6. Oktober 2010

Fahrbericht Suzuki Kizashi Versuchsballon Suzuki Kizashi

Der Kizashi kommt im Oktober
Der Kizashi kommt im Oktober © Foto: Suzuki

Suzuki steigt in das Segment der Mittelklasse ein. Der Kizashi sieht recht sportlich aus, lediglich eine Karosserieform und ein Motor amerikanischer Gangart verhindern, dass sich der "Vorgeschmack auf etwas Großes" richtig gut anfühlt.




Von Thomas Flehmer

Auf bisher unbekanntes Terrain begibt sich Suzuki. Der Klein- und Geländewagenspezialist aus Japan versucht sich an der Mittelklasse. Der Name der neuen Limousine ist dabei Programm. Kizashi bedeutet übersetzt "Vorgeschmack auf etwas Großes". In der Tat ist die 4,65 Meter lange Limousine, die in den USA bereits eingeführt wurde, das längste und schnellste Fahrzeug im Portfolio der Japaner.


Äußere sportliche Potenz

Von außen betrachtet verstreut der Neueinsteiger sportliche Potenz, hat dabei aber im Vergleich zu den drei bisher gezeigten Konzeptfahrzeugen an kräftiger Dominanz verloren. Trotzdem wirken der Kühlergrill, die Scheinwerfer und die ausgestellten Radkästen sehr dominant auf den Betrachter. Und auch die Seitenlinie ist sehr dynamisch geformt, sodass der Vorgeschmack deutlich zu spüren ist. Ein breites Stufenheck unterstützt von zwei großen Auspuffendrohren vervollständigen den Eindruck.

Dieser wird beim Eintritt in den Innenraum geschmälert. Hier überwiegt die Hartplastik, die in Japan oder auch in den USA kaum Erregung erzielen würde, doch gerade in Deutschland sind die Mittelklassepiloten von den einheimischen Herstellern einen anderen Standard gewohnt. Nicht, dass man vergrätzt seine Blicke über das Interieur schweifen ließe, aber das Armaturenbrett hat doch zuviel Kunststoff zu bieten. Die Instrumententafel dagegen ist gut ablesbar und auch das Lenkrad liegt gut in der Hand und ist nicht mit Knöpfen überfrachtet.

Nur als Stufenheck

Serienmäßig in Leder sind die gut konturierten Sitze gehalten, die auch den nötigen Komfort bieten. Angst vor Kopfnüssen müssen weder Fahrer noch Beifahrer noch die Gäste auf den hinteren Sitzgelegenheiten haben. Auch die Kniefreiheit ist gegeben. Guten Platz versprechen 461 Liter Kofferrauminhalt im leider nur angebotenen Stufenheck.

Diese Karosserieform ist in Deutschland höchstens noch in den mittlerweile 20 Jahre alten neuen Bundesländern beliebt. Im Rest der Republik beherrschen Fließheck oder Kombi das Segment. Doch diese Karosserieformen sind nicht zuletzt aus finanziellen Gründen angedacht. Hier fungiert der "Vorgeschmack auf etwas Großes" lediglich als kleiner Versuchsballon.

Schnellster Suzuki aller Zeiten

Und auch unter der Motorhaube kommt der Kizashi nicht über das Versuchsstadium hinaus. Während Downsizing in fast aller Munde ist beherbergt der immerhin 2,4 Liter große Vierzylinder-Benziner 131 kW/178 PS zwischen den Vorderrädern, die Kraft des maximalen Drehmoments von 230 Newtonmetern liegt bei 4000 Kurbelwellenumdrehungen an. Damit beschleunigt der 1,5 Tonner innerhalb von 7,9 Sekunden aus dem Stand in den dreistelligen km/h-Bereich, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 215 km/h erreicht.

Sicher, so schnell war noch kein Suzuki, doch beim Fahren scheinen doch einige Pferde auf der Strecke zu bleiben. Etwas müde geht es voran, auch wenn sich die sechs Gänge gut einlegen lassen. Dagegen schluckt das Fahrwerk auch die Unebenheiten von Waldwegen recht ordentlich.

Bescheidene Ziele

Doch was fehlt, ist natürlich auch das Angebot eines Dieselmotors, gerade in diesem Segment. Da verbrauchsreduzierende Maßnahmen wie Leichtlaufreifen, Start-Stopp und ähnliches fehlen, stehen laut Suzuki mindestens 7,9 Liter Superbenzin unterm Strich, 10,6 Liter sollen es im reinen Stadtbetrieb sein. Da wird auch die treue Suzuki-Stammkundschaft, die mit dem Kizashi innerhalb der Marke wachsen soll, schlucken müssen.

Und die Aussichten auf etwas Großes werden nicht unbedingt vielversprechender. Im Winter kommt eine Allradversion mit CVT-Getriebe, in Amerika beliebt, in Deutschland eher weniger. Die Zielvorgaben mit 1000 Einheiten im kommenden Jahr sind deshalb auch tief gelegt.

Fehlende Alternativen

Dabei ist der Vorgeschmack zunächst recht gut gelegt. Die Limousine wird fast komplett ausgestattet für 26.900 Euro angeboten. Lediglich eine Metallic-Lackierung für 490 Euro und ein nur fummelig zu bedienbares Pioneer Navigationsgerät für rund 1700 Euro stehen in der Aufpreisliste. Die ab Winter zur Verfügung stehende Allradversion beginnt 3000 Euro später.

Der "Vorgeschmack auf etwas Großes" wäre sicher höher, wenn die derzeit fehlenden Alternativen bei der Karosserieform und im Antriebsbereich vorhanden wären oder mittelfristig ins Angebot rücken würden. So kommt der Kizashi erst einmal nicht über das Stadium des Versuchballons hinaus, die Limousine in anderen Märkten einfach anzubieten, um zu sehen, was unterm Strich rauskommt.






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