3. September 2010

Fahrbericht Clio Renault Sport Gordini Kleider machen Leute

Der Clio Renault Sport Gordini eignet sich gut zum Driften
Der Clio Renault Sport Gordini eignet sich gut zum Driften © Foto: Renault

Die sportliche Sektion von Renault hat eine Legende hervorgekramt. Doch der Clio Gordini ist nicht mehr als ein auf Rallyesport gemachter Clio Renault Sport - den Kunden gefällt es trotzdem.




Von Thomas Flehmer

VW hat es vorgemacht. Eine auffällige Lackierung, dann noch eine Dachreling und einen angedeuteten Unterfahrschutz an den Polo montiert - fertig war der Cross Polo. Ein Kleinwagen, der aussah, als würde kein Gelände der Welt ihn aufhalten. Doch auf die Fahreigenschaften abseits des Asphalts verzichteten die Wolfsburger. Kein Allradantrieb oder sonstige Sperrdifferentiale, die den Weg durch Matsch und Schlamm erleichtern könnten.


Markante Rallyestreifen

Renault Sport verfolgt dieses Konzept auf anderen Wegen. 45 Jahre, nachdem Amedee Gordini den mittlerweile legendären R8 Gordini für das französische Unternehmen erschuf, nutzt der sportliche Ableger des Herstellers nun die Prominenz Gordinis.

Neben dem Twingo erhält auch der Clio die auch 1965 für den R8 benutzte markante blaue Lackierung mit den ebenso markanten zwei weißen Rallyestreifen, die sich von der Front über das Dach bis in den Heckbereich ziehen. Dunkel getönte Scheiben hinter der B-Säule sowie 17 Zoll-Leichtmetallräder unterstreichen die sportlichen Ambitionen, die sich im Innenraum fortsetzen.

Zahlreiche Extras

Hier lassen sich die Insassen auf Sportsitzen mit schwarz-blauem Leder nieder, das Lenkrad ist ebenso in diesen Farben bezogen. Wo Renault Sport sonst eine rote Ziernaht als Nullstellung am Lenkrad angebracht hatte, wird die Geradeausstellung streifenmäßig angezeigt.

Natürlich steht der Name Gordini auf den insgesamt vier Einzelsitzen und auch die Fußmatten tragen den Namen des Erbauers der Sportlimousine aus den sechsziger Jahren. Zahlreiche Extras wie Klimaautomatik, Tempomat, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Navigationssystem oder die schwarz-blaue Lederpolsterung schmücken den sportlichen Clio.

Kein Leistungszuwachs

Das für sportliche Fahrer etwas zu groß geratene Lenkrad aber deutet darauf hin, dass die sportlichen Ansprüche der Gordini-Legenden im Rallye-Sport - immerhin wurde .der aus Italien eingewanderte Franzose mit dem Beinamen "Der Hexer" geehrt - eher optischer Natur sind. Denn der 2,0-Liter-Motor mit 148 kW/201 PS wurde für die spezielle Gordini-Version nicht noch einmal verstärkt, sondern treibt auch den normalen Clio Renault Sport an.

Sicher, auch damit ist man sehr sportlich unterwegs. In lediglich 6,9 Sekunden sind die 100 km/h erreicht und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 224 km/h können diverse andere Verkehrsteilnehmer auf der linken Autobahnspur überrascht werden. Auch ist das Fahrwerk des sportlichen Renault-Ablegers wieder hervorragend gestaltet und ermöglicht nicht nur dank des gut zu schaltenden Sechsgangsgetriebes spritzige Kurvenfahrten mit ordentlich Fahrspaß, den das erst spät einsetzende ESP weiter fördert.

Optisches Tuning

Doch unterm Strich bleibt der Gordini technisch gesehen ebenso ein Clio Renault Sport wie aus dem Polo ein verkleideter und teurerer Cross Polo wird. Die zahlreichen Extras schlagen mit 2500 Euro Aufpreis zu Buche, sodass der Gordini Renault Sport bei 25.300 Euro beginnt, während der "normale" Clio Renault Sport schon bei 22.800 Euro beginnt.

Doch wie der Trend beim Tuning hin zu optischen Reizen geht, ist auch die Gordini-Variante für die sportlich betonten Kunden äußerst lukrativ. 18,5 Prozent aller Clio Renault Sport- Interessenten haben Kaufanträge für die Gordini-Version bestellt. Kleider machen eben Leute.






Mehr zur Marke Renault

Unterschiede unter RealbedingungenBehörde wirft Renault Betrug bei Abgastests vor

Nach übereinstimmenden Medienberichten wirft die französische Anti-Betrugsbehörde dem Autobauer Renault „betrügerische Strategien“ bei Abgastests vor. Der Hersteller weist dies entschieden zurück.


Variabler KompaktvanRenault Scenic: Reife Jahrgänge

Der Renault Scenic hat sich im Laufe der Jahre zu einem pannensicheren Auto entwickelt. Besonders die jüngeren Jahrgänge der dritten Generation werden auch als Gebrauchte Freude bereiten.


In 3,2 Sekunden auf 100Renault Zoe E-Sport Concept: Auf den Spuren des Weltmeisters

Mit dem e.dams-Team gewann Renault im letzten Jahr die Formel E. Die Studie des Zoe übernimmt Anleihen aus der elektrischen Motorsportklasse – leider ohne Chance auf Verwirklichung.



Mehr aus dem Ressort

BMW hat die Vierer-Baureihe dezent überarbeitet
Facelift der MittelklasseGelifteter 4er BMW: Schärfer in den Sommer

BMW hat die Vierer-Baureihe vier Jahre nach dem Marktstart überarbeitet. Während die Optik dezent verändert wurde, schärften die Ingenieure das Fahrwerk sehr viel spürbarer nach.


Der Seat Leon gibt sich sportlich und sparsam zugleich
Kompakter mit ZylinderabschaltungSeat Leon 1.4 TSI ACT: Streicheleinheiten für den spanischen Löwen

Der Seat Leon spendet als sportliche Alternative des VW Golf mit dem 1.4 TSI und Zylinderabschaltung eine Menge Fahrspaß. Die Farbe Lila ist dagegen im Vergleich zu früheren Botschaften verblasst - trotz edlem Auftritts.


Mercedes GLE Coupe neu Aufmacher AG/Mertens
Kein Auto für die StadtMercedes GLE Coupé: Ein großes Missverständnis

Es gibt Autos, mit denen wird man persönlich nicht warm. Man versucht es, man bemüht sich, doch letztlich scheitert man. Das kommt ziemlich selten vor, doch beim Mercedes GLE Coupé war das der Fall. Warum? Lesen Sie unseren Fahrbericht