21. Oktober 2011

Fahrbericht Ein Jahr in der Mittelklasse Suzuki Kizashi: Manche Stärken und ein Schwachpunkt

4,65 Meter misst der Suzuki Kizashi
4,65 Meter misst der Suzuki Kizashi © Suzuki

Suzukis Vorstoß in die Mittelklasse war bislang nur mäßig erfolgreich. Gleichwohl ist der Kizashi kein uninteressantes Auto, das mit guten Fahreigenschaften und einer umfangreichen Ausstattung zu gefallen weiß.




Von Martin Woldt

Der Kizashi ist Suzukis absatzschwächste Baureihe. Knapp 700 Autos hat die Marke seit Januar verkaufen können . Das ist nicht wirklich viel und wohl auch kein Argument für das Auto. Aber für den auf Kleinwagen und SUV spezialisierten Hersteller ist das Mittelklassefahrzeug fürs Erste – Marktstart war vor einem Jahr – als Bindemittel für Umsteiger aus dem Swift oder dem Grand Vitara gedacht.

Dabei hat der Kizashi, gemessen an den im Test beobachteten neugierigen Blicken, durchaus Eroberungsungspotenzial. Die 4,65 Meter lange Karosse mit ihrem auffällig großen Kühlergrill, dem in die Kofferklappe integrierten Spoiler sowie den im Stoßfänger chromumrahmt untergebrachten Doppelendrohren stellt sich nicht als grau Maus vor. Es liegt wohl auch daran, dass sich Suzukis Mittelklasseangebot noch zu wenig herum gesprochen hat und ausschließlich als Stufenheck nicht gerade als Everybodys Darling durchgeht.


Gute Fahreigenschaften

An den Fahreigenschaften liegt es jedenfalls nicht. Zwar würde man dem Kizashi auch in keinem Punkt besonders herausragende Eigenschaften attestieren. Anderseits aber leistet er sich keine auffälligen Schwächen. Sein Platzangebot vorn wie hinten muss sich nicht verstecken. Vier Erwachsene reisen komfortabel, bei zulässigen fünf würde es doch etwas eng. Erst recht, was die Sicht nach hinten betrifft. Die Platzverhältnisse vor und hinter dem Fahrzeug sind schwer abschätzbar.

Die serienmäßigen Ledersitze sind passabel ausgeformt. Die Armaturen im Cockpit übersichtlich angeordnet. Etwas weniger Plastikanmutung in der Schaltzentrale wäre allerdings berührungsfreundlicher gewesen. Kofferraum und Zuladung entsprechen mit 440 Litern und 525 Kilogramm fast der VW Passat Limousine.

Fein abgestimmtes Sportfahrwerk

Der Kofferraum fasst ein Gepäckvolumen von 440 Litern.
Der Kofferraum fasst ein Gepäckvolumen von 440 Litern. © Suzuki

Das Fahrwerk gibt sich sportlich, ohne dass selbst auf dem Knüppeldamm eine Steißbeinfolter droht. Der sportlichen Gesamtnote hinkt etwas der Eindruck am Steuer hinterher. Erst bei höheren Geschwindigkeit wird das Lenkrad spürbar fester. In Kurven zeigt sich Kizashi auch bei hastigen Lenkbefehlen sehr souverän. Seine verlässliche Spurtreue zu ist zu loben, ebenso wie sein Verzögerungsverhalten aus hohen Geschwindigkeiten. Die Sechsgangschaltung gleitet gut durch die Schaltgassen, könnte aber ihre Druckpunkte besser erspüren lassen.

Schwachpunkt Verbrauch

Cockpit des Suzuki Kizashi
Cockpit des Suzuki Kizashi © Suzuki

Auch nach einem Jahr gibt es den Kizashi ausschließlich mit einer Motorisierung. Der 2,4-Liter-Benziner leistet 131 kW/178 PS. Damit hievt er das 1475 Kilogramm schwere Fahrzeug in 7,8 Sekunden von null auf Tempo 100. Sein Geräuschteppich ist sehr ausgewogen und auch bei höheren Geschwindigkeiten – 215 km/h sind möglich – gut zu ertragen. Sein maximales Drehmoment von 230 Newtonmetern erreicht er allerdings erst 4000 Touren. Wer also sportlich inspiriert unterwegs ist, muss stärker draufdrücken. Was natürlich nicht ohne Folgen bleibt. Stadtverbräuche von über zehn Litern sind deshalb einzukalkulieren. Herkömmlich Spritspartechnik wie ein Start-Stopp-System hat Suzuki nicht im Angebot. Auf der Autobahn dürfte man mit 8,5 Litern hinkommen, auf der Landstraße vielleicht mit 6,0. Ganz ähnliche Fahrleistungen aber mit deutlich kleinerem Motor und zumal spürbar geringerem Verbrauch schafft etwa der ähnlich schwere VW Passat 1,8 TSI.

Exzellente Ausstattung

Sportfahrwerk serienmäßig
Sportfahrwerk serienmäßig © Suzuki

Allerdings ist der mit 29.225 Euro auch über 2.235 Euro teurer als der Suzuki Kizashi. Der sich außerdem noch deutlich besser ausgestattet vorstellt. Elektrisches Glasschiebedach, Sitzheizungen vorn, elektrisch-verstellbarer Fahrersitz, Xenonscheinwerfer, Sportfahrwerk und 18-Zoll-Alufelgen sind neben den üblichen Klassenstandards im Grundpreis von 26990 Euro enthalten. Das allerdings macht dem Neuankömmling in der Mittelklasse so schnell dann doch keiner nach.






Mehr zur Marke Suzuki

Turbo statt SaugerSuzuki Swift macht anders Sport

Suzuki hat auf der IAA den neuen Swift Sport präsentiert. Beim agilen Ableger des Kleinwagen-Bestsellers hat sich nicht nur die Optik optimiert, auch die Leistungskraft ist dank zahlreicher Änderungen angestiegen.


Premiere auf IAANeuer Suzuki Swift kommt als Sportversion

Suzuki wird vom Swift auch wieder eine Sportversion anbieten. Der Kleinwagen der Japaner wird dann wohl 140 PS leisten.


Fragen an den Autopapst im Juli 2017

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Suzuki.



Mehr aus dem Ressort

Marktstart im Frühjahr 2018Volvo XC40: Cool sein hat seinen Preis

Volvo will wachsen – und dazu beitragen soll insbesondere das Kompakt-SUV XC40. Er wird im März auf den Markt kommen. Das Auto bringt alles mit, um ein Erfolg zu werden. Wenn da nur nicht der Preis wäre.


Der VW Golf GTI TCR darf nur auf Rennkursen bewegt werden
Bei Seat gebautVW Golf GTI TCR: Nur für die Rennstrecke

65 Prozent aller Bauteile sind identisch mit einem normalen Serienmodell. Trotzdem darf der VW Golf GTI TCR nicht am Alltagsverkehr teilnehmen – und das ist auch gut so.


Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.