1. Februar 2008

Fahrbericht Nicht schön, aber praktisch

Der Caddy Life
Der Caddy Life © Foto: VW

Gut, es mag deutlich schönere Autos als den VW Caddy Life geben. Doch eines kann man diesem Fahrzeug nicht absprechen: seine hohe Funktionalität.




Von Frank Mertens

Es gibt Autos, die erregen Aufsehen, bei ihnen bleiben die Fußgänger stehen und blicken sich neidisch um. «Schau mal, sieht der nicht toll aus?» Wer auf solche Reaktionen Wert legt, der sollte eines nicht tun: sich einen VW Caddy zulegen. Dafür ist dieses Auto einfach zu brav, andere würden sagen zu bieder.


Innere Werte

Doch wer sich beim Autokauf nicht nur von Äußerlichkeiten leiten lässt, sondern vor allem von den inneren Werten, der sollte sich den VW Caddy auf jeden Fall anschauen. Denn der Caddy, der bei VW der Nutzfahrzeugsparte in Hannover zugeordnet wird, bietet genau das, was man sich von einem Auto erwartet: es bringt einen zuverlässig von Flensburg nach München und bietet selbst Familien dabei genug Platz, um in die großen Ferien aufbrechen zu können. Damit ist dieses Auto längst nicht mehr nur etwas für Handwerker, bei denen der Caddy als Transporter hoch im Kurs steckt. Der Caddy Life hat sich mittlerweile zu einem Auto entwickelt, auf das junge Familien stehen.

Die Sitze im Caddy Life
Die Sitze im Caddy Life © Foto: VW

Warum tun Sie das? Nein, sicherlich nicht wegen des Aussehens. Sie tun es wegen des Alltagsnutzens des Caddy: Dazu gehören zum einen die beiden serienmäßigen Schiebetüren. Wer sie einmal benutzt hat, mag sie gar nicht mehr missen. Nicht nur das Ein- und Aussteigen wird durch sie erleichtert, sondern vor allem das Beladen. So stehen in der Breite 70 Zentimeter und in der Höhe 1,11 Meter zur Verfügung. Am Heck kann zwischen einer großen Klappe oder Flügeltüren gewählt werden. Je nach Ausstattungsvariante bietet der Caddy Platz für bis zu sieben Personen. Und die müssen sich nicht irgendwie in die Sitze quetschen, nein, sie können auch längere Touren bequem hinter sich bringen.

Das Cockpit im Caddy
Das Cockpit im Caddy © Foto: VW

Bleiben wir noch kurz beim Nutzwert: Wer Kinder hat, der wird die vielen kleinen Ablagemöglichkeiten im Caddy zu schätzen wissen. Neben Netzen oberhalb der Fenster gibt es über dem Fahrer- und Beifahrersitz eine über die komplette Wagenbreite angebrachte Ablage, der sich auch sperrige Dinge gut unterbringen lassen.

In Zahlen ausgedrückt bietet der Kofferraum Platz für 750 bis 2850 Liter Gepäck, bei aufgestellter zweiter Sitzreihe reduziert es sich auf 190 Liter. Die Schiebtüren bieten einen seitlichen Einstiegsplatz von 70 Zentimetern, in der Höhe stehen 1,11 Meter zur Verfügung.

4,41 Meter lang

Der 1.9 TDI-Motor im Caddy
Der 1.9 TDI-Motor im Caddy © Foto: VW

Der Caddy bringt es bei den Abmessungen auf eine Länge von 4,41 Meter, eine Breite von 2,06 Meter und eine Höhe von 1,83 Meter. Damit sind wir bei den Fahrleistungen dieses familientauglichen Transporters. Sie sind so, wie man es erwartet - ausreichend. Klar, eine Sportskanone ist der Caddy nicht, doch das erwartet auch niemand von ihm. Mit ihm will man nur zuverlässig von A nach B kommen - siehe oben - mehr nicht. Und diesem Anspruch wird der Caddy auch vollauf gerecht. Die von uns getestete 1.9 Liter TDI-Maschine verrichtet anständig ihren Job. Der Vierzylinder-Motor mit 77 kW/105 PS stellt ein maximales Drehmoment von 250 Nm zur Verfügung, das bei 1900 Umdrehungen in der Minute anliegt. Die Fünfgang-Schaltung arbeitet tadellos.

Wen es bei diesem Auto interessiert, dem sei der Beschleunigungswert an dieser Stelle auch mitgteilt - er liegt bei gemächlichen 13,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 166 km/h erreicht. Das reicht, denn mehr Geschwindigkeit würde aufgrund der hohen Aufbaus des Caddy auch keine Freude bereiten. Denn auf der Autobahn macht sich bei Seitenwind die Höhe des Caddy bemerkbar: beim Überholen von Lkw´s muss der Fahrer schon deutlich gegenlenken. Der Kraftstoffverbrauch wird für den Caddy Life mit Schaltgetriebe und Dieselpartikelfilter mit 6,3 Litern auf 100 km angegeben, bei den Testfahrten lag er allerdings um gut einen Liter höher. Der C02-Ausstoß liegt bei 167 g/km.

Exaktes Fünfganggetriebe

Abgesehen von der Anfälligkeit auf Seitenwinden gibt es wenig zu bemängeln. Das Fünfganggetriebe arbeitet exakt, ebenso die Lenkung. Sie vermittelt eine gute Rückmeldung zur Straße. Der Innenraum lässt zwar keine Wohnzimmeratmosphäre aufkommen, reicht aber vollkommen aus, steht voll im Zeichen der Funktionalität, Wer was anders will, kauft sich ohnehin keinen Caddy, sondern einen Touran. Dafür muss er dann aber auch deutlich mehr Geld auf den Tisch des Händlers legen.

Der Caddy Life Family 1.9 TDI kostet als Fünfsitzer 18.796 Euro, als Siebensitzer werden 19.373 Euro fällig. Gut, einen Schönheitspreis gewinnt man mit ihm nicht. Doch für den Alltag reicht dieses Auto absolut aus. Junge Familien sind mit dem Caddy bestens bedient.






Mehr zur Marke VW

Topmodell des Kleinwagens Sportliche Weihnachten mit dem VW Polo GTI

VW bringt nach dem neuen Polo auch die sportliche Variante noch in diesem Jahr auf den Markt. Der GTI wird mit den modernen Techniksystemen bestückt, behält aber auch noch die traditionellen Werte an Bord.


Streit eskaliertHändler fühlen sich von VW im Stich gelassen

Die VW- und Audi-Händler liegen mit dem Autobauer im Streit. Sie fühlen sich wegen der Dieselkrise im Stich gelassen.


Plus acht ProzentVW-Konzern mit starkem Absatzplus im August

Der VW-Konzern konnte im August seinen weltweiten Absatz deutlich steigern können. In Deutschland gab es indes Verluste, trotz Umweltprämie.



Mehr aus dem Ressort

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.


Der Ford F-150 Raptor greift auf 450 PS zurück
Pickup mit 450 PSFord F-150 Raptor: Exotisches Raubtier

Eigentlich ist der F-150 Raptor nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Doch einige Exemplare von Fords Vorzeige-Pickup verirren sich auch mal in die „Alte Welt“.