24. September 2009

Fahrbericht Suzuki SX4 Modernisiertes Talent für Silver Ager

Der geliftete Suzuki SX4
Der geliftete Suzuki SX4 © Foto: Suzuki

Suzuki hat den besonders bei etwas älteren Autofahrern beliebten SX4 aufgefrischt. Trotz einer Verbrauchsminimierung fehlen noch spritsparende Maßnahmen.




Von Thomas Flehmer

«Germanys next Topmodell» war gestern, Suzuki richtet jetzt als erneuter Sponsor den Blick auf «Das Super-Talent». Während die Show mit Heidi Klum zugleich als Laufsteg für den damals gerade neu eingeführten Alto diente, soll der aufgefrischte SX4 vor der Jury um Dieter Bohlen und Bruce Darnell glänzen. Und während den Topmodels eher junges Publikum entgegenschmachtete, bevorzugen die Älteren Operntalente wie den ehemaligen Handyverkäufer Paul Potts.


Erhöhte Sitzposition

Diese so genannten Silver Ager bevorzugen nicht nur Talent-Shows, sondern auch Fahrzeuge mit weit aufschwingenden Türen und einer erhöhten Sitzposition mit guter Rundumsicht. Denn in einem Alter über 50 Jahren will sich nicht mehr jeder durch enge Autoöffnungen auf Sitze knapp über den Asphalt fallen lassen, um während der Fahrt die ganze Zeit an den späteren Ausstieg denken zu müssen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Kundschaft des SX4 im Durchschnitt länger als ein halbes Jahrhundert unter den Lebenden weilt und dankbar die Vorzüge annimmt, die das vor drei Jahren auf dem Markt eingeführte kleine Urban-Cross-Car bietet.

Mit der Modellpflege zur Mitte des Lebenszyklus soll nun aber auch die jüngere, nicht unbedingt die ganz junge Klientel angesprochen werden. Denn ein trapezförmiges Kühlerdesign, ein silberfarbener Unterfahrschutz und ein neues Stoßfängerdesign verwandeln den ehemaligen Altentransporter in ein aggressiv drein schauendes, kleines Cross-Over-Modell, dem sich aber auch ältere Autofahrer nicht verschließen würden. Zwar rückt die Rente mit 65 näher, aber ein wenig Zeitgeist von 68 kommt auch heute noch gut an.

Neuer Dieselmotor

Neues Frontdesign soll verstärkt jüngere Kundschaft ansprechen
Neues Frontdesign soll verstärkt jüngere Kundschaft ansprechen © Foto: Suzuki

Und auch im Innenraum kommt eine deutlich sportlichere Note zum Vorschein. Über neue Rundinstrumente mit einem Info-Display in der Mitte, verchromte Lüftungsdüsen, und vor allem einen Lautsprecher auf der Mittelkonsole freuen sich die Jüngeren, die Älteren bevorzugen gepolsterte Armlehnen in den Türen, um die geplagten Ellenbogen zu platzieren. Der Rest des Körpers wird von den gut konturierten Sitzen eingebettet. Und auch hinten bleibt genug Platz für Jung und Alt.

Auch unter der Haube wurde gewerkelt. Der bisherige 1,9 Liter Dieselmotor wurde durch einen 2.0 DDiS aus dem Fiat-Regal ersetzt, der mit 99 kW/135 PS mehr Leistung bringt als der Vorgänger, der es auf 88 kW/120 PS brachte. Ausgestattet mit einem Drehmoment von 320 Newtonmeter bei 1500 Umdrehungen pro Minute (Vorgängermotor: 280 Nm bei 2000 U/min) zeigt sich der je nach Ausstattung zwischen 1360 und 1475 Kilogramm schwere SX4 sehr durchzugskräftig. Allerdings lässt sich der Commonrail-Diesel nicht von den verstärkten Dämmmaterialien aufhalten und präsentiert sich recht rau und laut.

Durchzugsstarker Selbstzünder

Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet
Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet © Foto: Suzuki

Den guten Fahreigenschaften tut das keinen Abbruch. Die sechs Gänge lassen sich gut einlegen, die Kurven können einigermaßen rasant genommen werden, der gute Durchzug - der Sprint verläuft in guten 10,5 Sekunden - verlockt dazu, den Fronttriebler in Richtung Höchstgeschwindigkeit 190 km/h (mit Allrad 180 km/h) zu treten. Dann können die angegebenen 4,9 Liter im Drittelmix sowie der CO2-Ausstoß von 129 Gramm pro Kilometer beim Zweiradler (Allrad: 5,5 Liter, 143 CO2) nicht eingehalten werden.

Etwas gemütlicher geht es beim modifizierten 1,6 Liter großen Ottomotor zu, auch wenn der Sprint beim 88 kW/120 PS starken Fronttriebler lediglich 0,2 Sekunden länger dauert, mit Allradantrieb müssen 0,3 Sekunden mehr eingerechnet werden. Leider sind nur fünf Gänge an Bord. So verlangt der Benziner ab Tempo 120 km/h nach einem höheren Gang und unterstreicht diesen Anspruch ebenfalls mit einer gewissen Lautstärke. Die Ohren der Älteren werden trotzdem in der Unterhaltung nicht gestört, die Jüngeren können das CD-Radio, das bereits in der Basisausstattung Club enthalten ist, lauter aufdrehen.

Ab 15.990 Euro

Gute Basisausstattung
Gute Basisausstattung © Foto: Suzuki

Neben der Musikkombination mit Lenkradfernbedienung und acht Lautsprechern sind auch noch Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, höhenverstellbarer Fahrersitz und ein in der Höhe verstellbares Lenkrad in der Basisausstattung, die bei Suzuki recht häufig gewählt wird, an Bord. 15.900 Euro müssen dann für den 1.6 VVT mit Frontantrieb investiert werden. Der Allradantrieb kostet weitere 1500 Euro.

Beim Diesel gehen die Preise bei 18.600 Euro los und enden in der «Comfort»-Version bei 21.400 Euro. Für Bohlen und seine ähnlich alten Silverager ein erschwingliches Angebot, die Jüngeren müssen dagegen hoffen, durch einen Platz in der Talente-Show genügend Kleingeld zusammen zu sammeln.






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