4. Mai 2012

Fahrbericht Gute Verbrauchswerte Volvo V60: Premium hat seinen Preis

Der Volvo V60 liegt satt auf der Straße. Fotos ▶
Der Volvo V60 liegt satt auf der Straße. © AG/Mertens

Der Volvo V60 hat die gleiche Zielgruppe wie der Audi A4 Avant oder der BMW 3er Touring im Blick. Kann der Kombi der Schweden da mithalten? Unser Fahrbericht mit dem Fünfzylinder-Diesel mit 163 PS gibt die Antwort.




Von Frank Mertens

Die Konkurrenz, die sich im Segment tummelt, hat es in sich. Mit dem Volvo V60 versuchen die Schweden vor allem dem Audi A4 Avant und dem BMW 3er Touring Kunden streitig zu machen. Das ist ein hoher Anspruch, keine Frage. Doch hat der Schweden-Kombi überhaupt das Zeug dazu?

Ja, hat er, wie unser Test mit dem Volvo V60 D3 mit der Ausstattungsvariante R-Design zeigt. Wer Platz nimmt in diesem Kombi, der fühlt sich auf den gut konturierten Sitzen wohl. Sie sind nicht nur trotz ihrer straffen Polsterung komfortabel, sondern bieten zudem bei flotter Fahrweise einen ordentlichen Seitenhalt. Und selbst im Fond kann man als Normalgewachsener noch anständig sitzen.


Instrumente im Volvo intuitiv bedienbar

Die im Volvo verwendeten Materialien sehen dabei nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch gut an. Die Instrumente sind sachlich gestaltet, was der schnellen Übersicht und der Ablesbarkeit von Tacho und Drehzahlmesser entgegen kommt. Da muss nicht lange die Bedienbarkeit der Instrumente ausprobiert werden, sie erschließt sich einem intuitiv. Wer noch nie in einem Volvo gesessen hat, findet sich schnell zurecht.

Das Cockpit im Volvo V60
Das Cockpit im Volvo V60 © AG/Mertens

Das trifft indes nicht auf das Navigationsgerät. Hier bedarf es doch erst einiger Versuche, um das Menü zu finden, unter dem man nun auch seine Zieladresse eingeben kann – da gibt es Systeme, die funktionieren einfacher und intuitiver. Doch wenn man einmal von diesem Punkt absieht, gibt es nichts weiter an der Bedienbarkeit und Funktionalität zu kritisieren. Mit Blick auf die Qualität der verwendeten Materialien und der Verarbeitung braucht sich Volvo nicht hinter der Premiumkonkurrenz aus Ingolstadt und München verstecken.

Doch wie fährt sich der Volvo V60 nun, den wir in den 163 PS-Variante gefahren sind? Gut, sehr gut sogar. Es macht richtig Spaß, mit dem Kombi (auf ihn entfallen im Vergleich zur Limousine zwei Drittel der Verkäufe) unterwegs zu sein, so sportlich lässt er sich bewegen, wenn man denn will. Der Fünfzylinder-Diesel sorgt mit seinem zwischen 1500 und 2750 Umdrehungen anliegenden maximalen Drehmoment von 400 Nm für einen kraftvollen Antritt. So sprintet der V60 in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 und die Spitzengeschwindigkeit ist bei 215 km/h erreicht. Das reicht. Die Lenkung im V60 reagiert angenehm direkt und vermittelt entsprechend eine gute Rückmeldung.

Sechsgangautomatik zu empfehlen

Seitenlinie des Volvo V60
Seitenlinie des Volvo V60 © AG/Mertens

Wer beim Autokauf nicht auf jeden Euro schauen muss, dem sei die Sechsgangautomatik empfohlen. Für sie wird zwar ein Aufpreis von 2100 Euro fällig, doch diese Investition lohnt. Wer im Volvo übrigens zu vehement auf das Gaspedal tritt, der der Frontantrieb doch einen Moment der Besinnung braucht, um die ganz Kraft der 163 PS auf die Straße zu bringen. Aber irgendwie passt das auch zur sportlichen Charakteristik dieses Fahrzeugs, das bereits serienmäßig mit einem Sportfahrwerk unterwegs ist und sonst sehr satt bei schnellen Kurvenfahrten auf der Landstraße auf der Straße liegt. Und der Verbrauch? Versprochen werden glatt sechs Liter, was einem CO2-Ausstoß von 159 g/km entsprechen würde. Doch dieser Wert wurde nicht ganz erreicht. Am Ende standen 6,6 Liter auf dem Bordcomputer, kein schlechter Wert.

Rückfahrkamera zu empfehlen

Auch in der Stadt macht der immerhin 4,62 Meter lange Kombi keine schlechte Figur. Wer kurz denkt, dieses Auto sei mit seiner Länge für die City doch etwas zu groß, irrt. Er lässt sich problemlos durch die Stadt bewegen – und auch Einparken, so man denn mit der Rückfahrkamera unterwegs ist. Ohne sie wird es doch etwas schwierig, diesen Volvo ohne Parkrempler in enge Lücken zu bugsieren. Die Übersicht nach hinten ist doch etwas bescheiden. Die 725 Euro, die für die Rückfahrkamera aufgerufen werden, sind also gut investiertes Geld. Da unser Testwagen auch über eine Frontkamera verfügte, wird das Einparken noch weiter erleichtert.

Das Heck des Volvo V60
Das Heck des Volvo V60 © Volvo

Ohnehin lässt dieser Volvo an Komfort nichts vermissen. Kein Wunder, denn der Einstiegspreis mit dem R-Design-Pakte beginnt bei stattlichen 37.850 Euro. Hinzu kommen noch die vielfältigen Zusatzausstattungen wie das Audiopaket Premium mit Business Pro Paket (1150 Euro), die bereits erwähnte Sechsgangautomatik Geartronic (2100 Euro), das Fahrassistenzpaket mit Abstandsregelsystem und automatischer Vollbremsung, Totwinkel- und Spurwechselassistenten und Müdigkeitswarner (1950 Euro), das elektrische Glasschiebe-Dach 980 Euro) und noch weitere kleine Nettigkeiten.

Am Ende beläuft sich der Endpreis für den von uns gefahrenen V60 auf 52.190 Euro. Das schmerzt. Doch wem das Geld locker sitzt und dem für einen Kombi eher bescheidene 430 Liter Kofferraumvolumen reichen, der bekommt dafür ein durchaus überzeugendes Auto.






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