7. Dezember 2007

Fahrbericht Japanischer Dampfhammer

Suzuki B-King
Suzuki B-King © Foto: Press-Inform

Einen Kompressor hat die B-King von Suzuki im Gegensatz zur Studie zwar nicht. Dennoch wurde Wert auf ein enormes Drehmoment und brachiale Power gelegt - ein Muss für jedes Muscle Bike..




Das Warten auf den Streetfighter B-King hat sich gelohnt: Fünf Jahre hat Suzuki seit der Präsentation des Konzept-Motorrades gebraucht, um das Serienmodell in die Freiheit zu entlassen. Zwar besitzt die straßentaugliche Version im Gegensatz zur Studie keinen Kompressor, dafür wurde jedoch die aggressive Design-Sprache weitgehend übernommen. Und auch über mangelnde Leistung braucht bei 135 kW/184 PS keiner zu klagen. Der japanische Dampfhammer geht für 13.300 Euro an den Start.


Erstaunlich umgänglich

Mächtig tritt die B-King auf - ein solch martialisches Image pflegt kein anderes Muscle-Bike. Breit und kantig ist der Tank, hoch erhoben ragen die beiden Auspuffenden wie schwarze Schlote unter dem Sattel hervor. Schon die Optik huldigt der puren Leistung. Für zurückhaltende Menschen ist das Motorrad nichts, denn wer sich eine B-King zulegt, zieht zwangsläufig die Aufmerksamkeit auf sich.

Der Streetfighter ist jedoch kein Blender, sondern verfügt über einen entsprechend potenten Antrieb. Für Schub sorgt ein 1340 Kubikzentimeter großer, flüssigkeitsgekühlter Reihenvierzylinder, der eine Spitzenleistung von 135 kW/184 PS liefert. Auch das maximale Drehmoment von 146 Newtonmetern, das bei 7200 Touren anliegen, dürfte Freunde gehobener Leistung vollauf zufrieden stellen.

Doch die B-King gibt sich erstaunlich umgänglich. Zwar macht die stramme Kupplung deutlich, welche Antriebsmomente hier übertragen werden, aber abgesehen davon startet der Straßenfeger jedoch angenehm unspektakulär. Regelrecht sanft zieht der Vierzylinder voran - zwar druckvoll schon bei niedrigen Drehzahlen, aber gut beherrschbar. Spätestens bei 5000 oder 6000 Touren legt man den nächsthöheren der sechs Gänge ein, und lässt sich mitreißen von der souveränen Art der Leistungsentfaltung.

Am besten wird dies auf der Autobahn deutlich, wo ein kurzer Impuls der Gashand genügt, um «mal eben» ohne herunterzuschalten von 120 auf 180 km/h zu beschleunigen. Bei Autofahrern sorgt diese dynamische Kraftentwicklung oft für erstaunte Blicke. Doch es geht noch heftiger: Wer mutig die Gänge ausdreht und sich von den spürbaren Vibrationen nicht aus der Ruhe bringen lässt, der muss sich wirklich gut am Lenker festhalten und das Bike niederdrücken. Das Vorderrad will nach oben steigen, während der hintere 200er Pneu alle Mühe hat, die Leistung auf den Boden zu bringen. Ein Ende findet die Beschleunigung bei knapp 250 km/h.

Moderater Verbrauch

Erstaunlicherweise schlägt sich die überbordende Kraft nicht im Verbrauch nieder, der mit 6,4 Liter bleifreiem Super auf 100 Kilometer moderat ausfällt. Ein Grund hierfür mag auch im mangelnden Windschutz liegen, wird doch jenseits von 150 km/h der anbrandende Orkan immer unangenehmer, so dass sich ein ziviles Tempo gerade auf längeren Strecken von ganz alleine ergibt. An weiteren Fixkosten fällt die jährliche Haftpflicht an, die bei der AXA 164 Euro kostet.

Sofern man sich selbst zu zügeln vermag, zeigt sich die B-King auch im Alltag umgänglich. Bei Nässe oder in rutschigen Kurven sollte jedoch sensibel mit dem Gas umgegangen werden. Eine Traktionskontrolle wäre hier eine feine Sache. Wer jedoch meint, die 255 Kilogramm schwere Suzuki könne nur wie eine Kanonenkugel geradeaus fliegen, irrt. Das japanische Powerbike eilt sogar überraschend leicht um Ecken und Kurven. Zudem soll im kommenden Jahr ein ABS hinzukommen. Damit wird die B-King noch besser beherrschbar.

Zwar ist die Suzuki ein überaus potentes Motorrad, doch in der Handhabung und auch beim Verbrauch zeigt es sich überraschend umgänglich, so dass man selbst die problematische Gepäckbefestigung oder die doch recht eingeschränkte Soziustauglichkeit in Kauf nimmt. Die 13 290 Euro kostende B-King ist eben eine reine Fahrmaschine. (mid)






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