24. Juni 2008

Fahrbericht Fahrbericht Suzuki XL-7 3.6 Limited Ohne Europa-Ticket

Der Suzuki XL-7
Der Suzuki XL-7 © Foto: Suzuki

Gerade in Europa will Suzuki weiter zulegen. Aber vorerst nicht mit dem XL-7. Ihm fehlt etwas, worauf der alte Kontinent nach Suzukis Ansicht wartet. Deshalb bleibt er, wo er schon ist: in den USA.




Von Stefan Grundhoff

Auf den Straßen von New York zeigt der Suzuki XL-7, dass er auch in Europa durchaus eine Chance hätte. Doch ohne Dieselmotor geben die Suzuki-Verantwortlichen dem preislich sehr günstigen XL-7 bisher keine Chance. Einen Suzuki XL-7 gab es ehemals auch auf dem europäischen Markt. Das Vorgängermodell vom Grand Vitara krönte die Palette mit einem Topmodell namens XL-7. In den USA ist der XL-7 ein eigenständiges Fahrzeug in der deutlich höher positionierten Suzuki-Range. „Sicherlich könnten wir uns ein SUV in der Größe eines XL-7 mit sieben Sitzplätzen auch in Europa gut vorstellen“, so Minoru Amano, Präsident der Suzuki International Europe GmbH, „nicht nur weil es ein wachsendes Segment ist. 2007 haben wir in ganz Europa rund 334.000 Fahrzeuge verkauft; davon waren ein Viertel Grand Vitara.“


Ohne Diesel kein Europa-Tiket

Aber ohne Selbstzünder kein Europa-Einsatz. Damit geht Suzuki einen anderen Weg als Nissan, Edelbruder Infiniti oder Mazda. Suzukis XL-7 basiert auf der gleichen Plattform wie der Chevrolet Equinox, mit dem er in Kanada auf einer Linie produziert wird. Mit fünf Metern Gesamtlänge und einem Radstand von 2,85 Metern wird er deutlich über dem Grand Vitara positioniert und tritt zumindest von den Dimensionen gegen Fahrzeuge wie Jeep Grand Cherokee oder Nissan Pathfinder an. Sein Design ist abgesehen von den geradezu avantgardistisch gezeichneten Frontleuchten und einer nach oben gezogenen Kunststoffschürze wenig auffällig.

Mit durstigem V6-Motor

Der Suzuki XL-7
Der Suzuki XL-7 © Foto: Suzuki

Während sein europäischer Bruder von einem 1,9 Liter großen Commonrail-Diesel aus dem Hause Renault und kargen 129 PS angetrieben wird, kann der 1,8 Tonnen schwere XL-7 aus dem Vollen schöpfen. Sein 3,6 Liter großer V6-Motor leistet 185 kW /252 PS und 350 Nm bei 2.300 U/min. Die Leistung wird per Fünfgang-Automatik-Getriebe wahlweise auf eine oder zwei Achsen übertragen. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei zwölf Litern Super auf 100 Kilometer. Auf den überfüllten Straßen von Manhattan werden es ein paar Liter mehr. Aber wenn es zwischen Park Avenue und Grand Central Station ungemütlich wird, lernt man den Federungskomfort des XL-7 schnell schätzen. Die Automatik arbeitet ebenso dezent im Hintergrund wie der Sechszylinder. Störend, aber eben amerikanisch sind die schwammige Lenkung und die spürbaren Nick- und Wankbewegungen. Da fährt sich ein europäischer Grand Vitara deutlich straffer.

Großzügiges Platzangebot

Das Platzangebot im Innern ist großzügig. In der ersten und zweiten Reihe lässt es sich bequem reisen. Die Bedienelemente sind übersichtlich, einige Schalter allzu schwach beleuchtet und die hinteren Kopfstützen zu klein. Wenn es sein muss, können im großen Kofferraum zwei weitere Sitze ausgeklappt werden. Kopf- und Beinfreiheit sind eher knapp bemessen. Komfort- und Sicherheitsausstattung sind vorbildlich. Front-, Seiten- und Kopfairbags sind ebenso im Serienpaket enthalten wie ABS, ESP und Gurtstraffer vorn.

Nächster Grand Vitara 2011?

Der Suzuki XL-7
Der Suzuki XL-7 © Foto: Suzuki

„Eigentlich Argumente für einen XL-7 in Europa, aber ohne Diesel…, meint Minoru Amano. „Aber schauen wir mal auf die nächste Generation des Grand Vitara.« Die dürfte 2011 kommen und soll sich von den Dimensionen ebenfalls deutlich nach oben entwickeln. Bis dahin hätte jedoch auch der XL-7 in unseren Breiten eine Chance, wenn man ihn ähnlich günstig wie in den USA anbieten würde. Das Basismodell Suzuki XL-7 kostet als Fünfsitzer mit Frontantrieb gerade einmal 21.300 US-Dollar. Die XL-7-Versionen Luxury und Limited liegen als Siebensitzer mit Allradantrieb ebenfalls noch unter der 30.000-Dollar-Marke. Da macht es fast Sinn, einen XL-7 zu importieren.

Umfangreiche Ausstattung

Denn das Topmodell XL-7 Limited glänzt nicht nur mit Mehrzonen-Klimaautomatik, Niveauregulierung und elektrischen Ledersitzen, sondern auch 17-Zoll-Alufelgen, Keyless-Go und DVD-Entertainment sowie abgedunkelten Scheiben. Optional gibt es nur DVD-Navigation und ein Sonnendach. Das voll ausgestattete Topmodell Suzuki XL7 3.6 AWD würde kaum mehr als 20.000 Euro kosten.






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