21. Dezember 2012

Fahrbericht Ein Motor, eine Karosserieform Suzuki Kizashi: Exklusives Stufenheck

Der Suzuki Kizashi ist auf deutschen Straßen selten anzufinden.
Der Suzuki Kizashi ist auf deutschen Straßen selten anzufinden. © Suzuki

Suzuki hat mit dem Kizashi Mut bewiesen. Zum ersten Mal gibt es von den japanischen Klein- und Geländewagenspezialisten ein Mittelklassemodell, allerdings nur als in diesen Breitengerade nicht gerade beliebten Stufenheck.




Mit dem seit Ende 2010 erhältlichen Mittelklasse-Modell Kizashi stellt Suzuki zweierlei unter Beweis: Das Unternehmen kann nicht nur Klein- und Geländewagen. Und es hat durchaus Mut. Denn Stufenheck-Modelle gehören zumindest bei uns nicht unbedingt zu den Bestsellern. Assoziationen mit altbackenem Design sowie "Fahrer-mit-Hut" haften den Fahrzeugen mit den meist großzügigen Kofferraumvolumina hartnäckig an. So fristen sie in Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, meist ein Nischendasein im automobilen Angebotsreigen. Das gilt mehr noch als für andere Fahrzeuge für den Suzuki Kizashi. Ein Grund, sich das Fahrzeug mal näher anzuschauen.


Suzuki Kizashi fällt auf

Man fällt mit dem großen Suzuki auf und – Überraschung! - noch nicht einmal unangenehm. Die viertürige, 4,65 lange Limousine sorgt für Verwunderung (Was ist denn das für ein Dreier?), Erstaunen (Ein Suzuki? Echt?) oder sogar ansatzweise für Begeisterung (G…. die Felgen!). Diejenigen, die sich spontan auf Parkplätzen oder an der Tankstelle zu diesem Auto äußerten, waren junge Männer um die 30. Ob sich da eine Geschmacksänderung anbahnt? Vielleicht fanden sie den Kizashi auch nur spannend, weil zwei – natürlich verchromte – große, dreiecksförmige Auspuffendrohre gut sichtbar Leistung versprechen.

Und so kam folgerichtig als Nächstes immer die Frage nach der Leistung. Diese liest sich auf dem Papier nicht schlecht. Ein 2,4-Liter-Benziner generiert 131 kW/178 PS. Bevor aber nun die Testosteronspiegel der Fragesteller weiter ansteigen: Nein, damit wird das Suzuki-Flaggschiff nicht zum BMW 3er-Rivalen. Sportlichkeit ist nicht sein Ding. Dafür spricht schon einmal das - aus heutiger, selbstverständlicher Turbosicht – geringe maximale Drehmoment von 230 Nm, das der Sauger bei 4000 Umdrehungen zur Verfügung stellt. Beschleunigungsversuche mittels durchgedrücktem Pedal werden nur verzögert umgesetzt. Die Pferdchen scheinen Zeit zu brauchen, um sich zu sortieren und in Galopp zu fallen.

Gutes Sportfahrwerk im Suzuki Kizashi

Suzuki Kizashi mit guter Kurvenlage
Suzuki Kizashi mit guter Kurvenlage © Suzuki

Einmal in Fahrt macht der Kizashi auf einer freien Autobahn jedoch eine gute Figur. Die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h (auch nicht eben herzklopfverdächtig) zu erreichen, ist kein Problem. Dann allerdings schnellt die Verbrauchsanzeige deutlich nach oben. Das passiert auch, wenn man kurvige Streckenabschnitte flott nimmt. Eine Übung, die dem Kizashi dank des Sportfahrwerks gut gelingt. Harte Schläge an die Insassen gibt es trotzdem nicht, sportlich heißt hier weder rasant noch unbequem.

Wer sich im mittleren Geschwindigkeitsbereich auf der Autobahn bewegt und sich auf anderen Straßen gelassen an die Verkehrsordnung hält, wird mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,3 Litern belohnt. Gar nicht übel für die große und mindestens 1,5 Tonnen schwere Limousine und nur 0,5 Liter mehr als Suzuki als Normwert angibt.

Keine Assistenzsysteme für den Suzuki Kizashi

Assistenzsysteme fehlen beim Suzuki Kizashi
Assistenzsysteme fehlen beim Suzuki Kizashi © Suzuki

Einen Diesel gibt es übrigens nicht für den Kizashi, genauso wenig wie irgendwelche in dieser Klasse mittlerweile selbstverständlichen Assistenzsysteme. Und es existiert auch keine nennenswerte Aufpreisliste. Unser Testwagen kostete 26.990 Euro. Als Extra kann nur die Metallic-Lackierung für günstige 490 Euro bestellt werden. Im Preis enthalten ist eine umfangreiche Komfortausstattung mit Leder, Zweizonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfern, Parkhilfen, ein elektrisches Glasschiebehubdach sowie ein elektrisch verstell- und beheizbarer Fahrersitz mit Memory-Funktion. Die schon erwähnten auffälligen 18-Zoll-Felgen mit 245/45 Reifen gehören ebenso wie das Sportfahrwerk ebenfalls zum Serienumfang.

Und dann gibt es ab Werk noch die für ein Stufenheck-Modell typischen Vorteile: Die Passagiere reisen komfortabel, das Gepäck verschwindet im großen Kofferraumschlund. Man sollte jedoch beim Verstauen von Koffern und Taschen darauf achten, dass sie nicht unter die Bügelscharniere geraten und beim Schließen gequetscht werden. Die Verarbeitung des sachlich gehaltenen Interieurs ist ordentlich, allerdings darf man bei dieser Preisgestaltung keine Premiumansprüche stellen.

Suzuki Kizashi mit kleinen Verkaufszahlen

426 Mal wurde der Suzuki Kizashi bisher neu zugelassen
426 Mal wurde der Suzuki Kizashi bisher neu zugelassen © Suzuki

Apropos Preis: Der ist zwar günstig und die Ausstattung komplett, allzu viele Kunden könnten sich in Deutschland aber nicht für den Japaner begeistern. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zählte für 2012 bis Ende November gerade mal 426 Neuzulassungen. Damit ist der Kizashi fast so exklusiv wie beispielsweise ein Lexus IS. (SP-X)






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