die Bedieninstrumente, bei denen man zwischen drei Farben wählen kann, modernisiert. Viel wichtiger ist die erweiterte Serienausstattung. Bi-Xenonscheinwerfer, Abbiegelicht und die LED-Rückleuchten gehören ebenso zum Gesamtpaket wie der Müdigkeitswarner, das Radio-CD-System RCD 310 und das Multifunktionslenkrad. Dafür stieg allerdings auch der Einstiegspreis um 1225 Euro.

Fondpassagiere mit wenig Kopffreiheit im VW CC

In der vorderen Reihe des VW CC ist viel Platz vorhanden
In der vorderen Reihe des VW CC ist viel Platz vorhanden © VW

Was für Vielfahrer und Gewerbetreibende – der gewerbliche Anteil an der Passat-Palette beträgt über 86 Prozent – noch optional hinzukommt, sind der erstmals eingesetzte Side Assist Plus in Kombination mit dem Lane Assist. Dieser warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel und das Lenkrad greift in den Spurwechselprozess ein, um Unfälle zu vermeiden. Des Weiteren gibt es eine automatische Fernlichtregulierung und die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung. Zudem kann im Fahrersitz eine Massagefunktion geordert werden, um den Komfort auf der Langstrecke zu erhöhen.

Den haben die beiden Insassen auf den vorderen und äußerst bequemen Sitzen von vornherein. Der Fahrer muss allerdings Einbußen bei der Sicht durch die Heckscheibe einkalkulieren, die durch den coupéhaften Auftritt recht klein geraten ist. Auch die Passagiere auf den hinteren Sitzen sollten nicht zu groß gewachsen sein. Die Knie- und Beinfreiheit ist gegeben, doch die Haare selbst bei Personen unter 1,80 Meter gehen auf Tuchfühlung mit dem Dachhimmel. Auch hier macht sich die Coupéform bemerkbar.

Bekannte Motoren für den VW CC

Eine elegante Seitenlinie zeichnet den VW CC aus
Eine elegante Seitenlinie zeichnet den VW CC aus © VW

Große Angst, mit einem Kopf voller Beulen aus dem Auto zu steigen, müssen die Insassen aber nicht haben. Denn das Fahrwerk arbeitet wie schon beim Vorgänger ganz hervorragend. Selbst auf unwegsameren Wegen werden die Stöße gut ausbalanciert. Und auch die Lenkung gibt immer eine gute Rückmeldung.

Während optische und technische Optimierungen vorgenommen wurden, übernahm VW die Motoren der Passat-Palette. Als Volumenmotor gelten die beiden kleinen Diesel, wobei der Einstiegsdiesel 2.0 Blue TDI, der bereits die Euro 6-Norm erfüllt, vollkommen auch für Autobahnfahrer ausreicht. Der bekannte und überarbeitete Selbstzünder leistet weiterhin 103 kW/140 PS und stellt sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen zur Verfügung. Damit ist er innerhalb von 9,9 Sekunden auf 100 km/h und schafft es bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 214 km/h.

VW CC beginnt bei 31.800 Euro

Schon der Basisdiesel des VW CC reicht aus
Schon der Basisdiesel des VW CC reicht aus © VW

Die erneuerte Klimakomfort-Scheibe vermindert das Geräuschniveau weiter, der CC fährt sich wie ein Oberklassemodell - laufruhig und extrem leise - auch wenn die Nähe zum Passat eher gegeben ist als zum Phaeton. Hier kann schon während der Reise entspannt werden. Auch wenn für die meisten Benutzer des CC Zeit Geld ist, so kann der Neue auch ruhig zum gemütlichen Cruisen auf langen Strecken benutzt werden. Dann aber wird der von VW angegebene Verbrauch von 4,9 Litern und einem CO2-Ausstoß von 127 Gramm pro Kilometer auch nicht in schwindelerregende Höhen führen. In der Stadt hilft noch die Stopp-Start-Automatik, die bei den Benzinern erst später kommt.

Der Einstieg in die neue CC-Welt beginnt nunmehr bei 31.800 Euro für den Basisbenziner 1.8 TSI mit 118 kW/165 PS, dessen Motor etwas mehr zu hören ist als der Commonrail-Diesel, dabei aber keinesfalls störend wirkt. 2050 Euro mehr müssen für den CC 2.0 Blue TDI aufgewendet werden, um dafür die Basisausstattung zu erhalten. Aber auch hier gelingt die Annäherung an die Oberklasse. Mit den üblichen Preisen bei den Sonderausstattungen, die das Leben an Bord – nicht nur für Vielfahrer – verschönern, sollten für den edlen Dienstwagen damit gut 40.000 Euro einkalkuliert werden.

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