2. Januar 2007

Fahrbericht Suzuki Swift 1.5: Ein Hauch von Mini

Kommt auch durch enge Gassen: Der Swift ist Suzukis Kleinster
Kommt auch durch enge Gassen: Der Swift ist Suzukis Kleinster © Foto: Werk

Snowboard, BMX oder Rallye-Cup - mit dem Sponsoring von Trendsportarten bemüht sich Suzuki um ein junges Image. Ob der Swift dem gerecht wird, soll der Praxistest zeigen.




Von Stefan Zaumseil

Freundlich steht er da: Nicht einmal drei Meter siebzig, mit rundlicher Karosserieform, breiter Spur, sympathisch blickenden Leuchten und kurzen Karosserie-Überhängen. Dass er dabei dem Mini ziemlich ähnlich sieht, ist kein Wunder: Schickt Suzuki seine Designer doch längst in Europa zur Schule.


Fünfsitzer mit Platz für vier

Optik, Haptik und Verarbeitung sind abgesehen von der allzu preiswert anmutenden Radioanlage überzeugend und geben keinen Anlass zur Kritik. Das Armaturenbrett präsentiert großzügige und glatte Flächen, teilweise gummiert mit abgesetzten Aluminium-Details. Die Instrumente sind klar und übersichtlich, die Bedienelemente selbsterklärend. Auf längeren Strecken vermisst man ein paar zusätzliche Ablagemöglichkeiten. Lediglich Handschuhfach, Türablagen, Getränkehalter und ein Fach in der Mittelkonsole stehen zur Verfügung.

Durch die weit vorn liegende Windschutzscheibe hat man auf den Vordersitzen ein gutes Raumgefühl und eine prächtige Übersicht. Die Kopffreiheit ist auf allen Sitzen sehr gut - auch hinten reicht der Platz völlig, sofern die Passagiere nicht größer sind als das mitteleuropäische Durchschnittsmaß - und nur zu zweit. Denn dass der fünftürige Stadtflitzer offiziell für fünf Insassen zugelassen ist, sollte man besser ignorieren. Eben ein japanischer Kleinwagen: Für Fahrer mit Gardemaß sind die Pedale etwas zu nah. Auch ist dann der Sitz etwas zu hoch, hinzu kommt, dass das Lenkrad nicht längsverstellbar ist.

Ausreichend Komfort für vier: Der Innenraum des Swift
Ausreichend Komfort für vier: Der Innenraum des Swift © Foto: Werk

Der Kofferraum ist mit 213 Litern überschaubar groß, die Konkurrenz beispielsweise von VW oder Ford bietet 270 Liter. Mit umgeklappten Rücksitzen (Lehnen umlegen, Rücksitzbank nach vorn kippen) sind es gerade einmal 562 Liter. Beim Einladen des Wochenendeinkaufes stören dazu die hohe Ladekante und die nicht weit genug öffnende Heckklappe, die Arretierung der weg geklappten Rücksitze durch Schlaufen wirkt eher provisorisch als durchdacht.

Flott und wendig

«Flott» heißt die deutsche Übersetzung für das englische Wort «swift». Und das ist er, der Kleinste aus dem Hause Suzuki. Mit einem Leergewicht von gerade einmal 1.075 Kilogramm und 102 PS Leistung kommt der Swift dem von seinem Hersteller propagierten Begriff des »Stadtsportwagens« überaus nah. Dank nur 2,39 Meter Radstand und einem Wendekreis von 9,40 Metern ist Frau oder Mann in einem wendigen Flitzer unterwegs.

Die lediglich 133 Newtonmeter Drehmoment des 1.5-Liter-Benziners mit variabler Ventilsteuerung zwingen den ambitionierten Stadtrennfahrer jedoch schnell zu mittleren bis höheren Drehzahlen. Das macht mit dem leichtgängigen Fünfgang-Getriebe und den kurzen Schaltwegen jedoch jede Menge Spaß. Mit seiner breiten Spur liegt der Swift dabei satt auf der Straße, das Fahrwerk ist recht sportlich abgestimmt und untersteuert in Kurven brav. Die servo-elektrische Lenkung unterstützt die Kurvenhatz mit Leichtgängigkeit und Direktheit, lediglich in der Mittellage wäre etwas mehr Präzision wünschenswert.

Wendig und agil: Heckansicht des Suzuki Swift
Wendig und agil: Heckansicht des Suzuki Swift © Foto: Werk

Der Testverbrauch lag mit 8,5 Litern auf 100 Kilometer deutlich über der Herstellerangabe - besonders die innerstädtische Verbrauchsangabe von 8,6 Liter ist in der Innenstadt nicht zu halten, wenn der Stadtflitzer als solcher bewegt wird. Nervig sind die ab mittleren Drehzahlen sehr präsenten Motorgeräusche. Leider bietet die serienmäßige Stereoanlage hier keine Abhilfe - mäßige Klangqualität und schlechter Empfang animieren eher zum Ausschalten als zum Lauterstellen. Ob das mit einer Aufrüstung auf Dual-Cone Lautsprecher für 46,55 Euro verbessert werden kann, sei dahingestellt. Ebenfalls erhältlich: ein Navigationssystem für 1400 Euro. Die Sicherheitsausstattung des Swift ist jedenfalls in Ordnung. So gibt es ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Airbags rundum, Gurtstraffer vorn, ISOFIX-Kindersitzbefestigungen, jedoch kein ESP.

Den Suzuki Swift 1.5 Fünftürer gibt es in zwei Ausstattungsversionen: Den Comfort für 14.290 Euro und den Swift Comfort Plus mit verbesserter Serienausstattung wie Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern vorn, CD-Radio inklusive Lenkradfernbedienung, Sitzheizung vorn, Pollenfilter, Keyless Start, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln und Nebelscheinwerfern für 15.190 Euro. Er ist sicher die bessere Wahl.






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