4. März 2009

Fahrbericht Subaru Impreza 1.5 RF Bedingt sparbereit

Der Subaru Impreza 1.5 RF
Der Subaru Impreza 1.5 RF © Foto: Subaru

Subaru bringt den Impreza erstmals mit Frontantrieb - weniger Sprit verbraucht er damit leider kaum. Sparalternativen sind der Boxer-Diesel oder die Autogasumrüstung beim Händler.




Von Sebastian Viehmann

Bei der anhaltenden SUV-Schwemme könnte man glauben, dass sich viele Menschen ohne Allradantrieb nicht mehr aus der Einfahrt trauen. Doch VW Tiguan, Chevrolet Captiva oder Renault Koleos sind auch mit Fronantrieb zu haben und werden eifrig nachgefragt. Bei Subaru ist das eigentlich anders: Gerade der Allradantrieb „Symmetrical AWD“ - unbestritten eines der besten und wintertauglichsten Systeme, die es zurzeit gibt - macht die Faszination der japanischen Sonderlinge aus. Und das nicht nur beim Geländewagen Forester, sondern auch bei den PKW-Modellen Legacy oder Impreza.


Allrad-Dogma abgelegt

Mit der vierten Generation des Justy legte Subaru das Allrad-Dogma ab, und im vergangenen Jahr entschieden sich mehr als 1200 Kunden für den mit dem Daihatsu Sirion verwandten Kleinwagen. Damit war er das nach Forester und Impreza erfolgreichste Subaru-Modell in Deutschland. Nun ist der Impreza mit Frontantrieb an der Reihe. 16.490 Euro kostet der 4,4 Meter lange Fünftürer 1.5 RF mit 79 kW / 107 PS, exakt 2000 Euro weniger als die Allradversion 1.5 R und 2160 Euro weniger als ein fünftüriger Golf mit 75 kW / 102 PS. Weitere Konkurrenten: Fiat Bravo mit 66 kW / 90 PS ab 16.200 Euro, Opel Astra mit 66 kW / 90 PS ab 18.160 Euro, Peugeot 308 mit 70 kW / 95 PS ab 16.500 Euro oder Kia Cee’d mit 80 kW / 109 PS ab 14.430 Euro.

Der Impreza bietet beim Platzangebot soliden Durchschnitt, auch im Fond haben Erwachsene genügend Lebensraum. Etwas knapp ist mit 301 Litern (bei umgelegten Rücksitzen maximal 1216 Liter) das Kofferraumvolumen ausgefallen. Die Verarbeitung hinterlässt einen guten Eindruck, das Cockpit ist übersichtlich gestaltet. Das Lenkrad allerdings lässt sich für hoch gewachsene Fahrer nicht weit genug nach oben verstellen.

Kein Temperamentswunder

Übersichtlich gestaltetes Cockpit
Übersichtlich gestaltetes Cockpit © Foto: Subaru

Der Vierzylinder-Boxermotor mit 1,5 Litern Hubraum ist kein Temperamentswunder, wenn man ihn mit flotten Basis-Benzinern wie etwa dem Mazda 3 mit 77 kW / 105 PS vergleicht. Zum Überholen fehlt der Biss, oft muss man zum Luft holen die ein wenig hakelige Fünfgangschaltung bemühen. Auf der Autobahn passiert ab Tempo 100 nicht mehr viel. Ansonsten schlägt sich der Motor ganz passabel, und das Geräuschniveau hält sich in Grenzen. Im direkten Vergleich mit einem Allrad-Impreza ist die Traktion des Fronttrieblers natürlich nicht so souverän. Er gibt sich aber insgesamt gutmütig und beim Fahrwerk komfortabel abgestimmt. Die Lenkung ist ein wenig gefühllos. Peinlich: Zurzeit gibt es für das neue Basismodell auch gegen Aufpreis kein ESP. Die Ausstattung ist identisch mit der des Allradmodells, allerdings hat der Fronttriebler hinten nur Trommel- statt Scheibenbremsen.

Den Durchschnittsverbrauch des Fronttrieblers gibt Subaru mit 7,3 Litern pro 100 Kilometern an, nur 0,2 Liter weniger als bei der Allradversion. Das können andere Kompakte besser: Der Mazda 3 (105 PS) zum Beispiel kommt mit 6,3 Litern aus, der Kia Cee’d (109 PS) mit 6,1 Litern und der Golf 1.6 (102 PS) immerhin mit 7,1 Litern. Die neuen kleinen Turbo-Benziner von Volkswagen, Fiat oder Renault sind noch sparsamer und trotzdem spritziger. Derartige Sparmaßnahmen fehlen bei Subaru allerdings ebenso wie eine Start-Stopp-Automatik. Wesentlich teurer, aber für Vielfahrer interessanter ist der Impreza 2.0 D mit Vierzylinder-Boxer-Diesel (24.490 Euro). Das 110 kW / 150 PS starke Aggregat ist durchzugsstark und kommt laut Werksangabe mit 5,8 Litern pro 100 Kilometer aus. Es ist nur mit Allradantrieb kombinierbar - damit aber wiederum eine günstige Alternative zu anderen Allrad-Kompakten, die es meistens nur als teure Sport-Versionen gibt.

Tanken für knapp 30 Euro

Autogas als günstige Alternative
Autogas als günstige Alternative © Foto: Subaru

Mehr als ein Drittel der Subaru-Kunden macht von einer weiteren Sparmöglichkeit Gebrauch, nämlich der Autogas-Umrüstung ab Importeur. «Die Umrüstkosten variieren je nach Region zwischen 2700 und 2800 Euro», sagt Subaru-Geschäftsführer Jens Becker. Subaru hat sich die Bezeichnung Ecomatic schützen lassen und nennt das System etwas hochtrabend «Autogas Hybrid-Technologie».

Der Impreza 2.0R Ecomatic (110 kW / 150 PS) mit Fünfgangschaltung erweist sich als agiles Kraftpaket, das dank Allradantrieb ein besonders sicheres Fahrgefühl vermittelt. Mit einem Knopf links neben dem Lenkrad kann man zwischen Benzin und Autogasbetrieb umschalten. Ein Leistungsunterschied zwischen beiden Varianten war während der Testfahrt nicht festzustellen. Mit einer maximalen Füllmenge von 42,2 Litern Autogas kostet eine Tankfüllung beim derzeitigen Durchschnittspreis weniger als 30 Euro.






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