9. Mai 2012

Fahrbericht Geräumiger Kombi Volvo V70: Statement auf Rädern

Der Volvo V70 bietet vor allem eines: viel, viel Platz. Fotos ▶
Der Volvo V70 bietet vor allem eines: viel, viel Platz. © AG/Mertens

Der Volvo V70 ist ein ideales Auto für Familien. Es bietet nicht nur viel Platz, sondern auch gute Verbrauchswerte. Was der Kombi zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.




Von Frank Mertens

Wenn man an Volvo denkt, denkt man vor allem an ein Modell: den V70. Er ist ein Synonym für die schwedische Marke. Dieses Auto steht vor allem für eines: Sicherheit und viel, viel Platz. Generationen von Oberstudienräten haben sich deshalb für diesen Volvo entschieden: Ihnen ging es bei der Fahrzeugwahl nicht um ein expressives Design, sie wollten ein Auto mit klaren Linien und einem Höchstmaß an Zuverlässigkeit. Das sind keine schlechten Eigenschaften, auch wenn manch´ einer sagen wird, dass der V70 doch arg langweilig daher kommt.


Volvo V70 mit viel Platz

Das mag sein, doch Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und Klischees wie das mit den Oberstudienräten überdauern sich mit der Zeit bekanntlich auch. Doch eines bleibt: der hohe Nutzwert und das hohe Sicherheitsgefühl, das einem der Volvo V70 bietet. Kein Wunder, denn dieses Auto ist ein Statement. Wer vor ihm steht, ist zunächst einmal beeindruckt von seinem Auftritt. Eine Länge von 4,82 Metern sind eine Ansage. Der V70 ist ein fahrendes Statement. "Seht her, ich bin ein Volvo!" lautet die Botschaft.

Der V70 verspricht nicht zu viel. Wer in ihm Platz nimmt, kann sich an einem großzügig dimensionierten Innenraum erfreuen. Hier herrscht kein Platzmangel. Fahrer und Beifahrer können es sich auf den komfortablen Sitzen bequem machen. Und auch im Fond geht es geräumig zu, schließlich soll der V70 ein Gefährt für die ganze Familie sein, die damit ohne Platzangst in den Urlaub fahren will. Dass der Kofferraum mit mindestens 575 Litern dafür ausreichend Platz bietet, versteht sich von selbst. Ebenso selbstverständlich ist es, dass zwei Erwachsene auf der Rückbank ohne Einschränkungen bei Kopf- und Kniefreiheit auf Reisen gehen können. Und wenn es sein muss, kann hinten auch noch ein Kind sitzen.

V70 hat Bestimmung auf langen Autobahnfahrten

Das Cockpit des Volvo V70
Das Cockpit des Volvo V70 © AG/Mertens

Dass dieser Volvo seine Bestimmung auf längeren Autobahnfahrten hat, zeigte der V70 D3 auf unserer Testfahrten von Berlin nach Hameln im Weserbergland. Mit seinem Radstand von 2,81 Meter liegt der Kombi satt auf der Straße und steckt selbst schlechte Autobahnkilometer so weg, dass die Insassen davon kaum etwas mitbekommen. So lässt es sich entspannt reisen.

Ansprüche an eine etwas sportlicher betonte Fahrweise sollte man indes nicht haben. Mit seinem Fünfzylinder-Diesel mit 163 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm ist der V70 zwar nicht untermotorisiert und auch der Sprint von 9,9 Sekunden auf Tempo 100 ist kein schlechter Wert, doch subjektiv kommt einem das viel, viel länger vor. Das manuelle Sechsganggetriebe macht einen ebenso ansprechend Job wie die Lenkung, die indes etwas direkter ansprechen könnte. Die Spitzengeschwindigkeit ist übrigens bei 210 km/h erreicht.

Doch sei es drum, dieses Auto kauft man sich nicht, wenn man auf Sportlichkeit Wert legt. Der Käufer eines V70 will besagten Platz, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Und das bekommt er. Neben dem beim Anblick des V70 subjektiven Gefühls, in einem sehr, sehr sicheren Auto unterwegs zu sein, wird dieser Eindruck auch durch die Vielzahl von Fahrsicherheitsassistenten untermauert.

So verfügte unser Testwagen neben dem Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem auch über einen Bremsassistenten mit Fußgängererkennung, der eine automatische Vollbremsung einleitet, wenn der Fahrer zu spät reagiert. Daneben gehören auch ein Totwinkel- und Spurwechselassistent und Müdigkeitswarner zum 1950 Euro kostenden Fahrassistenzpaket. Eine Investition, die einem die eigene Sicherheit wert sein sollte.

Rückfahrkamera zu empfehlen

Das Heck des Schweden-Kombi
Das Heck des Schweden-Kombi © AG/Mertens

Wer mit dem V70 viel in der Stadt unterwegs ist, der wird sich indes doch nach einem kleineren Auto sehnen. Denn in kleineren Straßen und beim Einparken in enge Parklücken merkt man doch sehr schnell, dass man hier in einem sehr, sehr großen Auto unterwegs ist. Eine Rückfahrkamera (Aufpreis 360 Euro) sollte man sich entsprechend gönnen, will man auf Dauer teure Parkrempler vermeiden. Und da wir schon bei den Zusatzausstattungen sind, sollte man auch gleich die Frontkamera (260 Euro) mitordern.

Kommen wir zu einem angesichts der hohen Spritpreise nicht unwichtigen Thema, dem Verbrauch. Wer meint, dass der Volvo hier angesichts seiner Größe und seines Gewichts von fast 1,8 Tonnen kräftig zulangt, wird angenehm überrascht. Die in Aussicht gestellten 5,2 Liter verpasst er zwar deutlich, aber die am Ende auf dem Bordcomputer stehenden 6,4 Liter sind ein Durchschnittsverbrauch, die man diesem Auto auch trotz des serienmäßigen Start-Stopp-Systems gar nicht zugetraut hätte. Auch wenn es kein wahres Vergnügen ist, soviel Auto durch den dichten Stadtverkehr Berlins zu kutschieren, so versöhnt einen der V70 dann doch mit seinen Reisequalitäten. Mit ihm legt man gern auch längere Strecken als die 350 Kilometer von Berlin nach Hameln zurück.

Ach ja, was kostet der V70 denn nun? Unser Testwagen in der Ausstattungsvariante Ocean Race und mit einer Vielzahl von Nettigkeiten wie den Fahrassistenzsystemen und Navigationssystem steht mit ausgesprochen selbstbewussten 57.709 Euro in der Preisliste. Wer es weniger luxeriös mag, der kann den Volvo V70 Drive ab 33.550 Euro kaufen. Auch das ist zugegebener Maßen kein Schnäppchen, aber Volvo lässt sich seinen Premiumanspruch halt auch entsprechend bezahlen.






Mehr zur Marke Volvo

Gutes China- und EuropageschäftVolvo verdoppelt Gewinn im dritten Quartal

Volvo vermeldet positive Zahlen. Die Schweden konnten im dritten Quartal dank eines guten China- und Europageschäfts ihren Gewinn fast verdoppeln.


Erste Modelle ab 2019Volvo setzt Polestar unter Strom

Volvo elektrisiert seinen sportlichen Ableger Polestar. Mit dem Polestar 1 startet die Tuning-Tochter des schwedischen Autoherstellers in eine elektrische Zukunft. Zwei weitere Modelle stehen bereit.


Innovative Präsentation des XC40«Volvo geht dorthin, wo die Kunden sind»

Automessen verlieren an Attraktivität. Nicht nur bei den Herstellern, sondern auch beim Publikum. Die Besucherzahlen auf der IAA waren rückläufig. Volvo versucht sich deshalb an einer anderen Kundenansprache wie jetzt mit seiner XCITENIGHT-Tour.



Mehr aus dem Ressort

Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.


Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Auf der Plattform des OutlanderMitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.