2. September 2010

Fahrbericht Suzuki Swift Unsichtbare Treue

Der neue Swift unterscheidet sich kaum vom Vorgängermodell
Der neue Swift unterscheidet sich kaum vom Vorgängermodell © Foto: Suzuki

Suzuki startet mit dem Swift in die vierte Generation. Die optischen Neuerungen des Kleinwagens wurden vom japanischen Hersteller bewusst in Grenzen gehalten.




Von Thomas Flehmer

Manchmal reichen auch drei Blicke nicht. Suzuki schickt den Swift in die vierte Generation und kaum einer bemerkt es. Um neun Zentimeter ist das Erfolgsmodell des japanischen Klein- und Geländewagenspezialisten gewachsen, die Scheinwerfer wurden etwas länger in Richtung Windschutzscheibe gezogen und der untere Kühlergrill erhielt eine neue Form. Für die Macher von Suzuki kein Problem. "Wir wissen, dass die Kunden nur eine behutsame Designänderung erwarten. Daher hieß unser Motto: Evolution statt Revolution", sagt Design-Chef Tetsuya Ozasa.


Höchstwertung im Sicherheitstest

Die Treue zum kaum veränderten äußerlichen Auftritt soll vor allen den Erfolg des im ungarischen Esztergom gefertigten Kleinwagens fortsetzen. In Deutschland macht der Swift zum Beispiel ein Drittel aller Suzuki-Verkäufe aus. Zudem bleibt durch die Design-Treue auch die Ähnlichkeit zum Kultflitzer Mini bestehen, der für die junge Käuferschicht zumeist unerschwinglich ist und den Griff zum ab 10.990 Euro erhältlichen Swift erleichtert.

Der nunmehr auf 3,85 Meter angewachsene Kleine, der als Drei- und Fünftürer angeboten wird, ist damit im Vergleich zum Basis-Modell des Vorgängers um 290 Euro teurer geworden. Dafür sind von vornherein drei Airbags mehr an Bord (jetzt sieben) und ESP wird serienmäßig angeboten. Dank dieser Ausstattung wurde auch beim Euro-NCAP die Höchstwertung von fünf Sternen eingeheimst.

Aufgewerteter Innenraum

Deutlich sichtbar sind dagegen die Veränderungen im Innenraum, der komplett neu gestaltet wurde und dem europäischen Geschmack näher kam. Die verwendeten Plastiken haben wertigere Materialien erhalten, die Instrumente sind leicht zu bedienen und Platz ist auch genug vorhanden. Aufgrund eines um fünf Zentimeter angewachsenen Radstandes müssen die Mitfahrer auf den hinteren Sitzen keine etwaigen Knieschäden befürchten.

Ohne Größenzuwachs bleibt der Kofferraum bei einem Volumen von 210 Litern und bietet so Platz für zwei kleine Trolleys und eine Tasche. Sind die Rücksitze beim Fünftürer umgeklappt, vergrößert sich das Volumen auf 902 Liter, sodass auch nicht vor einem größeren Einkauf zurückgeschreckt werden muss.

Geringer Dieselabsatz

Dorthin wird der Swift zumeist mit dem neu entwickelten 1.2-Vierzylinder mit 69 kW/94 PS rollen, denn der bereits bekannte 1,3 Liter große Selbstzünder mit 55 kW/75 PS war in Deutschland lediglich für fünf Prozent der Kunden interessant, Suzuki rechnet auch in der neuen Generation nicht unbedingt mit mehr Dieselabnehmern. In Deutschland ist Diesel in dieser Klasse nur schwer vermittelbar. Trotz kleiner Stückzahlen rechnet es sich für den japanischen Hersteller, die Motorenvariante im Programm zu lassen.

Das Hauptaugenmerk richtet sich aber auf das neue Aggregat mit doppelt variabler Ventilsteuerung. Verbunden mit dem erstmalig eingesetzten Start-Stopp-System, das in der Topvariante Comfort serienmäßig an Bord ist, gibt Suzuki den Verbrauch mit lediglich 4,9 Litern und einem CO2-Ausstoß von 113 Gramm pro Kilometer an.

Zwischen Sparsamkeit und Fahrspaß

Die guten Verbrauchsangaben bezahlt der Fahrer mit einem abgeschwächten Fahrspaß. Lediglich 118 Newtonmetern Drehmoment bei erst 4800 Umdrehungen pro Minute bedeuten, dass der Kleinwagen gerne auf Touren gehalten werden muss, sollte es mal schneller gehen. 12,3 Sekunden benötigt der Swift dann für den Sprint zur 100 km/h-Marke. Dank seiner kleinen Größe und einem straff gefederten Fahrwerk kann der Swift die Kurven der Landstraße recht agil nehmen, nimmt man das gut zu schaltende Getriebe hinzu, kann man dem Kleinen eine gewisse Sportlichkeit nicht absprechen.

Die zeigt sich auch auf dem Weg zur Höchstgeschwindigkeit. Bis zu 165 km/h schnell soll der Swift sein. Auf der ersten Testfahrt überschritt die Tachonadel sogar die 180 km/h. Gespräche sind auch noch beim Überschreiten der angegebenen Höchstgeschwindigkeit möglich, ohne schreien zu müssen. Das ist nicht bei jedem Kleinwagen der Fall. Dafür allerdings macht sich die Fahrfreude beim nächsten Tankvorgang bemerkbar.

Tempo 50 im fünften Gang

Auf der anderen Seite kann im Stadtverkehr bei Tempo 50 auch mal der fünfte Gang dringelassen werden, um in niedertouriger Fahrweise mitzuschwimmen Dann gibt sich der Swift sanft und man kann ab dem 10. September vom Straßenrand aus mehr als drei Blicke riskieren, um die vierte Generation des Japaners zu erkennen.






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