1. April 2009

Fahrbericht Suzuki Splash Probiers mal mit Gemütlichkeit

Der Suzuki Splash
Der Suzuki Splash © Foto: AG/Flehmer

Der Suzuki Splash übertrumpft seinen Vorgänger um Längen im Design. Ist allerdings die Automatik mit an Bord, sollte das ein oder andere Butterbrot mit eingepackt werden, da die Fahrt länger dauern könnte.




Von Thomas Flehmer

Die Metamorphose hätte gar nicht größer sein können. Aus dem schnöden, kantigen, und aufgrund des mechanisch klingenden Namens Wagon R+ verwandelte Suzuki den Splash wie in Grimms Märchen die Fee Aschenputtels Kürbis in eine formschöne Kutsche. Zwar fällt der Splash - baugleich mit dem Opel Agila - nicht so auf wie der kultige Fiat 500, doch der mit einigen Rundungen - besonders im Frontbereich - versehene Kleinwagen trifft nun eher den Zeitgeist, um sich als Zweitwagen für den städtischen dem jeweiligen Fuhrpark anzubieten. Denn selbst mit dem größeren Benziner und 86 PS sind die Sprinterqualitäten des Eintonners doch arg begrenzt.


Ruhe bewahren

Vor allem dann, wenn eine Viergang-Automatik mit an Bord des 86 PS starken Kleinwagens ist. Dann heißt es entweder Ruhe bewahren und die Gegend genießen, um die 50 km/h Stadtgeschwindigkeit zu erreichen oder an jeder Ampel per voluminösen Kickdown den Kleinen - dann ein wenig kipplig - in den laufenden Verkehr zu integrieren.

Beim langsamen Vorwärtskommen tastet sich die Automatik deutlich hörbar an den nächst höheren Gang heran, ehe im hohen Drehzahlbereich umgeschaltet wird. Eigentlich bleibt selbst den besonnenen Fahrern nur die Alternative, das Gaspedal doch stärker herunterzudrücken. Trotzdem vergehen lange 14,9 Sekunden, ehe die 100 km/h erreicht sind.

Agil im Stadtverkehr

Wendig in der Stadt
Wendig in der Stadt © Foto: Suzuki

Wer die Ruhe und Gemütlichkeit weghat, kann sich dann aber am äußerst wendigen Kleinwagen erfreuen. Selbst in Kurven wankt das immerhin 1,59 Meter hohe Gefährt nicht gefährlich zur Seite. Zudem benötigt der Splash lediglich 9,4 Meter zum Wenden - ideal für jeden Einkauf.

So kann auch die kleine Parklücke auf der anderen Straßenseite bequem angesteuert werden, da die geschwindigkeitsabhängig geregelte Servolenkung sehr viel Spiel für ein leichtgängiges Einparken lässt, um den Einkauf zu starten.

Überraschung im Innenraum

Viel Platz im kargen Cockpit
Viel Platz im kargen Cockpit © Foto: Suzuki

Dieser darf aber nicht zu groß ausfallen, da auch die Ladekapazität von 178 Litern Kofferraumvolumen eher für den Transport von Schminkartikeln geeignet ist als für Wasserkisten. Erst wenn die Rückbank umgeklappt wird, stehen 1050 Liter für den Transport sperrigerer Güter unterhalb eines Billyregals zur Verfügung.

Überraschend viel Platz haben dagegen die Insassen, jedenfalls auf den vorderen Sitzen. Fahrer und Beifahrer können die erhöhte Sitzposition gut genießen, verfügen über viel Bein-, Knie-, Kopf- und Schulterfreiheit. Dafür müssen die beiden Personen die traditionell karge Plastikwüste des Armaturenbrettes von Nahem ins Auge nehmen- Auf den drei hinteren Sitzen geht es dagegen beengter zu, wenn die Passagiere die 1,65 Meter überschritten haben. Dann bietet es sich auch an, den Fünfsitzer lediglich mit vier Personen und mit nur wenig Gepäck zu beladen, um den sozialen Frieden auf der nicht verschiebbaren Rückbank zu erhalten. Aber auch in der Kutsche von Aschenputtel wird es beengter zugegangen sein.

Geduldprobe für die Gemütlichkeit

Nettes Heck
Nettes Heck © Foto: Suzuki

Dafür werden Aschenputtels zu Zugtieren umfunktionierte Ratten weniger Kraftstoff benötigt haben. 7,2 Liter benötigte der Splash für die 100 Kilometer im Stadtverkehr. Sicher ist der hohe Wert dem mühsamen Hochschalten der Automatik geschuldet. 6,5 Liter waren es auf der Autobahn. Wer dann nur 9900 Euro für die Einstiegsversion auf den Tisch braucht, wird sich mit den Werten abfinden.

Der 1.2 in der gut bestückten Comfort-Variante mit ABS, ESP sowie sechs Airbags an Bord beginnt aber erst bei 15.600 Euro - spätestens hier wird die Gemütlichkeit auf eine harte Probe gestellt.






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