20. Februar 2008

Fahrbericht VW verlängert den Caddy Alles auf eine Zahl

Für fast jede Situation passend: der VW Caddy Maxi Life
Für fast jede Situation passend: der VW Caddy Maxi Life © Foto: VW

Volkswagen hat den Caddy um 47 Zentimeter verlängert. Damit füllt der vielseitige Kompakt-Van gleich mehrere Lücken aus.




Von Thomas Flehmer

Volkswagen setzt alles auf eine Zahl. Beim Roulette würden die Wolfsburger gerade mit dieser Zahl garantiert nur verlieren, dennoch fühlen dich die Manager auf der richtigen Seite. «47» lautet die geheimnisvolle Zahl, die die Vorrangstellung des Caddy in Deutschland weiter ausbauen soll. Dieser hat nun 47 Zentimeter mehr an Länge gewonnen, hört auf den Namen «Maxi» und soll die Lücke zwischen dem kleinen Bruder und dem Transporter-Segment schließen.


Über drei Meter Radstand

Zwischen 80 und 85 Prozent aller Kunden werden sich nun über eine längere Ladefläche oder Platz für Werkzeuge freuen, denn hauptsächlich wird der Caddy im gewerblichen Bereich genutzt. Für einen Aufpreis von 1250 Euro ohne Mehrwertsteuer gegenüber dem «kleinen Caddy» stehen dann 4200 Liter Stauvolumen für rund 800 Kilogramm Zuladung zur Verfügung, um den ein oder anderen Tag auf der Baustelle verbringen zu können. Hierfür wurde der Radstand um 32 Zentimeter auf gute drei Meter verlängert. Die fehlenden 15 Zentimeter kamen dem hinteren Überhang zu Gute. Damit können die je nach Gewerbe benötigten Aufbauten im Werkstattfahrzeug weiter variiert werden.

Auch dem Personenverkehr kommen die zusätzlichen 47 Zentimeter zu Gute. Hier stellt VW gleich zwei Varianten zur Verfügung. Zum einen kann der Maxi Kombi mit einer Schiebetür und als Fünfsitzer mit Option auf eine dritte Sitzreihe geordert werden. Der Caddy Maxi Life verfügt serienmäßig gleich über zwei Schiebetüren und wird von vornherein als Siebensitzer angeboten. Dank der zusätzlichen 47 Zentimeter kann die dritte Sitzreihe um fünf Zentimeter weiter nach hinten geschoben werden, um mehr Beinfreiheit zu garantieren.

Bis zu 3700 Liter Kofferraumvolumen

Fix unterwegs
Fix unterwegs © Foto: VW

Um zu dieser Reihe zu gelangen, muss ein Hebel gedrückt werden, dann kann die zweite Sitzreihe problemlos umgeklappt werden und der Weg zu den beiden hinteren Sitzen ist frei. Trotz der Verlängerung sollten auf längeren Wegstrecken Heranwachsende oder Erwachsene diesen Teil meiden, da die Sitzflächen etwas kleiner ausfallen und die Beine die Körperlast zum Teil mittragen müssen. Auf kurzen Strecken machen sich die Belastungen dagegen nicht bemerkbar.

Auch mit dritter Sitzreihe bleibt immer noch genügend Platz für Gepäck. 380 Liter stehen von vornherein zur Verfügung. Wird die dritte Reihe herausgenommen, wächst das Volumen auf 1350 Liter. Wird auch noch die Rückbank hochgeklappt sind es gar 3700 Liter Volumen, um den Maxi Life zu bestücken.

Wohnliches Ambiente

Innenraum mit Kombi-Genen
Innenraum mit Kombi-Genen © Foto: VW

Da kann man sich bei einem Umzug schon fast den Miet-Transporter sparen. Aber wirklich nur fast. Denn, wenn man sich den Transporter sparen könnte, könnte man sich eigentlich auch gleich den Griff zum aktuellen «VW Bus» T5 sparen. Doch der sei nun doch eine Nummer größer, sagt Stephan Schaller. Der Sprecher des Vorstands VW Nutzfahrzeuge erwartet deshalb keine bis sehr geringe Kannibalisierungseffekte zwischen den Segmenten.

Zudem ist das Ambiente im Maxi Life noch etwas wohnlicher. Der Bulli-Charme mit einem Hauch von Arbeit oder Abenteuer fehlt gänzlich. Kein Wunder, teilt sich doch der Vorderwagen des Caddy bis zur B-Säule die Plattform mit dem Golf V. Aber auch auf den in Kino-Anordnung nach hinten ansteigend angelegten Sitzreihen verspürt man eher Kombi- statt Busfeeling. Für die in Hannover ansässige Nutzfahrzeugsparte des Konzerns ein wichtiger Vorteil. Schließlich soll auch der Maxi Life für den gewerblichen Personenverkehr vom Taxi bis zum Hotelshuttle abdecken.

Durchzugskräftige Motoren

Trotz 4700 Liter Stauraum muss der Zosse draußen bleiben
Trotz 4700 Liter Stauraum muss der Zosse draußen bleiben © Foto: VW

Und auch bei der Motorenauswahl grenzt sich der Caddy vom reinen Transportgewerbe ab. Drei Aggregate stehen zur Auswahl. Zum einen ein 75 kW / 102 PS- starker Benziner sowie der bekannte 1.9 TDI mit 77 kW / 105 PS und der 2.0 TDI mit 103 kW / 140 PS. Je nach Einsatzweise und Kilometerleistung wird sich für Privatkunden der Ottomotor rechnen. Das Gros wird aber auf den von uns gefahrenen drehfreudigen 1,9 Liter-Diesel mit Pumpe-Düse-Technik zurückgreifen.

Sowohl als Sechsgang-Schalter als auch mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe reicht dieser Motor völlig aus, um sich weiterhin Limousinen- oder Kombigefühle zu erhalten. Noch fehlen die Commonrail-Diesel, die VW seit dem letzten Jahr einsetzt. Doch sie werden ebenso in naher Zukunft eingesetzt werden wie das vor kurzem vorgestellte Siebengang-DSG.

Kurvenkünstler statt Lastesel

Bequemer Einstieg dank Schiebetüren
Bequemer Einstieg dank Schiebetüren © Foto: VW

Auch in den Kurven zeigt sich der Maxi Caddy agil und erinnert in keinster Weise an einen Lastesel. In 13,3 Sekunden ist man auf 100, bei 177 km/h endet das Vergnügen, das laut VW lediglich 6,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer kostet.

Während der Caddy Maxi Kastenwagen bei 15.070 Euro startet, müssen für den Maxi Life mindestens 20.224 Euro hingeblättert werden. Nicht ganz unbekannt ist bei den Wolfsburgern die lange Aufpreisliste für Sonderausstattungen, die den Preis weiter nach oben treiben. Hier setzt VW leider nicht alles auf eine Zahl.






Mehr zur Marke VW

Verpflichtende UmrüstungVW-Kunden sollten auf Gewährleistungsansprüche achten

Kunden von VW sollten sich mit Blick auf die verpflichtenden Umrüstungen im Abgasskandal ihre Gewährleistungsansprüche sichern. Darauf macht die Verbraucherzentrale Sachsen aufmerksam.


Topmodell des Kleinwagens Sportliche Weihnachten mit dem VW Polo GTI

VW bringt nach dem neuen Polo auch die sportliche Variante noch in diesem Jahr auf den Markt. Der GTI wird mit den modernen Techniksystemen bestückt, behält aber auch noch die traditionellen Werte an Bord.


Streit eskaliertHändler fühlen sich von VW im Stich gelassen

Die VW- und Audi-Händler liegen mit dem Autobauer im Streit. Sie fühlen sich wegen der Dieselkrise im Stich gelassen.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.