7. September 2010

Fahrbericht Volvo V60 Schweden-Kombi: Kurven statt Kanten

Der neue Volvo V60
Der neue Volvo V60 © Volvo

Volvo setzt voll und ganz auf Sportlichkeit. Der neue V60 versprüht mit seiner coupéhaften Linie zum Start viel Dynamik. Der Spaß, den Schweden-Kombi zu fahren, beginnt ab 28.000 Euro.




Von Benjamin Palm

Mit dem neuen V60 schickt Volvo ein besonders sportliches Exemplar eines Kombi an den Start und bringt damit mehr Rundungen in die Klasse der Lademeister. Außerdem vervollständigen die Schweden damit ihre 60er-Baureihe, die neben dem Kombi noch das SUV XC60 und die Sportlimousine S60 umfasst. Bereits zum Start stehen sieben Motoren zur Auswahl, der Preis beginnt bei 28.000 Euro.


Coupéhafte Form

Zeichneten sich die bisherigen Schweden-Kombis durch ein kantig-kühles Design aus, punktet der Neue mit einer coupéhaften abfallenden Dachlinie. Die dem 4,63 Meter langen Fahrzeug gut zu Gesicht stehende Sportlichkeit wird durch die zum Heck schmaler werdenden Fenster unterstrichen. Sicken auf der Motorhaube und eine ausgeprägte Schulterlinie sorgen für zusätzliche Dynamik, selbst die blitzförmig geformten Rückleuchten am großen Heck strotzen vor Bewegung.

Dementsprechend hoch sind die Erwartungen: Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer geht davon aus, dass der V60 hierzulande der verkaufsstärkste Kombi seiner Marke wird. Diesen Titel trägt bisher der kleinere Volvo V50, von dem im Vorjahr rund 6000 Einheiten abgesetzt worden sind. Vom neuen V60 werden jährlich insgesamt 50.000 Einheiten produziert, davon sind 90 Prozent für den europäischen Markt bestimmt.

Weit öffnende Türen vorn wie hinten vereinfachen den Einstieg und die Sicherung der Kinder an den Isofix-Befestigungen auf der Rückbank. In engen Parklücken ist aber Obacht geboten, um mit der Tür nicht an andere Fahrzeuge anzustoßen. Der Innenraum wirkt insgesamt elegant und aufgeräumt, die gut verarbeiteten Materialien können überzeugen. Platz genommen wird auf bequemen Sitzen, die für längere Touren wie auch für schnellere Kurvenfahrten geeignet sind. Auf der Rückbank haben selbst groß gewachsene Menschen um die 1,85 Meter genügend Luft zum Fahrzeughimmel, die Beinfreiheit ist ordentlich. Nur drei fülligere Personen nebeneinander werden den Bauch einziehen müssen, um genügend Platz zu haben.

430 Liter Kofferraumvolumen

Beim Gepäck müssen Reisende sparsam sein. Ein Kofferraumvolumen von 430 Litern reicht ohne Zweifel für den ein oder anderen größeren Urlaubsgegenstand. Ein Lademeister ist der neue Schwede damit allerdings nicht, die schärfsten Kombi-Konkurrenten Audi A4 Avant und BMW 3er Touring bieten 30 bis 60 Liter mehr Platz. Mehr geht in den Schweden hinein, wenn die dreigeteilte Rückbank umgelegt wird. Deren Kopfstützen können elektrisch abgeklappt werden, so dass eine nahezu ebene Ladefläche entsteht. Durch den umklappbaren Beifahrersitz werden längere Gegenstände transportabel. Zum Marktstart am 13. November können Käufer zwischen fünf Benzin- und zwei Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 110 kW/150 PS und 224 kW/304 PS wählen.

Souverän und durchzugsstark gibt sich der 1,6-Liter-Benziner, der 132 kW/180 PS leistet. Er garantiert zügiges Vorwärtskommen im Stadtverkehr und punktet selbst beim Überholvorgang außerorts. Hier werden kraftvoll und problemlos die langsameren Fahrzeuge passiert. Der Motor ist an eine Sechsgang-Handschaltung gekoppelt, optional ist eine Powershift-Automatik mit sechs Gängen verfügbar. Offizielle Verbrauchsangaben sind noch nicht verfügbar, da die Motoren erst noch
homologiert werden müssen.

Sieben Liter Verbrauch

Praxisnah dürfte der Verbrauch bei rund sieben Litern Super auf 100 Kilometern liegen. Eine Alternative ist der 120 kW/163 PS starke Einstiegsdiesel mit Turbolader, der sanftes Gleiten ebenso beherrscht wie schnelle Autobahnfahrten. Die Geräuschkulisse hält sich in Grenzen, von Vibrationen keine Spur. Zur Beschleunigung und zum Verbrauch gibt es noch keine Daten. Für umweltbewusste Vielfahrer aber interessant: Die Motorenpalette wird im Januar 2011 durch einen sparsamen und umweltschonenden "Drive"-Diesel mit 85 KW/115 PS vervollständigt.

Neben einer komfortablen Federung und einer direkt ansprechenden Lenkung überzeugt das Sicherheitspaket. Zum Schleuderschutz ESP und zahlreichen Airbags gesellt sich nun serienmäßig das Assistenzsystem "City Safety", das Auffahrunfälle im Stadverkehr verhindern oder deren Schwere zumindest mildern soll. Nähert sich der Fahrer schnell einem Hindernis, ertönt ein optisches und akustisches Warnsignal.

Das Ausbleiben einer Reaktion seitens des Fahrzeuglenkers wird mit einem autonomen Bremsmanöver quittiert. Auf der Optionsliste stehen außerdem ein Spurhalte- und ein Toter-Winkel-Assistent, damit die Familie sich sicher und geborgen fühlt.Die ansprechenden Karosseriekurven des neuen Volvo V60 lassen die Abstriche beim Gepäckvolumen leicht vergessen. Mit einem Einstiegspreis von 28.000 Euro bewegt sich der Schwede auf ähnlichem Preisniveau wie seine deutschen Konkurrenten. Ob er sich gegen diese durchsetzen kann, wird sich zeigen. (mid)






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