12. Januar 2010

Fahrbericht Subaru Impreza Diesel Exot mit stillen Tugenden

Der Subaru Impreza Diesel
Der Subaru Impreza Diesel © Foto: Subaru

Recht unauffällig zieht der Subaru Impreza seine Bahnen. Dabei hat der Diesel nicht nur unter der Motorhaube etwas zu bieten.




Von Holger Holzer

Als absoluter Exot unter den zahlreichen Allerweltsautos der Kompaktklasse besetzt der Subaru Impreza eine kleine aber feine Nische. Die Kombination von Allradantrieb und Boxermotor gibt es sonst in der Brot-und-Butter-Klasse nirgends. Seit kurzem bieten die Japaner sogar eine Dieselversion an, die ab 24.490 Euro zu haben ist.


Große Lufthutze

Während bei den Benzinerversionen die eher unauffällig gestaltete Schrägheck-Karosserie keinerlei Hinweis auf die ungewöhnliche Technik gibt, wartet der Diesel mit einer großen Lufthutze auf der Motorhaube auf. So rückt er optisch in die Nähe des Turbo-Hochleistungsmodells Impreza WRX STi, das sich im Rallyesport einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat. Ganz so sportlich geht der Selbstzünder zwar nicht zur Sache, doch im Vergleich mit den blutarmen Saugbenzinern bietet der 110 kW/150 PS starke Turbodiesel ein deutliches Plus an Temperament.

Herausstechendes Merkmal des Antriebs ist jedoch die enorme Laufruhe, die aus der Boxer-Bauweise resultiert. Selbst im Leerlauf lassen sich dank der gegenseitigen Neutralisierung der sich horizontal bewegenden Zylinder kaum Vibrationen wahrnehmen. Dementsprechend gibt sich das 2,0-Liter-Triebwerk
auch akustisch zurückhaltend. Unter dem Strich fallen die bauartbedingten Vorteile des Boxers gegenüber modernen und ebenfalls sehr laufruhigen Common-Rail-Dieselmotoren aber nicht mehr stark ins Gewicht.

Hoher Verbrauch

Mit Allradantrieb ist der Impreza kein Schnäppchen
Mit Allradantrieb ist der Impreza kein Schnäppchen © Foto: Subaru

In anderen Bereichen kann der von Subaru selbst entwickelte Motor ebenfalls überzeugen, ohne aber herauszustechen. Das an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelte Vierzylinder-Triebwerk tritt spontan und mit dieseltypischem Durchzug an und beschleunigt den Wagen in 8,6 Sekunden von null auf Tempo 100. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 205 km/h erreicht; alles Werte auf Augenhöhe mit der dieselerfahrenen deutschen Konkurrenz. Lediglich beim Verbrauch kann der Japaner nicht ganz mithalten: der Normwert von 5,8 Litern je 100 Kilometer liegt deutlich höher als beispielsweise beim Allrad-Golf.

Mit dem Golf ist gleichzeitig auch einer der wenigen Wettbewerber genannt, die in der Kompaktklasse mit Allradantrieb aufwarten können. Beim Diesel-Impreza ist die Technik serienmäßig an Bord; ein Zentraldifferential mit Viscokupplung verteilt die Kraft unter Normalbedingungen permanent zu gleichen Teilen zwischen den Achsen. Das sorgt vor allem auf Schnee oder in leichtem Gelände für sehr gute Traktion und auf normalem Untergrund für eine sichere Straßenlage. Zusammen mit der präzisen Lenkung und dem agilen Fahrwerk kommt durchaus Fahrspaß auf. Ein Untersetzungsgetriebe für erhöhte Geländegängigkeit, wie es für die Benziner zu haben ist, gibt es beim Diesel allerdings nicht.

Kein Schnäppchen

Viel Platz im Cockpit
Viel Platz im Cockpit © Foto: Subaru

In der Kompaktklasse geht es auch um ganz alltägliche Tugenden, bei denen der Exot eher durchschnittlich abschneidet. Die Passagiere auf den Vordersitzen haben viel Platz, der Fond bietet bei großer Kopffreiheit aber einen eher knappen Knieraum. Zudem ist der Gepäckraum eingeschränkt; lediglich 301 Liter stehen bei voller Bestuhlung zur Verfügung, maximal können 1216 Liter geladen werden. Beide Werte liegen am unteren Ende des Klassenstandards, obwohl die Fahrzeuglänge mit 4,42 Metern fast schon Mittelklasseformat erreicht. Ausgeglichen wird das durch gute Zugfahrzeug-Gene; ordentliche 1600 Kilogramm dürfen an den Haken.

Der Allradantrieb treibt die Kosten für den Diesel-Impreza in die Höhe: Mit 24.490 Euro ist er kein Schnäppchen. Allerdings sind unter anderem immer Klimaautomatik, CD-Radio und Berganfahrhilfe an Bord. Und ein vergleichbarer VW Golf mit Allradantrieb ist mit einem Einstiegspreis von 26.790 Euro ein gutes Stück teurer.

Unterm Strich macht vor allem der in der Kompaktklasse seltene Allradantrieb den Subaru Impreza zu etwas besonderem. In den meisten anderen Beziehungen bietet der solide Japaner gehobene Hausmannskost, kann aber kaum herausstechen. So wird es wohl trotz des neuen Dieselmotors bei der Nischenexistenz bleiben. (mid)






Mehr zur Marke Subaru

Zweite Generation des CrossoversSubaru XV übt Verzicht auf Dieselmotor

Im November führt Subaru die zweite Generation des XV in den deutschen Markt ein. Die Allrad-Spezialisten aus Japan beschreiten dabei neue Wege.


Weiterhin 300 PS LeistungSubaru WRX STi: Auffrischung für den Kultsportler

Subaru hat den WRX STi einem Facelift unterzogen. Der Kultsportler kommt nun mit einem frischeren Layout daher. Auch im Innenraum wurde Hand angelegt.


Marktstart 2018Neuer Subaru Impreza feiert Europapremiere auf IAA

In den USA und Japan ist der Subaru Impreza bereits zu haben. In Europa feiert das Modell seine Premiere auf der IAA im September. Der Markstart des Allradsportlers wird für kommendes Jahr erwartet.



Mehr aus dem Ressort

Der Fiat Fullback Cross fühlt sich abseits der Straßen sehr wohl
Baugleich mit dem Mitsubishi L200Fiat Fullback Cross: Das Problem mit der Verwandtschaft

Das Segment der Pickups bildet noch eine kleine Community in Europa. Der Fiat Fullback Cross trifft dabei auf eine große multikulturelle Verwandtschaft der Lastenträger.


Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.