22. März 2012

Fahrbericht Kompaktmodell mit besserem Verbrauch Renault Megane: Auf sparsam getrimmt

Im Renault Megane hält ein Benzin-Direkteinspritzer Einzug
Im Renault Megane hält ein Benzin-Direkteinspritzer Einzug © Renault

Renault hat für den zweiten Lebenszyklus des Megane die Verbrauchsspirale nach unten gedreht. Zudem wurde der französische Konkurrent des VW Golf mit neuen Assistenzsystemen ausgestattet.




Von Elfriede Munsch

Wenn es um die Rangordnung innerhalb der Kompaktklasse in Deutschland geht, gelten drei Gesetze. Erstens: Der VW Golf führt immer die Zulassungsstatistiken an. Zweitens: Die direkten Plätze dahinter machen die heimischen Wettbewerber unter sich aus. Und drittens: Die Importeure müssen sich mächtig ins Zeug legen, wollen sie auf dem deutschen Markt punkten.


Renault Megane mit neuem 1,2 Liter-Direkteinspritzer

Renault hat deshalb sein Kompaktmodell Mégane für den zweiten Lebensabschnitt nicht nur einfach aufgehübscht. Sicher, es gibt die fast schon obligatorischen kleineren Veränderungen an der Front. Natürlich offerieren die Franzosen nun auch neue Felgen und Polsterstoffe sowie Chromzierat für das Fahrzeug, das wie gehabt in den drei Karosserievarianten Fünftürer, Kombi (Grandtour) sowie Coupé angeboten wird.

Viel interessanter und wichtiger für den Verkaufserfolg dürften jedoch die neuen Motoren sein. Neben zwei Dieseln (81 kW/110 PS und 96 kW/110 PS) spricht der neue 1,2-Liter-Turbo mit Direkteinspritzung (85 kW/115 PS) besonders jene Kunden an, deren jährliche Fahrleistung einen Selbstzünder nicht lohnt, die aber trotzdem Wert auf Durchzugskraft und Sparsamkeit legen. Der Benziner stand für erste Testfahrten im Fünftürer zur Verfügung, in der Ausstattung Dynamique in Verbindung mit dem Ausstattungspakt GT-Line, das unter anderem Sportsitze beinhaltet.

Kleines Aggregat überzeugt im Renault Megane

Überzeugendes Interieur im Renault Megane
Überzeugendes Interieur im Renault Megane © Renault

Eine erste kleine Überraschung erfolgt beim Öffnen der Heckklappe: Da passt ordentlich was rein, genau gesagt bis zu 405 Liter Gepäck. Auch das Interieur überzeugt: Zweifarbige Sportsitze, ein aufgeräumtes Cockpit, Aluminiumpedalerie sowie Anzeigen in Renault Sport-Design wirken einladend. Die Sportsitze überzeugen auch noch, nachdem man Platz genommen hat. Sie sind durchaus bequem, geben aber auch guten Halt.

Den kann gut gebrauchen. Denn der kleine Turbo legt sich mächtig ins Zeug. Dank des mittlerweile gängigen Downsizing-Prinzips entwickelt der Vierzylinder trotz seines geringen Hubraums respektable 85 kW/115 PS. Und die kommen schnell zur Sache. Ein leichter Tritt aufs Gaspedal und die Pferde stürmen nach vorne, zwar nicht vehement, aber kraftvoll. Das beim GT-Line im Vergleich zum Serien-Fünftürer leicht modifizierte Fahrwerk macht seine Sache ebenfalls gut. Es ist etwas sportlicher ausgelegt, verzichtet aber auf unnötige Härten.

Guter Verbrauch im Renault Megane

Der Renault Megane verfügt über ausreichend Durchzugskraft
Der Renault Megane verfügt über ausreichend Durchzugskraft © Renault

190 Newtonmeter sorgen für ausreichend Durchzugskraft und ermöglichen sowohl eine spritzige als auch gelassene Fahrweise. Klar, dass die Leistung nicht für Höchstgeschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen taugt. Aber um entspannt bis Tempo 160 mitzuschwimmen, reicht es allemal. Zumal sich der Vierzylinder angenehm leise gibt.

Aber im sechsten Gang einen städtischen Kreisverkehr mit 50 km/h durchfahren zu wollen, war wohl zu ambitioniert und wurde mit Protestgewürge des Triebwerks begleitet. Schnell also in einen kleineren Gang gewechselt, schon ist die Fahrwelt wieder in Ordnung. In Ordnung geht auch der Verbrauch: Bei flotten Testfahrten, die Schnell- und Landstraßen sowie viele Ortsdurchfahrten mit Ampelstopps beinhalteten, zeigte der Bordcomputer 6,0 Liter an. Damit waren wir vom Normverbrauch von 5,3 Litern nicht allzu weit weg.

Nervendes Gepiepse des Spurhalteassistenten im Renault Megane

Ein elektronischer Assistent hält den Renault Megane in der Spur
Ein elektronischer Assistent hält den Renault Megane in der Spur © Renault

Apropos weg. Damit der Fahrer nicht ohne es zu wollen die Spur verlässt, bietet Renault jetzt ein kamerabasiertes System mit Namen Visio an. Es unterstützt die Funktionen des Spurhalte- und Fernlichtassistenten. Beim Spurhalteassistenten überwacht die Kamera die Fahrbahnmarkierungen und registriert, wenn das Fahrzeug die Fahrspur nach rechts oder links zu verlassen droht. Dann ertönt ein nerviges Gepiepse.

Spaß macht hingegen das Navigationssystem, das für 490 Euro Aufpreis erhältlich ist. Die Animation mit einem kleinen stilisierten Renault sorgte hin und wieder für Heiterkeit. Dann nämlich, wenn auf dem Display zu sehen war, wie der Renault durch Kurven driftete oder abseits des angezeigten Straßenverlaufs seinen Weg machte. Das Ganze erinnerte ein wenig an die ersten Videospiele à la Super Mario. Immerhin: Die Ansagen und Berechnungen des Navisystems waren korrekt, auch wenn die freundliche Dame die Abfahrten im Kreisverkehr anders zählt als man es selbst gelernt hat.

Sparsamer Renault Megane recht teuer

Wer sich für den neuen 1,2-Liter-Turbo interessiert, muss mindestens 19.450 Euro investieren. In der Dynamique-Ausstattung mit u.a. 16-Zoll-Leichtmetallrädern, Tempomat, Licht- und Regensensor sowie Lederlenkrad und LED-Tagfahrlicht kostet der Fünftürer ab 20.350 Euro. Das GT-Line-Paket steht mit 1490 Euro in der Liste. Wem allerdings die neue Motorentechnik zu teuer ist, kann wie bisher auf einen der weiter im Programm bleibenden Sauger-Benziner mit 74 kW/100 PS ab 15.990 Euro oder 81 kW/110 PS ab 17.300 Euro greifen. (SP-X)






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