21. Februar 2007

Fahrbericht Suzuki Swift 4x4: Japanischer Gelände-Mini

Der Suzuki Swift 4x4
Der Suzuki Swift 4x4 © Foto: press-inform

Mit dem aktuellen Swift kam der Erfolg zu Suzuki zurück. Der sehenswerte Einsteiger ist mittlerweile nicht nur als Rallyeableger Swift 1600, sondern auch mit Allradantrieb zu bekommen. Die Bergvölker wird es freuen.




Von Stefan Grundhoff

Kleinwagen mit Allradantrieb waren vor Jahren echte Exoten. Nachdem der lange Jahre von Steyr-Puch gebaute Fiat Panda 4x4 der alten Generation eingestellt wurde, hielt im Segment allein der Subaru Justy die Offroad-Fahnen hoch. Mittlerweile sind eine Reihe von kleinen Kletterkünstlern zu bekommen. So sportlich wie der Suzuki Swift ist dabei kaum ein Modell positioniert.


Konkurrenz für Mini

Auch der 4x4-Swift spielt gekonnt mit Attributen und Designelementen, die sonst fast nur der Mini für sich verbuchen kann. Besonders Frauen bekommen bei dem rund 3,80 Meter langen Flitzer große Augen. Sportliche Backen, ein schneidiges Gesicht und das sehenswerte Hinterteil - das kommt an. Nur der kleine 4x4-Schriftzug am Heck zeugt vom modifizierten Antriebskonzept und einer erhöhten Wintertauglichkeit.

Gerade in den Alpenregionen Süddeutschland, Norditalien, Österreich und der Schweiz verspricht sich die europäische Suzuki-Zentrale einiges vom feschen Nebendarsteller. Insbesondere der Startpreis von 14.790 Euro macht den Swift 4x4 interessant.

Kleine Maschine reicht aus

Schnuckliges Hinterteil
Schnuckliges Hinterteil © Foto: press-inform

Für 1.200 Euro Aufpreis gegenüber dem Serienmodell bekommt man beim fünftürigen Suzuki Swift eine Viskokupplung, die die Motorleistung variabel an Vorder- und Hinterachse verteilt. Auch wenn es zunächst überraschen mag, dass man sich nicht für die stärkere 1,5-Liter-Version entschieden hat, kann der kleinere Vierzylinder durchaus überzeugen. 1,3 Liter Hubraum, 68 kW / 92 PS und 116 Nm Drehmoment sorgen für zufrieden stellende Fahrleistungen. Viel mehr bringt auch der 1500er kaum auf die Straße.

Für den Preis gibt es nicht nur eine Teilzeitkraft an der Hinterachse, sondern auch Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Lederlenkrad, Nebellampen und Sitzheizung für das werte Befinden im Innenraum. Das Kofferraumvolumen bleibt durch den zusätzlichen Heckantrieb unverändert. Bei aufgestellter Rückbank stehen karge 213 Liter, bei umgeklappter Lehne 562 Liter zur Verfügung. Leider sorgt der 4x4-Antrieb für ein reduziertes Tankvolumen von nur 40 Litern.

Keine Probleme dank Viskokupplung

Frontantrieb auf trockener Fahrbahn
Frontantrieb auf trockener Fahrbahn © Foto: press-inform

Auf trockener Fahrbahn wird die Kraft komplett an die Vorderachse geleitet. Verlieren die Vorderräder den nötigen Griff, macht die Viskokupplung zu und verteilt einen Teil der Kraft nach hinten. Das bringt gerade im Grenzbereich deutliche Vorteile. Bei der flotten Hatz über trockene Bergstraßen und verschneite Kehren bleibt das Heck stoisch ruhig - auch wenn die Kraft mit einiger Verzögerung im Heck ankommt.

Beim Anfahren an einem verschneiten Berg oder dem Herausschaukeln aus einem teils verschneiten Parkplatz erspart einem das 4x4-Konzept das Herbeirufen von engagierten Helfern, die einen aus der Bedrängnis heraus schieben. Ob das 1.200 Euro wert ist, sollten allein die Lage des Wohnortes oder das Freizeitverhalten entscheiden. Einfach die Rückbank umgelegt und die Skier hinten rein - und ab geht es zum Skifahren an den Wilden Kaiser.

ESP nicht im Programm

Gute Fahreigenschaften
Gute Fahreigenschaften © Foto: Werk

Da sich der Mehrverbrauch (6,3 statt 6,2 Liter Super auf 100 Kilometern) im Rahmen hält und der Aufpreis überschaubar ist, sind es allein die Fahrleistungen, die etwas enttäuschen. Statt der üblichen 175 km/h Spitze schafft der trägere Allrad-Swift nur 167 km/h. Da dürfte es ruhig etwas mehr sehr.

Auch das Spurtvermögen ist mit elf gegenüber 12,8 Sekunden deutlich schlechter. Grund ist insbesondere das um rund 80 Kilogramm höhere Gewicht, das bei einem Fahrzeug der Kleinwagenklasse spürbar ist. So wiegt der Swift 1.3 4x4 leer knapp 1.200 Kilogramm. Weder bei Front- noch bei Allradler zu bekommen ist ein elektronisches Stabilitätsprogramm. So beschränkt sich die Sicherheitsausstattung auf ABS, Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie Isofixhalterungen und Gurtstraffer.






Mehr zur Marke Suzuki

Turbo statt SaugerSuzuki Swift macht anders Sport

Suzuki hat auf der IAA den neuen Swift Sport präsentiert. Beim agilen Ableger des Kleinwagen-Bestsellers hat sich nicht nur die Optik optimiert, auch die Leistungskraft ist dank zahlreicher Änderungen angestiegen.


Premiere auf IAANeuer Suzuki Swift kommt als Sportversion

Suzuki wird vom Swift auch wieder eine Sportversion anbieten. Der Kleinwagen der Japaner wird dann wohl 140 PS leisten.


Fragen an den Autopapst im Juli 2017

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Suzuki.



Mehr aus dem Ressort

Marktstart im Frühjahr 2018Volvo XC40: Cool sein hat seinen Preis

Volvo will wachsen – und dazu beitragen soll insbesondere das Kompakt-SUV XC40. Er wird im März auf den Markt kommen. Das Auto bringt alles mit, um ein Erfolg zu werden. Wenn da nur nicht der Preis wäre.


Der VW Golf GTI TCR darf nur auf Rennkursen bewegt werden
Bei Seat gebautVW Golf GTI TCR: Nur für die Rennstrecke

65 Prozent aller Bauteile sind identisch mit einem normalen Serienmodell. Trotzdem darf der VW Golf GTI TCR nicht am Alltagsverkehr teilnehmen – und das ist auch gut so.


Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.